Orte

Evangelische Kirche

 

Hanauer Straße 23 Klosterberg, gegenüber von Schloss und Rathaus

63505 Langenselbold

Die Evangelische Kirche in Langenselbold wurde in den Jahren 1727-1735 unter dem Bauherrn Graf Wolfgang Enrst III. von Isenburg erbaut. Ihr Baumeister war Christian Ludwig Hermann. Als Teil der Schloßanlage auf dem Klosterberg gehört sie zu den besonderen Gebäuden der Stadt. Der Innenraum der Kirche ist geprägt durch eine herausragende Kanzelwand und die im Jahr 2009 fertiggestellte neue Orgel. Das großzügige Kirchenschiff bietet ein seiner elliptischen Grundform 700 Menschen einen Raum, in dem sie Leid und Freude miteinander teilen können.

Herberge und Heimat will die Kirche sein und Menschen in Lebens- und Glaubensfragen unterstützen.

Parkmöglichkeit: Parkplatz – Rathausplatz (ca. 100 m Entfernung) Öffentliche Verkehrsmittel: Die Bushaltestelle des RMV befindet sich direkt vor der Evangelischen Kirche. Geografische Daten (z.B. für Navigation): 9° 02′ 15” Ost – 50° 10′ 32″ Nord

Katharina von Bora Haus

 

Evangelisches Gemeindezentrum

Katharina-von-Bora-Haus

Hinserdorfstraße 2a

63505 Langenselbold

 

Das Evangelische Gemeindezentrum (Baujahr: 1956) befindet sich im Ortsteil Hinserdorf, direkt an der Gründaubrücke.

Parkmöglichkeit: Einfahrt über Bendergasse

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Bushaltestelle “Hinserdorfstraße” des RMV befindet sich direkt vor dem Haupteingang.

Geografische Daten (z.B. für Navigation): 9° 02′ 12” Ost – 50° 10′ 31″ Nord

Wer ist „Katharina von Bora“, die unserem schönen Gemeindehaus den Namen gab.

Sie wurde 1499 geboren und besuchte ab 1504 die Klosterschule der Benediktinerinnen Brehna (bei Halle/S.). 1508 tritt sie in das Kloster Nimbschen (bei Grimma) ein, wo sie 1515 das Gelübde ablegt. Damit wird sie zum frühestmöglichen Termin Nonne. Im Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma, wo auch ihre Tante Margarethe von Haubitz, die Äbtissin des Klosters, lebte, ist sie durch eine Verpflegungsliste seit 1509/10 nachzuweisen. Dort lernte sie lesen, schreiben, singen und etwas Latein und lernte auch die betriebswirtschaftlichen Abläufe der Landwirtschaft kennen.

Bald darauf las Katharina mit ihren Ordensschwestern die ersten Schriften des Reformators Martin Luther, die sich kritisch mit dem Klosterleben auseinandersetzen. In ihr und anderen Nonnen reifte der Gedanke zur Flucht aus dem Kloster. Sie beschloss gemeinsam mit einigen anderen Nonnen, aus dem Kloster zu fliehen. Die Frauen baten Luther um Hilfe, worauf dieser ihnen zu Ostern 1523 einen Wagen schickte, in dem Katharina und acht ihrer Ordensschwestern, hinter Heringsfässern versteckt, flohen und unter Mithilfe des Torgauer Ratsherren Leonhard Koppe entkamen.

Sie findet Aufnahme im Hause Cranachs des Älteren in Wittenberg. Sie entwickelt Zuneigung zu dem in Wittenberg studierenden Hicronymus Baumgärtner, einem Patriziersohn aus Nürnberg, dessen Eltern ihn aber zurückbeordern. Der Dozent Pfarrer Glatz aus Orlamünde wirbt um Katharina, sie lehnt jedoch ab. In einem Gespräch mit Nikolaus von Amsdorf soll sie geäußert haben, daß sie Luther heiraten wolle. Luther wiederum wollte lieber Ave von Schönfeld, eine andere ehemalige Nonne aus der Nimbscher Gruppe heiraten. Luther selbst war bislang Junggeselle geblieben und zunächst an Ave von Schönfeld interessiert. Nachdem diese entschieden hatte, Basilius Axt zu heiraten, entschlossen sich Luther und Katharina für die Eheschließung. Am 13. Juni 1525 wurden Katharina von Bora und Martin Luther von Johannes Bugenhagen im Schwarzen Kloster getraut.

Katharina Luther ordnet fortan den Haushalt, nutzt das auf dem Kloster liegende Braurecht, betreibt Viehzucht und pachtet dafür mehrere Grundstücke. Am 7. Juni 1526 wird der älteste Sohn Martins und Katharinas, Johannes (Hans) geboren. Am 10. Dezember 1527 folgt die Geburt der Tochter Elisabeth, sie stirbt jedoch bereits im Alter von 8 Monaten. Die am 4. Mai 1529 geborene Tochter Magdalena stirbt im Alter von 13 Jahren. 1531, 1533 und 1534 werden schließlich noch die Söhne Martin und Paul bzw. die Tochter Margarethe geboren. Alle heute lebenden Nachkommen Martin Luthers stammen aus der Linie Margarethes.

