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Sonntagsgruße 1. Advent
30 Nov
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Sonntagsgruß zum 1. Advent

Liebe Leserinnen und Leser,

Manchmal ist es ein kleines Wort, das einer ganzen Geschichte eine neue Bedeutung mitgeben kann. Zu Beginn der Adventszeit beschäftigt uns genau solch ein kleines Wort, ein Wort in der Geschichte vom Palmsonntag, in der Geschichte wie Jesus in Jerusalem ankommt. Diese Geschichte steht im Advent symbolisch dafür wie Gott in die Welt kommt. Da ist Jesus nach langen Wanderungen, immer neuen Predigten und ungezählten Wundern endlich in den Bergen rund um Jerusalem angekommen und lässt sich von seinen Jünger*innen einen Esel besorgen. Alles soll so sein, wie im ersten Testament angekündigt (oder zumindest so, wie es in manchen Halbsätzen gelesen werden kann). Jesus reitet auf diesem Esel in die große Stadt Jerusalem und Menschen* feiern Jesus mit Palmzweigen und Hosianna-Rufen. Die Bewohner*innen der Stadt, die schauen verwundert auf das, was dort geschieht. Am Ende fragen sie: „wer ist das?“ Die Antwort lautet: Jesus aus Nazareth, der Prophet. (Nachzulesen im Matthäusevangelium 21)

Das kleine Wort, was hier so vieles verändert ist das Wort, welches diejenigen beschreibt, die Jesus feiern, Jesus als orientalischen König huldigen, der aber auf einem Esel daher reitet (über den Esel als Last- und Friedenstier statt eines Pferdes, als Kriegs- und Paradetier könnten wir auch reden, heute aber nicht). Also zurück zu den Menschen, die Jesus bejubeln. Das Wort im griechischen Text hat viele Bedeutungen und alle bieten einen spannenden, aber teils sehr verschiedenen Blick auf die Geschichte. Zunächst wird es tatsächlich in den meisten Bibelübersetzungen mit Volk übersetzt, da lesen und hören wir natürlich unweigerlich sofort eine große Anzahl von Menschen hinein, da denken wir „Mehrheit“ und eigentlich alle. Dies wird dann nur von der Feststellung in der Geschichte in Frage gestellt, dass die Menschen in der Großstadt Jerusalem nicht so recht wussten, was da vor dem Stadttor gerade passiert, dabei sind sie ja genauso teil des Volkes. Tatsächlich hat das Wort im griechischen Text erstmal andere Bedeutungen als Volk, nämlich erstmal nur „unbestimmte Menge Menschen“, und schon klingt die Geschichte ganz anders: Eine große Menge (also bei weitem nicht alle, vielleicht auch nur eine laute Gruppe, aber keine Mehrheit!), feiert da diesen Propheten Jesus. Die Mehrheit, die meisten Menschen, die vielleicht am Stadttor ihrem Alltag nachgingen waren von dem was dort geschah eher verwundert, begegneten dem vielleicht mit Unverständnis, sie fragen ja auch: Wer ist das? Damit steht in dieser Geschichte Jesus gar nicht mehr als der gefeierte Superstar im Zentrum. Es wirkt eher wie ein seltsamer Versuch Aufmerksamkeit zu erlangen.

Und dann gibt es noch eine wichtige Bedeutung des Wortes: Pöbel. Ein abfälliges Wort für die, die in einer Gesellschaft nichts zählen, die die nicht der wohlhabenden Norm entsprechen. Also nicht das Volk, nicht die große Menge sondern der Pöbel feierte Jesus. Also diejenigen, die in der Antiken Großstadt keine Machtposition, keine wirtschaftlichen Möglichkeiten hatten – sie waren vielleicht Ungebildete vom Land, sie waren Sklavinnen und Menschen, die aus dem Ausland geflohen waren und unter unwürdigen Bedingungen leben mussten. Es waren Verbrecher, es waren die Letzten der Gesellschaft.

Manchmal ist es ein kleines Wort, was die Geschichte verändert. Jede Bedeutung gibt der Geschichte von Jesu Ankunft in Jerusalem, von Gottes Erscheinen in der Welt eine besondere Note. Unsere Aufgabe heute ist es zu entscheiden, was uns in dieser Geschichte heute mit unseren Erfahrungen, mit unserer Gesellschaft Hoffnung gibt.

Jede Art die Geschichte zu lesen schenkt Hoffnung, weil Gott in diese Welt kommt und jede Art diese Geschichte zu lesen verwandelt unsere Welt heute schon. Was ist es für Sie? Wie gehen Sie in diese Adventszeit? Welche Türen machen Sie auf?

Wir freuen uns auf die Zeit mit Ihnen, auf die Vorbereitungen für Gottes Ankunft in der Welt,

Herzliche Grüße
Ihre Pfarrer*innen
Maraike Heymann
Tovja Heymann

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26 Nov
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Neuer Gemeindebrief

Ab sofort steht der neue  Gemeindebrief (Dezember 2024 bis Februar 2025) Gemeinde Hanau-Kesselstadt zum Lesen und runterladen bereit.

