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Das Team der SONNTAGS:ZEIT mit der Jury und dem Dekan hinter dem SONNTAGS:ZEIT-Sessel
28 Nov
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Nachmachen erlaubt: Grünstiftpreis 2025 im Kirchenkreis Hanau

Besondere Gottesdienstformate, kirchliche Aktionen im Sozialraum und vieles mehr: Im Evangelischen Kirchenkreis Hanau gibt es immer wieder neue Aktionen und Ideen, mit denen die Gemeinden Kirche neu erlebbar machen wollen. Für fünf Gemeinden gab es 2025 dafür den Grünstiftpreis des Kirchenkreises.

 

Über den ersten Preis, der jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro dotiert ist, durften sich dabei in diesem Jahr gleich zwei Gemeinden freuen: Die Kirche am Limes für ihr Projekt „Bei Gustav“ und die evangelische Kirche Bergen-Enkheim für die „SONNTAGS:ZEIT für Dich!“.

Während „Bei Gustav“ bewusst auf die Verbindung von Kirche und öffentlichem Raum setzt und mit verschiedenste Aktionen wie Pop-up-Biergarten oder Whisky-Tasting sowohl den Kirchraum öffnet als auch im Sozialraum aktiv ist, ist die SONNTAGS:ZEIT ein besonderes Gottesdienstformat, dass in einladender Atomsphäre verschiedene Themen aufgreift, zum Mitmachen einlädt und Impulse setzt. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer vierköpfigen Jury bestehend aus Jörg Otto, Simone Küster, Dr. Bernd Dülfer und Pröpstin Sabine Kropf-Brandau.

Die Verleihung des Grünstiftpreises in Bergen-Enkheim fand am Ewigkeitssonntag eingebettet in die aktuelle Ausgabe der SONNTAGS:ZEIT statt, die unter der Frage stand: „Was gibt dir Trost?“. Pröpstin und Jury-Mitglied Sabine Kropf-Brandau würdigte das Projekt und das damit verbundene Engagement der vielen Beteiligten: „Wir zeichnen Projekte aus, die nicht nur neue Wege gehen, sondern Brücken bauen“, stellte sie fest. Die SONNTAGS:ZEIT sei mehr als nur  ein besonderes Gottesdienstformat. „Sie ist ein Raum der Begegnung und der Beteiligung.“ Das Team, bestehend aus Lilly Christmann, Sabine Heidemann-Kempf, Stefanie Neeb, Mareen Pelster-Frank, Frauke Schneider und Pfarrerin Elisa Schneider, habe ein feines Gespür für aktuelle Themen und für das, was Menschen bewegt. „Die SONNTAGS:ZEIT ist ein Zeichen dafür, dass Kirche nicht stehen bleibt, sondern sich bewegt“, so Kropf-Brandau. „Sie haben damit nicht nur den Grünstiftpreis gewonnen sondern viele Herzen bewegt.“

Neben den beiden ersten Plätzen durften sich die evangelische Kirche in Maintal-Dörnigheim für die „Himmlischen Energien“ über 750 Euro, die evangelische Kirche in Neuberg für die „Barrierefreie Kirche“ über 250 Euro und die evangelische Kirche in Ostheim für die beiden Projekte „Ostheim predigt“ und eine Predigtreihe zur christlichen Ethik zusammen über 500 Euro freuen.

Der Grünstiftpreis wird seit 2009 alle zwei Jahre vergeben und möchte bewusst ein Gegenbeispiel für den leider allzu oft benötigten „roten Stift“ setzen, der auch in der Kirche immer häufiger angesetzt werden muss. Mit ihm sollen innovative Ideen in den Bereichen Gottesdienstgestaltung, Bildung und Diakonie gewürdigt werden und zum Nachmachen angeregt werden. Denn gute Ideen sollen kein Einzelfall bleiben, wie Dekan Dr. Martin Lückhoff betont: „Hier ist Nachmachen ausdrücklich erlaubt.“

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Die Teilnehmer und Organisatoren der Podiumsdiskussion zur Ausstellung Körperwelten in Hanau
28 Nov
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Zwischen Faszination und Befremden: Vielschichtige Podiumsdiskussion zur Ausstellung KÖRPERWELTEN

Hanau. Die Ausstellung KÖRPERWELTEN zieht derzeit viele Menschen in der Brüder-Grimm-Stadt an. Gleichzeitig sorgt sie aber auch für intensive Diskussionen. Zwischen neugieriger Faszination und deutlicher Ablehnung gibt es eine Vielzahl an Meinungen und Perspektiven zu diesem Thema. Bei einer Podiumsdiskussion im Stadthof Hanau am Totensonntag wurden die verschiedenen Blickwinkel beleuchtet und lebhaft diskutiert.

