Aktuelles

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Jetzt ist es passiert: Da wandere ich wie an jedem Morgen mit dem Hund durch die Roßdorfer Gemarkung und gehe, wie ich das oft tue, im Kopf durch, was der Tag so bringen wird und was alles zu erledigen ist, als mir siedend heiß einfällt, dass etwas Wichtiges fehlt.

Es ist Mittwoch – und ich habe nichts für unseren medialen Auftritt „Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice“ geschrieben. Vor lauter Parallelverpflichtungen auf dem Schreibtisch ist mir das einfach durchgerutscht. Kann passieren, ist menschlich, ärgert mich aber doch.

 

Nun ist so ein Spaziergang bestens dazu geeignet, seine Gedanken zu bündeln und nachzudenken, so manche Predigt ist auf diese Weise schon entstanden, und dazu nutze ich dann auch die verbleibende Zeit bis ich wieder vor meiner Haustür stehe.

 

Die Erkenntnis meines Nachdenkens will ich gern mit euch teilen. Es ist schon irgendwie bedenklich, dass so ein „Vergessens-Lapsus“ so kurz nach dem Urlaub geschieht. Aber es zeigt mir, dass ich auch im Alltag bewusster darauf achten muss und will, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

Zugegeben, das geht das nicht immer, weil manchmal alles gleichzeitig geschieht und eigentlich immer mehrere Aufgaben in Bearbeitung sind, und trotzdem ist es nötig, damit man nicht wie in einem Hamsterrad dem Leben hinterherläuft, sondern bewusster das Hier und Jetzt erlebt.

 

Eine kleine Erzählung hilft mir dabei, mich zu erden:

Ein in Meditation erfahrener Mann wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könnte. Er sagte:

„Wenn ich stehe, dann stehe ich.

Wenn ich gehe, dann gehe ich.

Wenn ich sitze, dann sitze ich.

Wenn ich esse, dann esse ich.

Wenn ich spreche, dann spreche ich.“

 

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: „Das tun wird auch, aber was machst du darüber hinaus?“ Er sagte wiederum:

„Wenn ich stehe, dann stehe ich.

Wenn ich gehe, dann gehe ich.

Wenn ich sitze, dann sitze ich.

Wenn ich esse, dann esse ich.

Wenn ich spreche, dann spreche ich.“

 

Wieder sagten die Leute: „Das tun wir doch auch.“ Er aber sagte zu ihnen. „Nein,

wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon.

Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon.

Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“              

(Einem Zen-Mönch zugeschrieben)

 

 

Also immer schön einen Schritt nach dem anderen.

 

Herzlich grüßt Sie und Euch

Pfarrerin Christine Binder

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Der Alltag hat mich wieder! Nach fast 4 Wochen Urlaub bin ich zurück im Homeoffice und natürlich auch im Dienst.
So ein richtiges lokales „Zurück“ war es gar nicht, denn ich bin dieses Jahr nicht so weit gekommen wie sonst. Macht aber nichts, denn ich habe stattdessen quasi im heimischen Umfeld eine Vitaminkur gemacht.
Vitamine, das ist ja allgemein bekannt, sind ungemein wichtig. Konzentriert habe ich mich beim Kuren auf die Vitamine C, D und S. Nein, das ist kein Tippfehler, aber dazu gleich mehr.

Vitamin C: Kirschen, Erdbeeren, Johannisbeeren…. Davon gab es in diesem Jahr reichlich. Sowohl zur inneren Anwendung von der Hand in den Mund, als auch zur externen Verarbeitung vom Baum ins Glas, respektive in die Flasche. Da ich sonst in dieser Jahreszeit selten im heimischen Garten bin, habe ich diesmal wie eine Weltmeisterin Sauerkirschen eingemacht, denn es gab so absurd viele, dass man gar nicht mehr wusste, was man noch damit tun soll.
Dieser Umstand und lange morgendliche Touren mit dem Hund haben meinen Vitamin D-Haushalt endlich mal ohne Paralleleinnahme von Tabletten in Richtung Normalwert gebracht. Ich habe sogar Beweise in Form von kalkweißen Abdrücken an meinem Uhrenarm.