Bitte beachten Sie die zahlreichen Termine  u.a. zu den Gottesdiensten zu Weihnachten, Konzert der New Orleans Connection und Weihnachtskonzert der Otto Hahn Schule, Weltgebetstag, Entwidmung Christuskirche und Pfr. Raben geht in Ruhestand…

Bitte beachten: Das Herunterladen funktioniert derzeit nur, wenn Sie auf „Weiterlesen“ klicken und dort dem Link folgen…

Die meisten Termine finden Sie auch im Kalender auf unsere Startseite 

Viel Spaß beim Lesen.

 

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Totensonntag - Erinnerungssonntag
23 Nov
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Sonntagsgruß zum Totensonntag

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Erinnerung an die Menschen, die wir verloren haben, kann viele verschiedene Formen annehmen. Die Kaffeetasse, die mir meine Mutter aus dem Urlaub mitgebracht hat, hat seit ihrem Tod eine neue Bedeutung für mich. Die Kerze, die neben dem Bild meiner Großeltern steht, ist, wenn sie brennt, mehr als ein Stimmungslicht im Raum. Die Floskel, die ich unversehens benutze, habe ich doch von meinem Opa, oder? Manche Menschen pflegen ihre Erinnerung, indem sie das Grab besuchen. Andere suchen Orte auf, die dem oder der Verstorbenen etwas bedeutet haben. Und wieder andere feiern miteinander fröhlich Weihnachten und wissen: Genauso hätte die Oma das gewollt.

Eine Sache eint all diese unterschiedlichen Arten sich zu erinnern: Dabei wird nicht nur etwas Vergangenes wie eine Vokabel ins Gedächtnis gerufen, sondern im Hier und Jetzt passiert etwas. Es ist meine Hand, die von der Kaffeetasse gewärmt wird, genauso wie die meiner Mutter. Das Licht neben dem Rahmen lässt die Gesichter im Bild heller leuchten, macht sie geradezu lebendig. Es ist meine Alltagssprache, in die sich mein Opa mischt – auch wenn ich vielleicht etwas ganz anderes zu sagen habe als er. Am Grab lege ich welke Blätter beiseite und ich höre, ob heute ein Vogel singt. Das Ausflugsziel ist kein Ort stiller Andacht, sondern vom Geklapper von Geschirr erfüllt. Und Weihnachten wird es Jahr für Jahr nicht in der Wiederholung, sondern indem Vertrautes und Aktuelles ineinander greifen.

Aber auch unsere menschliche Erinnerung ist endlich. Man sagt, nach drei Generation versiegt die mündliche Überlieferung. Und manchmal geht es noch schneller: Da hatte jemand keine Kinder und Enkel und Enkelinnen. Oder jemand hat sich mit der Familie zerstritten. Und es gibt auch Erfahrungen mit Menschen, bei denen es sich heilsam anfühlt, wenn “Gras darüber wächst”, wenn “Zeit ins Land geht.”

Am Totensonntag erinnern wir in den Kirchen an die Menschen aus unserer Gemeinde, die innerhalb des letzten Jahres verstorben sind und von denen wir uns verabschiedet haben. Es tut gut, Erinnerung zu pflegen. Nicht nur privat, sondern auch in größerem Rahmen. Und es tut auch gut, wenn wir uns daran erinnern, dass unsere Erinnerung nicht “ausreichen” oder “genügen” muss, sondern dass wir auf Gottes Erinnerung setzen.

Für die Propheten und Prophetinnen in unserer Bibel ist die Erinnerung Gottes kein trübes, aufgewärmtes “Es war einmal…” Sondern nichts weniger als Rettung, Heilung, Schöpfung. Bei Gottes Erinnerung handelt es sich um ein kraftvolles, wirksames Unterfangen! Eben auch hier Erinnerung, die nicht Vergangenes konserviert, sondern als Gegenwart lebendig ist. Christinnen und Christen vertrauen darauf, dass Gott sich an uns und an die, die uns etwas bedeutet haben, erinnert. Und das bedeutet: Gott schenkt Leben über den Tod hinaus.

Vielleicht sehen wir uns am Sonntag in Niederdorfelden oder Gronau, um ein wenig Erinnerung in der Gegenwart aufleben zu lassen. Und auch wenn nicht, denken wir an Sie und wünschen wir Ihnen in diesen Novembertagen Zeit für Erinnerungen an die Menschen, die Ihnen lieb und teuer waren – oder sind.

Herzliche Grüße
Ihre Pfarrer*innen
Maraike Heymann & Tovja Heymann

24.11.2024 – Totensonntag in unseren Gemeinden
Gottesdienst mit Pfarrerin Dr. Maraike Heymann

Wir entzünden Lichter und denken an die Verstorbenen. Hinterher gibt es bei Tee und Kaffee Gelegenheit zum Austausch.