„Wir haben wahrgenommen, dass die Ausstellung viele Menschen bewegt“, stellt Donja Banai, die Leiterin des Evangelischen Forums Hanau+ fest. Um die unterschiedlichen Stimmen aus der Stadtgesellschaft aufzugreifen, hatte das Evangelische Forum Hanau+ unter Mitwirkung von Pfarrer Prof. Dr. Lukas Ohly, Pfarrer Prof. Dr. Werner Kahl und in Kooperation mit den KÖRPERWELTEN zur Podiumsdiskussion eingeladen.  „Wir wollen miteinander reden, nicht übereinander“, betont Kahl.

Auf dem Podium sprachen Prof. Dr. Franz-Josef Wetz (Philosoph, Ethiker und wissenschaftlicher Begleiter der KÖRPERWELTEN), Dr. Ibrahim Talha Aslandur (Islamwissenschaftler, Pädagogische Hochschule Karlsruhe), Hüsameddin Yildirim (Oberarzt der Onkologie, Klinikum Hanau) und Lukas Ohly (Dozent der Theologischen Ethik und Religionsphilosophie, Goethe-Universität Frankfurt und Gemeindepfarrer in Nidderau-Ostheim). Moderiert wurde die Veranstaltung von der Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Hanau-Main-Kinzig, Pfarrerin Ute Engel.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Spannungsfelder, die plastinierte Körper unweigerlich auslösen. Ein zentrales Thema war die Frage nach der Würde: Welche Bedeutung kommt dem letzten Willen der Körperspenderinnen und -spender zu und wie verhalten sich religiöse Traditionen, wissenschaftliche Erkenntnisse und individuelle Sichtweisen zueinander?

Man solle nicht unter allen Umständen auf den Willen eines Menschen setzen, sagte Ohly. Er ergänzte dies mit dem Beispiel, dass wir die Selbstbestimmung wahrscheinlich infrage stellen würden, wenn es sich in der Ausstellung um lebende Exponate handeln würde. Wetz hingegen nannte die Ausstellung ein „Fest des Lebens“, das weniger den Tod in den Vordergrund stellen wolle. Das Echte löse außerdem eine besondere Faszination aus. Aslandur entgegnete, dass der natürliche Prozess der Verwesung durch die Plastination aufgehalten werde, und das sei, vor allem aus islamischer Sicht, nicht Sinn des Sterbens. Yildirim wies darauf hin, dass auch innerhalb der Medizin eine gewisse Spannung zwischen wissenschaftlichem Interesse und dem respektvollen Umgang mit dem menschlichen Körper bestehe. Er hob hervor, dass es bereits in der Antike erste Ansätze zur Konservierung von Körpern gab, auf denen die Idee der modernen Plastination gedanklich aufbaut. Tatsächlich wurde mehrfach nach alternativen Darstellungsmethoden gefragt, wie etwa die Herstellung von Exponaten aus einem 3D-Drucker. Was nach einer guten Alternative klingt, erfülle jedoch nicht den Zweck einer authentischen und echten Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper, so Wetz.

Das Publikum beteiligte sich engagiert an der Diskussion: mit eigenen Eindrücken und kritischen Rückmeldungen, wie z.B. zur Präsenz der Ausstellung im Stadtbild. „Es war ein spannender Austausch, der deutlich gemacht hat, dass die Ausstellung KÖRPERWELTEN ganz unterschiedliche Reaktionen hervorruft“, so Banai. „Das zeigt, wie wichtig ein offener und vielstimmiger Austausch über ethische und gesellschaftliche Fragen rund um den menschlichen Körper ist“, fasst die Leiterin des Evangelischen Forums Hanau+ zusammen und bedankt sich bei allen, die zu dieser lebhaften Diskussion beigetragen haben.

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27 Nov
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Termine im Dezember

Hier finden Sie alle Gottesdienste und Veranstaltungen in unserer Kirchengemeinde im Dezember 2025!

