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Sonntagsgruß 2. Advent
07 Dez
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Sonntagsgruß zum 2. Advent

Liebe Leserinnen und Leser,

Haben Sie in diesem Jahr schon Tochter Zion gesungen oder gehört? Haben Sie schon mit eingestimmt in den Gesang: Freue dich? Haben Sie schon von Davids Sohn ein Lied auf den Lippen gehabt und dem jüdischen Lobgesang Hosianna gelauscht? Tochter Zion – es ist wohl eines der bekanntesten Weihnachtslieder, Adventslieder, Palmsonntagslieder. Es klingt auf Weihnachtsmärkten, wir singen es zuhause, wir hören die Chöre. Tochter Zion, die Melodie und der Satz von Georg Friedrich Händel und der Text von Friedrich Heinrich Ranke, das ist einfach ein Meisterwerk.

Und es gab eine Zeit in Deutschland, da war es verboten: Nicht deutsch genug, jüdische Sprache. Es war den Nazis ein Dorn im Auge, es passte nicht in ihr Bild, in ihr System, wie das Christentum sein sollte: Weiss, deutsch, Männlich, stark und am besten ein schönes Folkloristisches Fest der deutschen Familie.

Tochter Zion erzählt aber davon, wo unsere Wurzeln im Christentum liegen: In den großen Erzählungen des Volkes Israel, des Judentums: Von Zion, dem Berg in Jerusalem, von David, dem sagenumwobenen Königshaus in Jura, von der Friedenshoffnung zwischen allen Völkern. Und es erzählt von diesem König, der ganz anders daher kommt: auf einem Esel, schwach, dienend. Es erzählt vom Kind in der Krippe, es erzählt in Bildern des Triumphes von Menschlichkeit. Denn Weihnachten ist der Moment, an dem wir Christ*innen feiern, dass Gott in diese Welt kommt, dass der Heiland geboren wird. Und wir feiert einen Heiland, der denen, die damals Braun waren und heute wieder in Talkshows und Parlamenten sitzen, ein Dorn im Auge ist:

Ein Kind aus einer Patchworkfamilie mit unklarer Herkunft, ein jüdisches Kind, ein dunkelhäutiges Kind, ein Kind in Bethlehem, ein Flüchtlingskind. Und das alles, das ist Gottes Friedensbringer: Freue dich Tochter Zion, freuen wir uns und erwarten diese Geburt.

Wir freuen uns auf die Weihnachtsmärkte in unseren Orten, die Konzerte der Chöre in Gronau und Niederdorfelden und auf viele Begegnungen.

Herzliche Grüße
Ihre
Pfarrer*innen
Maraike Heymann und Tovja Heymann

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05 Dez
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Behaltet das Gute!

Gedanken zur Jahreslosung

Lebensberatung pur. Schon vor 2000 Jahren. Die jungen Christinnen und Christen in Thessalonich (heute Thessaloniki) waren
den unterschiedlichsten kulturellen und religiösen Einflüssen und Erwartungen ausgesetzt; das haben sie als große Herausforderung erlebt, mitunter fühlten sie sich orientierungslos. Da sehe ich eine Parallele zu heute. Eine Fülle an Informationen, miteinander konkurrierende Ideen, Meinungen und Zielsetzungen, die uns fordern. Trends und Influencer sagen an, was richtig, cool und zukunftsweisend ist.
Wie verhält sich Paulus in dieser Situation? Er wirkt ruhig und besonnen. Er fordert die Thessaloniker auf, offen und zugleich kritisch und selbstbewusst zu bleiben: „Prüft alles, und das Gute behaltet!“ (Neues Testament, Erster Brief an die Thessaloniker, Kapitel 5, Vers 21)
Prüfen heißt hier nicht, alles in Frage zu stellen oder nur skeptisch zu sein. Prüfen heißt, bewusst hinzuschauen, hinzuhören und sich auf die Suche nach den inneren Werten einer Sache zu machen: Was ist echt? Was gibt Halt und Kraft? Was bringt weiter? Das „Prüfen“ will uns helfen, unsere innere Stimme besser wahrzunehmen und zu stärken. Passt das, was mir begegnet, zu meinen Werten und gereicht es mir und meinen Mitmenschen zum Guten? Stärkt es mein Grundvertrauen ins Leben und damit meinen Glauben?
Paulus belässt es nicht beim Prüfen, er geht noch einen Schritt weiter: „Behaltet das Gute“. Das heißt, wenn wir spüren, dass etwas wirklich wertvoll ist und uns stärkt, dann dürfen wir daran auch festhalten. Aber was genau ist das „Gute“? Das ist eine wichtige Frage – persönlich und gesellschaftlich.
Das biblische, altgriechische Wort für „das Gute“ umfasst sowohl das ästhetisch Gute als auch das ethisch Gute. Es zielt auf das moralisch Richtige, auf den achtsamen Umgang mit der Schöpfung, auf ein Verhalten und eine Haltung, die Gottes Sache auf Erden voranbringt. Das Gute kann für jeden etwas anderes sein: Zeit mit Menschen verbringen, die einem gut tun. Sich ehrenamtlich engagieren. Sich in der Natur aufhalten und freuen. Die Stille suchen im Beten oder
Meditieren. Das Gute kann die Gewissheit eines liebenden Gottes sein, die Freude am Leben, die Hoffnung auf Veränderung oder die Kraft der Gemeinschaft.
Paulus lädt uns ein, das Gute zu ergründen und daran festzuhalten, auch wenn uns andere Dinge ablenken wollen.
„Prüft aber alles und das Gute behaltet“ – und fangt schon im Jahr 2025 damit an!
Till M. Wisseler