Luthers Tod 1546 brachte Katharina von Bora in eine wirtschaftlich prekäre Situation. Luthers Testament bzw. der Ehevertrag wurde zunächst nicht anerkannt. Erst ein Machtwort des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen sicherte ihr wesentliche Teile der Erbschaft und der Rechte. So konnte sie in dem alten Klosterbau bleiben. Sie wurde u. a. von Herzog Albrecht von Preußen und König Christian III. von Dänemark finanziell unterstützt.

Sie floh 1546 vor dem Schmalkaldischen Krieg mit ihren Kindern nach Magdeburg und kehrte erst im Juli 1547 wieder nach Wittenberg zurück. Ihre Gebäude und Ländereien waren zwar verwüstet, aber nicht zerstört. Trotzdem geriet sie durch die finanziellen Belastungen des Wiederaufbaus in wirtschaftliche Not. Dank der Unterstützung der genannten Fürsten konnte sie sich jedoch wirtschaftlich erholen. 1552 musste sie Wittenberg wegen der Pest und Missernten erneut verlassen. Sie flüchtete nach Torgau und starb dort am 20. Dezember 1552.

Jochen-Klepper-Haus

Neugasse 1 Klosterberg, direkt neben der Evangelischen Kirche

63505 Langenselbold

 

Wer war „Jochen Klepper“, der unserem Gemeindehaus neben der Kirche seinen Namen gab.

Die Hände, die zum Beten ruh‘n, die macht er stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.

Jochen Klepper wurde am 22. März 1903 in Beuthen an der Oder als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er war ein deutscher Theologe, der als Journalist und Schriftsteller arbeitete. Er ist einer der bedeutendsten Dichter geistlicher Lieder des 20. Jahrhunderts

Klepper besuchte das Gymnasium in Glogau und studierte anschließend evangelische Theologie in Erlangen und Breslau. Wegen seines labilen Gesundheitszustandes verzichtete er jedoch darauf, Pfarrer zu werden. Er begann beim Evangelischen Presseverband für Schlesien in Breslau zu arbeiten.

Am 28. März 1931 heiratete Klepper, gegen den Willen seiner Eltern und als bewusstem Akt des Widerstandes gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus, die um 13 Jahre ältere, jüdische Witwe Johanna Stein. Sie brachte ihre Töchter Brigitte und Renate mit in die Ehe. Da er bis zum Oktober 1932 Mitglied der SPD war, wurde er Mitte 1933 aus Rundfunk und Verlag entlassen. Den Eintritt in die Reichsschrifttumskammer gewährte man ihm jedoch 1934. Die Tätigkeit im Ullstein-Verlag verbot man ihm wiederum 1935. Klepper ernährte die Familie mit schriftstellerischer Tätigkeit, erfolgreich – trotz der Einschränkungen.

Am 18. Dezember 1937 schreibt Jochen Klepper u.a. in sein Tagebuch, das er seit 1932 führt: „ … Ich schrieb am Nachmittag ein zweites Weihnachtslied: ‚Die Nacht ist vorgedrungen …’ Das schöne Adventsgeläut”.

Die kleine Sammlung geistlicher Gedichte mit dem Titel Kyrie erschien 1938. Sie enthält Liedtexte von denen viele noch heute in hohem Ansehen stehen, weil sie in zeitgemäßer Sprache um die Beschwerden des Lebens wissen, aber voll Trost und Hoffnung sind. Sie wurden vertont und haben in großem Umfang Eingang in den Kanon sowohl der evangelischen als auch der katholischen Gesangbücher gefunden; er ist nach Martin Luther und Paul Gerhardt der dritthäufigste Autor. Der geplante Roman „Das ewige Haus“ blieb Fragment; Thema des Romans sollte das evangelische Pfarrhaus sein, wie es von Martin Luther und seiner Frau Katharina modellhaft etabliert worden war. Nur das erste Kapitel („Die Flucht der Katharina von Bora“) hatte Gestalt angenommen.

Am 18. Dezember 1938 ließ sich Johanna Klepper in der Martin-Luther-Gedächniskirche taufen. Anschließend wurde das Ehepaar Klepper kirchlich getraut.

Seine ältere Stieftochter, Brigitte, konnte kurz vor Kriegsausbruch nach England ausreisen. Ende 1942 scheiterte die Ausreise der Tochter Renate, überdies musste Klepper davon ausgehen, dass Mischehen zwangsweise geschieden werden sollten und damit auch seiner Frau die Deportation drohte. Johanna, Renate und Jochen Klepper nahmen sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 in Berlin durch Schlaftabletten und Gas gemeinsam das Leben. Das Grab befindet sich auf dem Friedhof Nikolassee. Die letzte Eintragung im Tagebuch Kleppers lautet: „Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott – Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

Quellen u.a. http://www.gerhildkomander.de/news/160-berliner-geschichte-jochen-kleppers-roman-der-vater.html , http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Klepper , http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Jochen_Klepper.htm , http://www.aphorismen.de/suche?f_autor=4602_Jochen+Klepper

Parkmöglichkeit: Parkplatz – Rathausplatz (ca. 50 m Entfernung)

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Bushaltestelle “Neugasse” des RMV befindet sich direkt vor der Evangelischen Kirche, Fußweg ca. 50 m.

Geografische Daten (z.B. für Navigation): 9° 02′ 12” Ost – 50° 10′ 31″ Nord