Ihnen und Euch wünschen wir eine segensleichte Adventszeit mit viel Zeit für Freund*innen, Ruhe und Nichtstun, und wir freuen uns, Sie und Euch bei zahlreichen Begegnungen zu treffen.

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20 Nov
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Preisverleihung mit Pröpstin Kropf-Brandau & Abschied

Das SONNTAGS:ZEIT Team lädt herzlich zur Verleihung des Grünstiftpreises am 23. November um 17 Uhr in die Laurentiuskirche nach Enkheim ein. Im Rahmen der SONNTAGS:ZEIT wird Pröpstin Sabine Kropf-Brandau den Preis überreichen.
Die Kirchengemeinde hat mit dem Projekt SONNTAGS:ZEIT den 1. Preis im Wettbewerb um den „Grünstiftpreis“ des Kirchenkreis Hanau gewonnen. Der Kirchenkreises vergibt seit 2009 an innovative Gemeinde-Projekte.
Die Jury des Grünstiftpreises hat der Kirchengemeinde Bergen-Enkheim für ihr Projekt Sonntagszeit einen Geldpreis von 1000 Euro zugesprochen.

Wir freuen uns sehr, dass Pröpstin Sabine Kropf-Brandau die SONNTAGS:ZEIT auch mit einem Impuls bereichern wird.

Als Gast auf dem roten Sessel hat das Team sie zur Vorstellung nach ihren 5 Hashtags gefragt – #5factsaboutme

#Glaube – Ist das was mich trägt und stärkt

#kirche – liebe ich und könnte manchmal an ihr verzweifeln

#Dialog – braucht es mehr denn je

#Hoffnung – na klar ✨

#Lachen – gehört für mich zum Leben und definitiv zum Christ/innensein

 

 

Foto: medio.tv/schauderna

Musikalisch umrahmt wird der Nachmittag von Konrad Borchardt am Flügel/Orgel und Roland Borchardt an der Trompete sowie Sänger*innen der Kantorei Bergen-Enkheim.

Ab ca. 18:30 Uhr lädt der Kirchenvorstand alle Anwesenden herzlich zum gemütlichen Beisammensein bei Getränken und Häppchen in der Laurentiuskirche ein – eine Gelegenheit, den Abend ausklingen zu lassen und sich zu verabschieden, denn es ist zugleich die letzte SONNTAGS:ZEIT mit Pfarrerin Elisa Schneider. Ab Dezember führen ihre Wege nach Italien, wo sie als Gemeindepfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Neapel tätig sein wird.

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Die Kinder sitzen in Verkleidung im Kreis und besprechen etwas.
19 Nov
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Mit Grimm im Ring – Märchenalarm im JUZ K-Town: Boxerinnen und Boxer entdecken das „Tapfere Schneiderlein“ neu

Hanau. Inspiriert von der energiegeladenen Stimmung der Boxgala zum 20-jährigen Jubiläum des Box Gyms im Evangelischen Jugendzentrum K-Town entstand eine ungewöhnliche Idee: Theaterpädagogin und Autorin Marianne Zückler aus Berlin wollte mit jungen Boxerinnen und Boxern theaterpädagogisch arbeiten. In den Herbstferien wurde diese Idee nun Realität.

Rund 130 Kinder und Jugendliche trainieren regelmäßig im Box Gym des JUZ K-Town, das mehrfach für seine beispielhafte Jugendarbeit ausgezeichnet wurde. Trainer Davut Demir und das Team waren sofort offen für das Experiment, Theater und Boxen zu verbinden. In den Herbstferien nahmen sieben Mädchen und drei Jungen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren an einem zweitägigen Workshop teil. Gemeinsam interpretierten sie das Grimm’sche Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ neu – mit viel Energie, Kreativität und Humor.