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02 Dez
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Evangelische Jugendberufshilfe unterwegs

Die pädagogischen Mitarbeiterinnen der Pilot – Evangelischer Fachstelle für Jugendberufshilfe und Jugendwerkstatt Hanau e.V., Katja Darimont-Weiß (JW), Melanie Thönißen und Miriam Reitz (beide Pilot), haben gemeinsam mit ihren Schüler*innen am Speed-Dating der Arbeitsagentur teilgenommen.

 

Dieses moderne Format bietet eine innovative Möglichkeit, Ausbildungsplatzsuchende und Unternehmen direkt und unkompliziert zusammenzubringen, ohne den langen Bewerbungsprozess. Die Unternehmen hatten die Gelegenheit, ihre Ausbildungsangebote vorzustellen, während die Jugendlichen in persönlichen Gesprächen die Möglichkeit erhielten, sich zu präsentieren.

 

Dank der Unterstützung der Evangelischen Jugendberufshilfe konnten alle Teilnehmer*innen mit ansprechenden Bewerbungsunterlagen auftreten. So wird der Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft geebnet.

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02 Dez
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Besondere Auszeichnung: Frank Hagelstange zum Kantor ehrenhalber ernannt

Hanau. Die Evangelische Stadtkirchengemeinde hat viele prägende Gesichter. Eines der bekanntesten gehört Frank Hagelstange, der sich seit gut drei Jahrzehnten im Bereich der Kirchenmusik engagiert und diesen bereichert und mitgestaltet hat. Für sein besonderes Engagement wurde er nun im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich zum Kantor ehrenhalber ernannt.

 

Zu den Aufgaben eines Kantors gehört die musikalische und liturgische Gestaltung von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen. Die offizielle Bezeichnung als Kantor ist dabei für gewöhnlich hauptamtlichen Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen vorbehalten. „Wir freuen uns, dass mit der Verleihung des Titels als Kantor ehrenhalber das besondere langjährige Engagement von Frank Hagelstange für unsere Gemeinde besonders gewürdigt wird“, fasst Pfarrer Dr. Werner Kahl von der Stadtkirchengemeinde zusammen. Das umfangreiche Repertoire und das ausgesprochen breite Spektrum an musischen Interessen und Fähigkeiten des frisch ernannten Kantors griff er auch in seiner Predigt noch einmal auf und unterstrich damit die Wertschätzung der Stadtkirchengemeinde für Hagelstanges Engagement.

Hagelstange, der bereits während seiner Kindheit in Göttingen musikalisch stark interessiert war, studierte im Rahmen des Lehramtsstudiums (Musik, Religion) an der Musikhochschule Frankfurt und der Goethe Universität Frankfurt. Seit 1993 ist er Lehrer am Karl-Rehbein-Gymnasium Hanau und engagiert sich seit Mitte der neunziger Jahre in der Kantorei der Stadtkirchengemeinde. Als langjähriges Mitglied kennt er den Chor gut. Als Musikpädagoge der Karl-Rehbein-Schule hat er an zahlreichen schulischen Musikprojekten mitgewirkt. In all den Jahren hat er immer wieder Urlaubs- und Krankheitsvertretungen im Rahmen der Kantoreiarbeit übernommen und den Chor damit stets weiter nach vorne gebracht. Während der Vakanzzeit von Juli 2022 bis Dezember 2023 übernahm er deren künstlerische Leitung der Hanauer Kantorei, bis Anfang 2024 Johanna Viktoria Winkler zur hauptamtlichen Stadtkantorin ernannt wurde.