Tja, und dann war da noch Vitamin S. Das ist mein Seelen-Vitamin und steht für alles, was guttut. Und Vitamin S als Seelen-Vitamin hat auch eine spirituelle Komponente. An jedem Tag habe ich mir einen kleinen geistlichen Impuls gegönnt. Völlig zweckfrei und nur für mich. Ich habe viele Psalmübertragungen gelesen und an manchen Tagen auch nur die Tageslosung oder einen schönen Text in einem immerwährenden Kalender.

Der Kirchenvater Augustinus hat geschrieben „Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.“

Recht hat er. Und es ist wichtig, bei allem, was wir sonst so tun, die Seelennahrung nicht zu vergessen. Denn ich glaube, eine zufriedene Seele, kann besser mit den Widrigkeiten des Lebens umgehen.

Also vergesst nicht, Vitamin S zu nehmen.

 

Herzlich grüßt Sie und Euch

Pfarrerin Christine Binder

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Endspurt, es ist nicht mehr lang bis zu den „Großen Ferien“. Ich sehne mich in jedem Jahr nach dieser heilsamen Unterbrechung meines Alltags.
Im Corona-Jahr wird der Urlaub anders sein – das glaube ich schon. Aber das Essentielle wird es trotzdem geben:

Die inneren Akkus aufladen, Zeit für mich und die Dinge, die ich gern tue, Nichts-Tun, Leben ohne Uhr und Handyterminkalender. Es ist eine traumhafte Vorstellung und sie ist zum Greifen nah.

Mit Worten von Hans Dieter Hüsch wünsche ich euch allen erholsame Sommertage.

Bleibt behütet und gesund!

 

Eure Christine Binder

 

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin

im meinem kleinen Reich?

Ich sing und tanze her und hin

vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin

an vielen dunklen Tagen?

Es kommt ein Geist in meinen Sinn,

will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert

und mich kein Trübsinn hält?

Weil mich mein Gott das Lachen lehrt

wohl über alle Welt.

 

(Hans Dieter Hüsch nach Ps. 126)

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Es ist wieder Kurswoche in Kassel (meine letzte) und weil ich nicht vor Ort bin, gibt es „Konserven“ für euch.
Heute auf dem Menu – eines meiner absoluten Lieblingsge
dichte von Joachim Ringelnatz.

Weil jetzt Sommer ist und weil diese Wolkenzupferei, von der er schreibt, so gut tut.

 

Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
das durch den sonnigen Himmel schreitet.
und schmücke den Hut, der dich begleitet,

mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und laß deine Melodien lenken
von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz

 

Sommerfrische Grüße und bleibt behütet.

Ihre und Eure Christine Binder

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Was in den letzten beiden Wochen durch die mediale Berichterstattung in mein Wohnzimmer gespült wurde, hat mich ganz schön nachdenklich gemacht.

Da stirbt ein Mann bei einem gewalttätigen Polizeieinsatz, da entladen sich Wut und Verzweiflung darüber in nicht ganz so friedfertigen Demos und auch hierzulande gehen Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität zu bekunden und ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Die schreckliche Tat von Hanau, die schon so ein bisschen aus dem Blickfeld geraten war, ist mir plötzlich wieder ganz präsent.

Und ich habe mich in all dem an ein altes Bild erinnert, das ich für den Kunstunterricht in der 10. Klasse malen musste. Es ging um die Verknüpfung von Wort und Bild. Ich finde, in ihm steckt einiges davon, was mich gerade beschäftigt.

BILD 1

 

Heute würde ich es vermutlich an manchen Stellen anders malen.

BILD 2

 

NEIN zu Rassismus.

NEIN zu Hass und Gewalt.

NEIN zu Ausgrenzung.

JA zu einer toleranten, bunten, vielfältigen Gesellschaft.

 

Nachdenkliche Grüße.

Ihre und Eure
Pfarrerin Christine Binder

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Hallo, da bin ich wieder – von Pfingsten und einem tollen „Autogottesdienst“ erfüllt, und mitten in einer Fortbildung, gibt es einen Text, der mir über den Weg gelaufen ist, und den ich mit Ihnen und Euch teilen will.

Hoffnung
Man muss ihn pflücken,
den Zweig der Hoffnung,
um ihn mit Muße zu betrachten,
um seine filigrane Schönheit zu bewundern,
um seinen zarten Farben wahrzunehmen.