Aus dem Schneiderlein wurde eine Schneiderin, die Riesen, die Prinzessin und der König verwandelten sich in Figuren aus dem Alltag der Kinder – in Geschwister, Eltern und andere Autoritätspersonen. „Die Kinder konnten ihrer Kreativität freien Raum lassen und der Geschichte ihren ganz persönlichen Stil verleihen“, berichtet Sozialarbeiterin Antje Heigl vom JUZ-Team. So floss auch ganz ohne Kampf das ein oder andere Element aus der Boxwelt in die Szenen ein. Für die jungen Darsteller und Darstellerinnen ging es aber nicht nur ums Schauspielen: „Die Kinder diskutierten lebhaft über Selbstbewusstsein, Mut und Selbstbestimmung“, verrät Heigl. Auch schwierige Themen wie Zwangsheirat oder Gleichberechtigung fanden Platz im Spiel. So entschieden die Kinder etwa gemeinsam, dass die Hochzeit zwischen Schneiderlein und Prinzessin stattfinden sollte – schließlich habe der König sein Versprechen zu halten. Doch beim Traualtar kam die große Überraschung: Die Prinzessin, gespielt von einem Mädchen aus Afghanistan, erklärte plötzlich, sie wolle nicht heiraten, sondern Freundschaft anbieten. „Nach einem Moment der Stille folgte begeisterter Applaus“, fasst die Sozialarbeiterin zusammen. Und der elfjährige Standesbeamte habe trocken kommentiert: „Er kriegt zwar nicht die Prinzessin, dafür das halbe Königreich.“

Mit jeder Menge Spaß und vielen neuen Erfahrungen ging der Workshop zu Ende.

Heigl nutzt die Gelegenheit, sich herzlich bei der Firma Steding aus Hanau und der Bürgerstiftung Hanau Stadt und Land zu bedanken, die das JUZ K-Town mit jährlichen Spenden unterstützen. „Dank dieser Unterstützung konnten wir den Kindern diese besondere Erfahrung ermöglichen“, betont sie. Und nicht nur die Teilnehmenden waren von der theaterpädagogischen Arbeit fasziniert – auch das JUZ-Team zeigte sich beeindruckt von der Kreativität, Offenheit und dem Mut der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler. Schon jetzt gibt es Überlegungen, ähnliche Projekte auch in künftigen Ferienprogrammen anzubieten. „Das Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, wie zeitlos die Themen der Grimm’schen Märchen sind – vorausgesetzt, Kinder dürfen sie in einem sicheren, freien Raum neu deuten“, fasst Heigl zusammen.

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Gruppenfoto der Teilnehmenden der Baumpflanzaktion im Wald vor einem blauen Pavillon.
19 Nov
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Gemeinsam für den Wald von morgen: 500 neue Bäume für Nidderau

Auch in diesem Jahr haben sich Anfang November wieder zahlreiche Helferinnen und Helfer an der Baumpflanzaktion im Nidderauer Stadtwald beteiligt. Rund 70 Teilnehmende aus der Evangelischen Jugend Nidderau, der muslimischen Ahmadiyya Gemeinde Hanau sowie der Stadt Nidderau packten mit an und pflanzten gemeinsam 500 junge Setzlinge, die hier dauerhaft Wurzeln schlagen sollen.

Nach der Begrüßung durch Rainer Vogel, erster Stadtrat der Stadt Nidderau, ging es direkt los. Ausgestattet mit Spaten und Handschuhen pflanzten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die kleinen Setzlinge in die Erde. Ziel der Aktion ist es, vor allem Baumarten zu pflanzen, die den Anforderungen des Klimawandels gerecht werden können. So entsteht nach und nach ein widerstandsfähiger Mischwald, der langfristig zu Klima- und Artenschutz beiträgt. Gleichzeitig trägt die Aktion dazu bei, dass Bewusstsein der Teilnehmenden für die Bedeutung des Ökosystems Wald zu sensibilisieren. Denn dieser ist weit mehr als nur ein Holzlieferant. Auch als Lebensraum, Sauerstofflieferant und  CO₂-Speicher spielt der Wald eine wichtige Rolle.

Seit dem Start der gemeinsamen Pflanzaktionen im Jahr 2019 sind im Nidderauer Stadtwald bereits rund 3.200 neue Bäume gesetzt worden – ein sichtbares Zeichen für gelebten Umweltschutz und Zusammenhalt über Religions- und Gemeindegrenzen hinweg. „Wir unterstützen damit auch weiterhin die Aktion ‚7 Jahre – 700.000 Bäume‘ der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“, erklärt Jürgen Dietermann, Referent für Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis Hanau. „Unsere Kirche möchte mit solchen Projekten das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes stärken und einen konkreten Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten.“ Bislang wurden 62.174 Bäume gepflanzt. „Mit unserer Aktion kommen 500 neue dazu“, freut er sich und bedankt sich bei allen, die tatkräftig mit angepackt haben. Im Internet sind unter www.ekkw.de/wald ein Baumzähler sowie Berichte von Baumpflanzaktionen aus der gesamten Landeskirche zu finden.

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