Händels „Messias“ – Projekt der Kantorei – auch zum Mitsingen!
Gemeinsam mit der Kantorei erarbeiten wir die wunderbar frische, lebendige und eingängige Musik Georg Friedrich...
Zur Freiheit befreit

Mit dem Herbst beginnt die Jahreszeit, in der manches langsamer zu werden scheint. Über den Wiesen schwebt morgens der Nebel, das Licht der Sonne verändert sich und in vielen Häusern beginnt wieder die Zeit der volleren Kalender nach der Sommerpause. Sitzungen, Elternabende, Vereinsleben, Arbeit und Verabredungen – oft läuft vieles gleichzeitig. Der Monatsspruch für Oktober 2026 klingt fast wie ein Gegensatz dazu: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ – so schreibt es Paulus im Galaterbrief.
Freiheit gehört zu den großen Versprechen unserer Zeit. Frei sein heißt oft: auswählen können, flexibel bleiben, unabhängig sein, sich möglichst viele Wege offenhalten. Das klingt eigentlich gut. Wer möchte schon bevormundet werden oder in starren Lebensentwürfen feststecken?
Trotzdem erleben viele Menschen, wie aus Freiheit schnell Druck werden kann. Wenn immer alles möglich scheint, entsteht leicht das Gefühl, auch aus allem etwas machen zu müssen. Beruflich erfolgreich sein, erreichbar bleiben, soziale Kontakte pflegen, gesund leben, informiert sein, die richtigen Entscheidungen treffen. Selbst Freizeit wird manchmal zu etwas, das möglichst sinnvoll genutzt werden soll.
Sieht man genauer hin, wirkt die paulinische Idee von Freiheit erstaunlich modern. Der Monatsspruch möchte uns einen Hinweis darauf geben. Paulus Vorstellung von Freiheit beginnt nicht bei möglichst vielen Optionen und daraus resultierenden Erwartungen. Sie setzt bereits vorher an, indem Paulus fragt: Wovon hängt der Wert eines Menschen ab? Von Leistung oder Anerkennung? Vom Eindruck, den andere haben? Seine Antwort darauf will den Druck aus dem System nehmen: Es ist genau andersherum. Der Wert eines Menschen steht nicht permanent zur Bewertung. Menschen müssen ihre Würde nicht erst verdienen.
Der Herbst passt gut zu diesem Gedanken: Die Natur zieht sich zurück, Farben verändern sich, das Leben wird an manchen Stellen ruhiger. Und niemand käme auf die Idee, einen Baum dafür zu kritisieren, dass er Blätter verliert oder eine Pause braucht. Diese Einsicht kann als heilsame Unterbrechung des Alltags gut tun: die Erfahrung, nicht ständig funktionieren zu müssen. Ein Gespräch ohne Erwartungsdruck. Einen Ort, an dem man einfach da sein darf.
Wir wünschen Ihnen einen Herbst mit solchen Momenten – und mit jener Freiheit, die das Leben weiter macht. Ihre Evangelische Kirchengemeinde Langenselbold
Bildnachweis: medio.tv/Aumann/Baumgart
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Tel.: 06183 8001858 ⋅ Mobil: 0171 6544959
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Büro: Katharina-von-Bora-Haus
Hinserdorfstr. 2a, 63505 Langenselbold

Ev. Kindertagesstätte
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