Man muss ihn pflücken,
denn Zweig der Hoffnung,
um etwas in der Hand zu haben,
gegen die Ungewissheit,
gegen die Tränen,
gegen die Sinnlosigkeit des Alltags.

Man muss ihn pflücken,
den Zweig der Hoffnung,
damit neue Wege möglich sind,
damit die Angst keine Augen mehr hat,
damit die Mauern durchlässig werden.

Man muss ihn pflücken,
den Zweig der Hoffnung,
um fester auftreten zu können,
um Schönes besser erkennen zu können,
damit auch Unscheinbares den Weg
weisen kann.

Hedwig Vogler

Hoffnung und Zuversicht wünsche ich uns allen.
Ihre und Eure
Pfarrerin Christine Binder

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Für eine Frau bin ich ziemlich technikaffin. Ob Smart-Home oder Phone oder einfach nur der schnöde Fernseher mit Internetanbindung– ich bin dabei und will verstehen, wie es funktioniert, es bedienen und programmieren können.

Corona hat gerade in Bezug auf Technik und digitale Medien nicht nur schlechte Seiten und mir eine tolle Möglichkeit geboten, mal wieder neue Hardware anzuschaffen und mich in ein neues Themenfeld hineinzuarbeiten.

Seit Corona arbeite ich wirklich im Arbeitszimmer und nicht mehr nur am Esszimmertisch, wie ich das jahrelang sehr praktisch fand.

Seit Corona steht mein Schreibtisch im Arbeitszimmer in einem perfekten Lichteinfallwinkel und wird ergänzt durch ein Ringlight über mir – damit Videokonferenzen im Halbdunklen immer noch ordentliche Bildqualität haben und mein Hautton von „müde“ auf „topfit“ beleuchtet werden kann.
Seit Corona arbeite ich an einem großen Bildschirm mit ordentlicher Webcam – das ist eindeutig rückenfreundlicher als am Laptop zu sitzen und mehr sehen kann man auch noch.

Meine liebste neue Anschaffung seit Corona ist aber der „Greenscreen“, ein riesiges grasgrünes Moltontuch, das jetzt hinter mir hängt.
Seit ich in die für mich relativ neue Welt der Videokonferenz eingetaucht bin und mich mit ihren Möglichkeiten beschäftigt habe, war klar, so ein Ding muss her.

Den meisten dient ein „Greenscreen“ als Möglichkeit, das Chaos, das hinter ihnen zu sehen ist, einfach verschwinden zu lassen.

Dieses Problem habe ich nicht, denn hinter meinem Schreibtisch ist einfach eine weiße Wand, die einen wirklich brauchbaren Hintergrund abgibt, aber der „Greenscreen“ lässt mich sogar in anderen Wirklichkeiten erscheinen.
Für die seriöse, dienstliche Videobesprechung in einem ansprechenden, aufgeräumten Wohnzimmer oder einem stylischen Loft. Wenn ich es schön brauche, auch an einem Strand oder wahlweise in einer beruhigenden Landschaft. Je nach Programm geht noch mehr. Von „Golden Gate“ über eigene Urlaubsbilder bis bunte Ballons ist ziemlich viel zu holen.

Schöne neue Technikwelt, die mir derzeit Unverfügbares so nahe holt, und mich für einen Moment an wunderbaren Orten sein lässt.

Vielleicht ist das Pfingstfest mit der Ausgießung des Heiligen Geistes ja auch eine Art „Greenscreen“, der uns etwas eigentlich Unverfügbares ganz nahebringt?

Frohe Pfingsten!

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Es ist guter Brauch, dass die katholische und evangelische Pfarrerschaft in Bruchköbel sich bei Gemeindebriefandachten abwechselt.

Ich war auch mal wieder dran. Weil die Andacht aber nicht mehr in unseren „Kleinen Gemeindebrief“, der in diesen Tag erscheint, hineingepasst hat, dachte ich mir, wir können sie auch auf diesem Weg teilen:

Zwei Dinge habe ich in den letzten Wochen, die so anders waren, besonders intensiv getan: Aufräumen und Nachdenken. Denn plötzlich hatte ich viel mehr Zeit im Haus als ich das sonst so kennen.