10h Kirche Niederdorfelden
15h Kirche Gronau

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22 Nov
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Schenken und gleichzeitig Gutes tun

Förderkreis Marienkirche 2.0 bietet Geschenksets und Kalender.

Hanau. Pünktlich zum Beginn der Adventszeit beginnt für viele wieder die Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk. „Wir bieten Geschenke, die Freude machen können und gleichzeitig Gutes bewirken“, sagt Pfarrer Horst Rühl und freut sich auf damit verbundene
Einnahmen zur weiteren Förderung der Marienkirche.

Zur großen Palette gehören Präsente wie die beliebten Schokotaler aus regionaler Produktion, die original Dachschiefer mit Gravur sowie ausgesuchte ökologische Weine. Prunkstück ist ein immerwährender Kalender mit Motiven der historischen Glasmalereien der Marienkirche. „Unsere ehrenamtlichen Helferinnen Dr. Stefanie Keilig und Ruth Wehrkamp haben mit viel Liebe Geschenksets in verschiedenen Preiskategorien zusammengestellt und festlich verpackt“, verrät Rühl. Kalender, Geschenke und Geschenksets können am Rande aller Veranstaltungen von Marienkirche 2.0 erworben werden. Alle Geschenke sind auch im Hanau aufLaden in der Nürnberger Straße 31-33 erhältlich, dort können sie individuell zusammengestellt werden.

Seit der Gründung vor 16 Monaten hat der Förderkreis Marienkirche 2.0 mit einer Vielzahl an Aktionen und Veranstaltungen Spenden für die Sanierung der historischen Kirche im Herzen der Altstadt gesammelt. Fast 300.000 Euro sind dabei bereits zusammengekommen. Rühl ist sich sicher, dass der Förderkreis die anvisierten 500.000 Euro zusammenbringen wird. „Alle Spenden und Verkaufserlöse, die noch bis Jahresende bei uns eingehen, werden noch einmal durch den Kirchenerhaltungsfonds verdoppelt“, fasst der Förderkreisvorsitzende
zusammen. „So kann man mit den Weihnachtsgeschenken gleich doppelt Gutes tun.“

Mehr zu Marienkirche 2.0 unter www.marienkrichezweipunktnull.de

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22 Nov
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„Luther Reloaded“ – ein voller Erfolg

Rund 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene genossen die Angebote in der Marienkirche in der Woche um den Reformationstag.

Lautes Hämmern hinter dem Kirchenportal ist in Baustellenzeiten nichts Ungewöhnliches. In der letzten Oktoberwoche hatte dies jedoch einen besonderen Grund: Passend zum Reformationstag konnten alle Gäste hier ihre eigenen Vorstellungen, wie eine moderne und
offene Kirche sein soll, als These an eine aufgestellte Kirchentür nageln. Das war nur eine von vielen Mitmach-Aktionen unter dem Titel „Luther Reloaded“.

Dazu gab es die Bibelausstellung mit zwei in Hanau im 17. Jahrhundert gedruckten Bibeln, das OrgelMärchen, einen Stationenlauf mit der Möglichkeit, wie zu Luthers Zeiten zu schreiben oder eine Bibelseite mit der Handpresse zu drucken. Sehr beliebt war der geheimnisvolle EscapeRoom, der zu allen angebotenen 16 Terminen ausgebucht war. Im Reformationsgottesdienst wies der alte Pfarrer Adolph Arbogast (1523) bei seinem plötzlichen Erscheinen die heutigen Kollegen darauf hin, in verständlichem Deutsch mit den der Gemeinde zu reden, was vielen Menschen im Gottesdienst ein Lachen abforderte. Am Sonntag darauf kam eine große Kinderschar in einem für Familien gestalteten Gottesdienst zum Zug. Pfarrerin Kerstin Schröder und Pfarrer Horst Rühl brachten gemeinsam ihre große Freude an der erlebnisreichen Woche zum Ausdruck und sagten: „Ohne die tatkräftige Unterstützung der großen Zahl der freiwillig Engagierten, die hier wieder mit viel Herz und Leidenschaft zupackten, wäre das alles nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die bei ‚Luther Reloaded‘ mitgeholfen haben.“ Dabei schlossen sie alle Aktivitäten von Vorbereitung und Aufbau über die Dienste in der Durchführung bis zum
reibungslosen Abbau aller Ein- und Aufbauten in der Kirche ein.

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Gruppenbild Gospelchor
22 Nov
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Int. Gospel-Gottesdienst mit „Just Friends – Choir and More“

Sonntag, 24. November, 18.00 Uhr Marienkirche

Am kommenden Sonntag um 18.00 Uhr findet in der Marienkirche der nächste internationale Gospel-Gottesdienst der Stadtkirchengemeinde Hanau statt. Musikalisch prägen wird der Gospelchor „Just Friends – Choir and More“ aus Wächtersbach unter der Leitung von Christian Kling. Der Chor wird im Anschluss an den Gottesdienst gegen 19.30 Uhr noch weitere Gospels konzertant zu Gehör bringen. Dazu ist öffentlich eingeladen.

Der Eintritt ist frei.

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