Stellvertretend für die Bischöfin überbrachte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum die Ernennungsurkunde und bedankte sich bei Frank Hagelstange für sein vielfältiges, ehrenamtliches Engagement. Eine gelungene Überraschung für den Hanauer. Auch Dekan Dr. Martin Lückhoff vom Kirchenkreis Hanau unterstreicht diesen Dank: „Wir gratulieren Frank Hagelstange zu dieser besonderen Auszeichnung und danken ihm für sein Jahrzehnte langes Wirken in der Stadtkirchengemeinde und somit in unserem Kirchenkreis.“ Musik sei ein zentrales und prägendes Element im Kirchenleben. Diesem habe er durch sein Engagement immer wieder eigene Noten verliehen.

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02 Dez
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Schwere aber notwendige Entscheidungen: Kreissynode beschließt umfassendes Konzept zur zukünftigen Gebäudestrategie

Windecken. Steigende Kosten, sinkende Kirchensteuermittel, rechtliche Vorgaben zum Klimaschutz und Veränderungen im Nutzungsverhalten: Auf Grund dieser Entwicklungen hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck im Frühjahr beschlossen, dass perspektivisch 30 Prozent der kirchlichen Gebäude aufgegeben werden sollen. Eine Entwicklung, die auch vor dem Kirchenkreis Hanau nicht Halt macht. Nach umfangreicher Befragung der Gemeinden wurde hier ein Gebäudeplan erstellt, der die Zukunft der insgesamt 129 Gebäude im Besitz der 26 Gemeinden regeln soll. Dieser wurde im Rahmen der Kreissynode vorgestellt und diskutiert.

 

Eine Aufgabe, die allen Beteiligten nicht leicht gefallen ist, wie auch die stellvertretende Dekanin Ines Fetzer feststellte. Sie bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die durch den hohen Rücklauf an Informationen und ihre gute Mitarbeit entscheidend zum Gelingen dieses Prozesses beigetragen haben. Egal ob Pfarrhäuser, Gemeindehäuser, Kirchen oder sonstige Einrichtungen: „Die Entscheidungen sind weitreichend und schmerzhaft. Trotzdem haben Sie es nicht gescheut“, bedankte sie sich bei den anwesenden Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitgliedern der Kirchenvorstände. Die Ergebnisse aus diesen Befragungen stellte Daniel Mugler, der als Berater den Gebäudekostenkonsolidierungsprozess im Kirchenkreis Hanau begleitet, vor. Der entstandene Gebäudeplan teilt sich hierbei in insgesamt drei Kategorien auf: In der ersten Kategorie finden sich 24 Gebäude, die einem sogenannten Pfarrhaus-Pool zugeteilt und künftig zentral verwaltet werden sollen. In der zweiten Kategorie finden sich 69 Gebäude, die erhalten bleiben sollen und damit eine Zukunft in den jeweiligen Gemeinden haben. Nur für diese Gebäude ist es künftig noch möglich, Anträge auf Zuschüsse zu Baukosten zu stellen. Dies soll gewährleisten, dass die finanziellen Mittel des Kirchenkreises nur für Projekte verwendet werden, die langfristig weiter zum Bestand gehören. Für entsprechende Anträge müssen deshalb verschiedene Kriterien erfüllt werden, die dies sicherstellen sollen. Die dritte Kategorie des Gebäudeplans umfasst diejenigen Objekte, die von den Gemeinden aufgegeben werden. Insgesamt 36 Bauten fallen in diese Kategorie. „Damit haben wir die Vorgaben der Landeskirche fast erfüllt“, stellt er mit Blick auf diese Zahlen fest. Die nun getroffenen Entscheidungen seien dabei aber nicht für die Ewigkeit, ergänzte er. Es sei sinnvoll, diese regelmäßig auf ihre Aktualität zu überprüfen und schlug vor, alle zwei Jahre im Rahmen der Haushaltsplanungen einen Blick auf laufende Kosten und anstehende Renovierungsarbeiten zu werfen. Zusätzlich sollte der Bauzustand der Gebäude regelmäßig überprüft werden. Um die Entscheidungsträger vor Ort hierbei zu unterstützen, bietet das Dekanat im nächsten Jahr und ggf. darüber hinaus übergreifende Treffen für die Projektansprechpartner und Vorsitzende der Bauauschüsse zum Austausch zu Gebäudethemen wie Eventmanagement, Bauen, Verkaufen, Kommunizieren von schwierigen Entscheidungen an. Auf diese Weise soll ein Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung entstehen.