Erstaunlich, was sich so im Lauf der Zeit ansammelt, was man vergisst und dann wiederentdeckt.

Das äußere Aufräumen hat mir gutgetan und im Nachdenken ist es mir auch zu einem inneren Aufräumen geworden.
Denn mit jedem Stück, das ich in die Hand genommen habe, verband sich nicht nur die Frage, ob es wichtig oder noch zu brauchen ist, sondern auch das Nachsinnen darüber, was mir wirklich wichtig ist – und das meine ich nicht nur materiell.

Am Ende war der Karton „darf bleiben“ in jedem Fall deutlich kleiner als die Säcke, die das Haus verlassen mussten.
Ich war schon überrascht, wie wenig nötig ist, dass ich zufrieden und ganz bei mir sein kann.

Ich habe mich darauf besonnen, welche Schätze an Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen ich bisher im Leben gesammelt habe, von denen ich mich gerade dann, wenn es schwer und beängstigend wird, stärken lassen.

Von einem Schatz, genauer gesagt einem Schatzkästchen erzählen auch die Brüder Grimm in dem Märchen „Der goldene Schlüssel“:

„Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, mußte ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bißchen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müßte auch das Schloß dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. “Wenn der Schlüssel nur paßt!” dachte er, “es sind gewiß kostbare Sachen in dem Kästchen.” Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, daß man es kaum sehen konnte. Er probierte und der Schlüssel paßte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.“

Ich glaube, jeder von uns hat so ein Schatzkästchen, in dem wunderbare, kostbare Sachen liegen.

Einen meiner Schätze will ich mit Ihnen teilen. Es ist mein Ordinationsspruch aus dem Prophetenbuch Jesaja: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Jes 41,10

Dass Sie Ihre Lebens-Schätze entdecken können und sie Ihnen Zuversicht und Stärke geben, wünsche ich Ihnen.

Ihre Pfarrerin

Christine Binder

Sonntag, 17. Mai 2020

Eine kleine Liturgie zum Sonntag Rogate

zum Feiern und auch zum Mitnehmen.

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. Ps 66,20

KW 741 Psalm 102

Herr, höre mein Gebet

und laß mein Schreien zu dir kommen!

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not,

neige deine Ohren zu mir;

wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!

Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch,

und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer.

Ich bin wie die Eule in der Einöde,

wie das Käuzchen in den Trümmern.

Ich wache und klage

wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

Meine Tage sind dahin wie ein Schatten,

und ich verdorre wie Gras.

Du aber, Herr, bleibst ewiglich

und dein Name für und für.

Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen;

denn es ist Zeit, daß du ihm gnädig seist,

und die Stunde ist gekommen.

Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,

der Herr sieht vom Himmel auf die Erde,

daß er das Seufzen der Gefangenen höre

und losmache die Kinder des Todes,

daß sie in Zion verkünden den Namen des Herrn

und sein Lob in Jerusalem,

wenn die Völker zusammenkommen

und die Königreiche, dem Herrn zu dienen.

Evangelium: Lukas 11, 5-13

Der bittende Freund

5 Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote;

6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann,

7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben.

8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

Zuversicht beim Beten

9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange?

12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion?

13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Gedanken

Der Sonntag Rogate – übersetzt heißt das „Betet!“- widmet sich ganz diesem Thema.

Mit dem „Vaterunser“ als Predigttext für diesen Sonntag rückt das Gebet des Herrn ganz in den Mittelpunkt.

Beten kann mir so viel geben. Und nicht nur in der Not, wie die Leute so sagen.

Im Gebet hat alles einen Ort: das Schöne und das Schwere, die Freude und der Dank.

Im Gebet komme ich zur Ruhe und vor allem in Kontakt mit Gott.

Wie gut, dass wir in ihm ein Gegenüber haben, das auch die Wut und die Verzweiflung, die Not und die Angst aushalten kann.

Es ist auch gar nicht wichtig, wie ich bete, ob mit geliehenen oder eigenen Worten, oder wo ich bete, in der Kirche, zuhause oder einfach da, wo ich gehe oder stehe, ob ich mein Gebet singe oder es in meinem Kopf geschieht. Nur aufrichtig und ehrlich muss ich es tun, mit ganzem Herzen.

