Station 5 – neu anfangen

Katharina von Bora Haus, Hinserdorfstraße

Ankommen

Wir stehen hier unter einem Baum.

In einigen Jesusgeschichten kommt ein Baum vor.

Was meint ihr, welche Jesusgeschichte hätte sich vielleicht hier abgespielt, wenn Jesus nach Langenselbold gekommen wäre?

Die Geschichte von Zachäus. Zachäus war ein Zollbeamter.

Früher musste jeder, der in eine andere Stadt reiste, um dort Geschäfte zu machen, dem Zollbeamten oder Zöllner am Stadttor Zoll, also Geld bezahlen.

Ähnlich wie heute am Flughafen. Wenn jemand bestimmte Waren aus dem Ausland mitbringt, muss er Zoll bezahlen. Tut er das nicht und wird erwischt, muss er Strafe zahlen.

Dieser Zollbeamte namens Zachäus hat den Leuten aber oftmals zuviel Geld abgenommen und e  in die eigene Tasche gesteckt. Deshalb war er nicht besonders beliebt, wie ihr euch denken könnt. Er war also ein kleiner Betrüger.

Doch was hat das mit dem Baum zu tun?

Zachäus war etwas klein gewachsen und konnte immer nichts sehen, wenn was los war, weil die Großen ihm die Sicht versperrten und ihn auch nicht durchließen.

Und als Jesus in die Stadt kam wollte er das auf keinen Fall verpassen und kletterte kurzerhand auf einen Baum. Von hier konnte er alles beobachten. Er war auch schon ganz aufgeregt.  Und da kommt Jesus – und plötzlich verändert sich sein ganzes Leben. Wie das?  Hört gut zu, wir lesen euch die Geschichte jetzt aus der Bibel vor. Ich bin gespannt, ob ihr herausfindet, wie und was sein Leben verändert hat.

Nachlesen

Lukasevangelium 19,1-10

1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch.

2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich.

3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt.

4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.

5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.

6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.

7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.

8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.

9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn.

10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Fragen

Was ist eigentlich ein Zöllner und warum reagiert die Menge so negativ?

 

Die Menschen, die an einer Zollstation arbeiteten, standen in dem Ruf die Leute zu betrügen, ihnen zu viel Geld abzunehmen und sich selbst zu bereichern. Ausgerechnet bei so einem „Sünder“ kehrt Jesus ein – nicht bei dem Priester oder Schriftgelehrten.

Könnt ihr euch vorstellen, was das für eine Aufregung war?

Versetzt euch mal in ihre Lage!

Was haben die Leute wohl gedacht oder auch laut gesagt? –

Erfahrungen

Der Zöllner hat sich verändert. Er räumt Fehler ein und kommt auf uns zu. Er bittet um einen neuen Anfang.

Wie reagieren wir, wenn sich plötzlich jemand aus unserem Umfeld

total verändert?

Wenn er auf einmal freundlich und hilfsbereit ist?

 

Und wenn wir Zachäus sind:

Wie reagieren wir, wenn wir spüren, uns ist eine Last abgenommen worden, uns wurde vergeben. Nutzen wir die Chance eines Neuanfangs?

Eigene Erfahrungen? –

Spielen

Geschichte nachspielen!

Zöllner: neugierig, versucht alles, um Jesus zu sehen, freut sich riesig,

nimmt ihn auf mit Freuden, verändert sich schließlich und will alles besser machen im Leben

Leute:  böse Gesichter, murren, wollen es nicht fassen, wieso ist er

bei einem Sünder eingekehrt?

Weiterdenken

Wir sind hier ganz verschiedene Persönlichkeiten, jeder auf seine Art.

Eins haben wir gemeinsam: Gott liebt jeden von uns; er will alle zu sich ziehen und klopft immer wieder bei uns an.

Hören wir hin? Lassen wir ihn ein?

Fühlen wir uns selbstsicher und denken, wir wären doch schon gut genug?

Möchten wir gefunden werden?

 

Hören wir hin, wenn sich unser Gewissen meldet? Gehen wir den Weg, von dem wir glauben, es sei der richtige? Oder fühlen wir uns selbstsicher und denken: wird schon schiefgehen, was soll ich lange überlegen, Hauptsache, mir geht es gut!

Möchten wir denn, dass Gott unser Herz anspricht?

Möchten wir nachdenken – und an den anderen denken?

Beten

Guter Gott

Lass mich aufmerken, wenn Du mich rufst und an meine Herzenstür klopfst,

hilf mir, mich zu verändern und den rechten Weg zu gehen.

Bewahre mich vor Überheblichkeit und

richte meine Gedanken und Taten zum Guten aus.

Ich danke dir, dass du mich nicht verloren gibst

und mich immer wieder findest. Amen

Singen

Aus dem Evangelischen Gesangbuch:

Herr gib mir Mut zum Brückenbauen EG: 628

Wo ein Mensch Vertrauen gibt. EG: 630

Mitnehmen

Smiley-Aufkleber verteilen zum Verschenken, wenn man meint, man müsste jemand etwas Nettes sagen. Vielleicht an jemanden, mit dem wir gerade nicht so gut auskommen.

Alternativer Bibeltext

Einmal kam Jesus in eine Stadt. In der Stadt wohnte ein Mann. Der Mann hieß Zachäus. Der Beruf von Zachäus war Zöllner. Zöllner mussten bei den Leuten Geld für den Kaiser einsammeln. Meistens sammelten die Zöllner bei den Leuten zu viel Geld ein.
Auch Zachäus sammelte von den Leuten zu viel Geld ein. Damit Zachäus das Geld für sich selber behalten konnte. Davon war Zachäus reich. Die Leute waren wütend auf Zachäus.

Als Jesus in die Stadt kam, wollten alle Menschen Jesus sehen. Zachäus wollte Jesus auch sehen. Aber Zachäus war klein. Und es war ein großes Gedränge. Zachäus konnte gar nichts sehen. Da hatte Zachäus eine Idee. Zachäus kletterte auf einen Baum. Auf dem Baum konnte Zachäus Jesus gut sehen. Jesus kam bei dem Baum vorbei. Jesus guckte nach oben. Jesus konnte Zachäus im Baum sehen.

Jesus sagte: Zachäus, komm schnell runter. Ich möchte dich heute besuchen. Ich möchte in deinem Haus essen. Zachäus freute sich. Zachäus kletterte schnell vom Baum herunter. Zachäus nahm Jesus zum Essen mit nach Hause.

Da wurden die anderen Leute wütend. Die anderen Leute sagten: Das ist gemein von Jesus. Jesus geht zu Zachäus zum Essen. Jesus tut so, als ob Zachäus ein freundlicher Mann ist. In Wirklichkeit ist Zachäus ein Betrüger.

Aber Zachäus war sehr glücklich. Weil Jesus zu Besuch war. Und weil Jesus zu Zachäus freundlich war. Zachäus merkte, dass Jesus von Gott kommt. Zachäus sagte zu Jesus: Jesus, ich habe den Leuten zu viel Geld weggenommen. Das will ich den Leuten wieder zurückgeben. Und den armen Leuten will ich Geld schenken.

Jesus freute sich. Jesus sagte zu Zachäus: Gut, dass ich zu dir gekommen bin. Jetzt merkst du selber, dass du ein gutes Herz hast. Jetzt tust du selber gute Dinge. Deswegen bin ich von Gott zu den Menschen gekommen. Damit ich die Menschen besuche. Und damit die Menschen merken, dass sie ein gutes Herz haben. Und gute Dinge tun können.

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