Die Teilnehmer der Kreissynode stimmten sowohl dem vorgestellten Gebäudeplan sowie den Maßnahmen zur Sicherstellung eines dauerhaften Fokus auf die Gebäudesituation mit großer Geschlossenheit zu. Darüber hinaus richtete Mugler den Blick auf das Thema der energetischen Sanierung der Gebäude im Bestand des Kirchenkreises: „Wir stellen fest, dass hier durchaus Handlungsbedarf auf uns zukommt“, so der Fachmann. Er schlug vor, ein gemeinsames Projekt auf Kirchenkreisebene zu prüfen, das sich intensiv mit dieser Fragestellung beschäftigt. Auch diesem Vorschlag stimmten die Anwesenden mit großer Mehrheit zu.

Dekan Dr. Martin Lückhoff bedankte sich bei Fetzer und Mugler für ihre geleistete Arbeit: „Sie haben uns mit großer Souveränität, Fachkenntnis und Gelassenheit durch diesen Prozess geleitet. Heraus gekommen sei ein zwar schmerzhaftes aber respektables Ergebnis, dass den Gemeinden im Kirchenkreis weitere Schritte erlaubt.

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02 Dez
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Besondere Auszeichnung: Frank Hagelstange zum Kantor ehrenhalber ernannt

Die Evangelische Stadtkirchengemeinde hat viele prägende Gesichter. Eines der bekanntesten gehört Frank Hagelstange, der sich seit gut drei Jahrzehnten im Bereich der Kirchenmusik engagiert und diesen bereichert und mitgestaltet hat. Für sein besonderes Engagement wurde er nun im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich zum Kantor ehrenhalber ernannt.

Zu den Aufgaben eines Kantors gehört die musikalische und liturgische Gestaltung von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen. Die offizielle Bezeichnung als Kantor ist dabei für gewöhnlich hauptamtlichen Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen vorbehalten. „Wir freuen uns, dass mit der Verleihung des Titels als Kantor ehrenhalber das besondere langjährige Engagement von Frank Hagelstange für unsere Gemeinde besonders gewürdigt wird“, fasst Pfarrer Dr. Werner Kahl von der Stadtkirchengemeinde zusammen. Das umfangreiche Repertoire und das ausgesprochen breite Spektrum an musischen Interessen und Fähigkeiten des frisch ernannten Kantors griff er auch in seiner Predigt noch einmal auf und unterstrich damit die Wertschätzung der Stadtkirchengemeinde für Hagelstanges Engagement.

Hagelstange, der bereits während seiner Kindheit in Göttingen musikalisch stark interessiert war, studierte im Rahmen des Lehramtsstudiums (Musik, Religion) an der Musikhochschule Frankfurt und der Goethe Universität Frankfurt. Seit 1993 ist er Lehrer am Karl-Rehbein-Gymnasium Hanau und engagiert sich seit Mitte der neunziger Jahre in der Kantorei der Stadtkirchengemeinde. Als langjähriges Mitglied kennt er den Chor gut. Als Musikpädagoge der Karl-Rehbein-Schule hat er an zahlreichen schulischen Musikprojekten mitgewirkt. In all den Jahren hat er immer wieder Urlaubs- und Krankheitsvertretungen im Rahmen der Kantoreiarbeit übernommen und den Chor damit stets weiter nach vorne gebracht. Während der Vakanzzeit von Juli 2022 bis Dezember 2023 übernahm er deren künstlerische Leitung der Hanauer Kantorei, bis Anfang 2024 Johanna Viktoria Winkler zur hauptamtlichen Stadtkantorin ernannt wurde.

Stellvertretend für die Bischöfin überbrachte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum die Ernennungsurkunde und bedankte sich bei Frank Hagelstange für sein vielfältiges, ehrenamtliches Engagement. Eine gelungene Überraschung für den Hanauer. Auch Dekan Dr. Martin Lückhoff vom Kirchenkreis Hanau unterstreicht diesen Dank: „Wir gratulieren Frank Hagelstange zu dieser besonderen Auszeichnung und danken ihm für sein Jahrzehnte langes Wirken in der Stadtkirchengemeinde und somit in unserem Kirchenkreis.“ Musik sei ein zentrales und prägendes Element im Kirchenleben. Diesem habe er durch sein Engagement immer wieder eigene Noten verliehen.

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