Dann kann das Gebet entfalten, was in ihm steckt.

Und die Antwort?“, fragen mich manchmal Kinder. Antwortet Gott? Mir noch nicht, jedenfalls nicht so, wie man sich das vorstellt, dass da eine Stimme aus dem Himmel kommt, die mir Antwort gibt.

Aber doch so, dass ich in mir spüre, dass etwas anders ist. Jedes Mal, wenn ich das, was mich bewegt, Gott anvertrauen kann, wird etwas in mir weiter, wärmer, tiefer, leichter… und ich getragen.
Dann kann ich spüren – Gott ist da. Das ist für mich mehr als genug.

(Christine Binder)

Fürbittengebet

In dir sein, Gott, das ist alles.

Das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende.

Die leiblichen Augen schließen,

die Augen des Herzens öffnen

und eintauchen in deine Gegenwart.

Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen

und vertraue mich dir an.

Ich lege mich in dich hinein

wie in eine große Hand.

Ich brauche nicht zu reden, damit du mich hörst.

Ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt.

Ich brauche dich nicht zu erinnern

oder dir zu sagen, was in dieser Welt geschieht

und wozu wir deine Hilfe brauchen.

Ich will nicht den Menschen entfliehen

oder ihnen ausweichen.

Den Lärm und die Unrast will ich nicht hassen.

Ich möchte sie in mein Schweigen aufnehmen

und für dich bereit sein.

Stellvertretend möchte ich schweigen

für die Eiligen, die Zerstreuten, die Lärmenden.

Stellvertretend für alle, die keine Zeit haben.

Mit allen Sinnen und Gedanken warte ich,

bis du da bist

In dir sein, Gott, das ist alles,

was ich mir erbitte.

Damit habe ich alles erbeten,

was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.

Quelle: Jörg Zink: Wie wir beten können. Stuttgart (Kreuz Verlag) 1991, S.19.

Stilles Gebet

Vaterunser

Amen.

Segen

Der Segen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, sein in dir und um dich und begleite dich, wohin du auch gehst.

Amen.

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

Ich habe einen Vogel und wenn Ihr jetzt zustimmend mit dem Kopf genickt habt, habe ich sogar zwei. Um Nummer 2 geht es heute aber nicht.

Das reale Federvieh hat sich das Pfarrhaus als Balzzentrum ausgesucht und klopft sich fröhlich im Frühling in die Gunst eines Weibchens.

Igor, so habe ich ihn getauft, ist nämlich ein ganz Schlauer. Er hat verstanden, dass die Dämmung des Pfarrhauses in Kombination mit den Belüftungsrohren des Dachbodens, in die der doch recht große Vogel mit bewundernswerter Zielgenauigkeit einfliegt, einen tollen, nicht zu steigernden Sound ergibt, bei dem jeder andere Grünspecht vor Neid ganz blass wird.

Denn, so hat meine ornithologische Recherche ergeben, je lauter, desto toller ist der Specht und umso attraktiver für die Mädels.

Der Haken an der Sache: der Umstieg vom Baum auf die Pfarrhausdämmung treibt mich senkrecht aus dem Bett – an Arbeitstagen ist das nicht so problematisch, doch Igor klopft eben ganz konsequent und sehr pünktlich auch an freien Tagen und im Urlaub direkt an der Wand über meinem Schlafzimmer. Nix mit „lieblichem Schall“ – eher „hört mal, wer da hämmert“!


Nachdem er mich jetzt schon ca. 3 Jahre besucht, hat sich in unserer Beziehung aber deutlich etwas getan.

Wie ich anfangs zu ihm und seinen Störungen stand, erzähle ich besser nicht an dieser Stelle. Wenn ihr eine lebhafte Phantasie habt, könnt ihr es euch aber ausmalen.

Alle Gedanken an Vergrämung des Übeltäters führten zu der noch schlimmeren Einsicht, wenn er nicht mehr in die Rohre kommt, hackt er vielleicht Löcher in die Fassade – keine schöne Aussicht.

Heute haben wir beiden uns aneinander gewöhnt und pflegen ein „gentlebird-agreement“. Es begann damit, dass er einen Namen bekam, frei nach dem Motto „Mach den Feind zum Freund“. Da ich weiß, dass und wann er kommt, bin ich auch gar nicht mehr überrascht oder gar verärgert, wenn es bzw. er klopft.

Ich gehe dann zum Fenster und er geht mit dem Öffnen schon wieder auf Abflugposition. Mit einem „Moin Igor, hau ab“, hebt er dann tatsächlich ab und fliegt auf seinen Wohnbaum auf dem Friedhof. Dabei lässt er das typische Specht-Lachen hören. Heute lache ich mit ihm und das übrigens immer, wenn ich einen Specht höre.

Igor hat einen guten Anteil daran, dass ich mit Situationen, die einfach nur nervig sind, viel besser umgehen kann. Darauf einlassen, annehmen und darauf mit Maß und in Ruhe reagieren – das hat er mir beigebracht.

Vielleicht ist das nicht die schlechteste Strategie – gerade auch in Zeiten mit Corona.

 

Bleiben Sie, bleibt Ihr behütet und gesund!

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

Igor stand für eine Aufnahme leider nicht zur Verfügung, daher: Bild von TheOtherKev auf Pixabay

Sonntag, 10. Mai 2020

Eine kleine Liturgie zum Sonntag Kantate

zum Feiern und auch zum Mitnehmen.

Wochenspruch:

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Ps 98,1

KW 739 Psalm 98

Singet dem Herrn ein neues Lied,

denn er tut Wunder.

Er schafft Heil mit seiner Rechten

und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr läßt sein Heil kundwerden;

vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,

aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Jauchzet dem Herrn, alle Welt,

singet, rühmet und lobet!

Lobet den Herrn mit Harfen,

mit Harfen und mit Saitenspiel!

Mit Trompeten und Posaunen

jauchzet vor dem Herrn, dem König!

Das Meer brause und was darinnen ist,

der Erdkreis und die darauf wohnen.

Die Ströme sollen frohlocken,

und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;

denn er kommt, das Erdreich zu richten.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker, wie es recht ist.

Evangelium: Lukas 19,37-40

37 Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, 38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! 39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! 40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Fürbittengebet

Wir danken dir, Gott, für die Musik,

die uns froh macht, die uns hilft, dich zu loben.

Ein frohes und dankbares Lied fällt uns nicht immer leicht.

In unser Danken bricht oft die Klage,

in unsere Freude die Sorge.

Aber deine Treue ist alle Morgen neu, deine Liebe ist ohne Grenzen,

du bist bei uns auch in den Tagen der Not und der Anfechtung,

der Hoffnungslosigkeit und des Schmerzes.

Darum preisen wir deine Barmherzigkeit und singen dein Lob.

Wir denken auch an die Menschen,

denen Leid und Sorgen den Mund verschlossen haben;

die nicht singen, sondern seufzen;

die nicht loben, sondern weinen.

Wir denken an die Mutlosen, die Einsamen,

die Kranken, die Trauernden.

Wir bitten dich, barmherziger Gott:

Laß auch sie wieder einstimmen

in das Lied des Glaubens und der Hoffnung.

Segne den Dienst aller, die in der Kirchenmusik tätig sind,

daß ihr Singen und Musizieren mithelfe,

dein Rufen zu hören, deine Liebe zu verstehen,

deine Gnade anzubieten und dein Evangelium zu verkündigen.

Quelle: nach: Burkhardt Heim: Beten im Gottesdienst. Gebete mit der Gemeinde für jeden Sonn- und Feiertag. Neue Folge. Konstanz / Neukirchen-Vluyn (Edition Sonnenweg / Aussaat Verlag) 2.Aufl. 1973, S.97

Stilles Gebet

Vaterunser

Amen.

Segen

Es segne und bewahre dich Gott, der Allmächtige und der Barmherzige, Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice

 

Also ich bin dann mal ne Woche weg. Keine Auszeit, weit gefehlt, sondern die Fortbildung, an der ich schon seit Januar teilnehme.
Da Corona uns neue Wege gehen lässt, mache ich das jetzt nicht in Kassel, sondern praktischerweise von Zuhause aus. Digital und so, ein echtes Experiment.

Und weil neue Wege gerade irgendwie mein Thema sind, gibt es einen Wege-Segen für euch:

Du Gott des Weges segne uns

sei du der Traum

der Sehnsucht zeugt

sei du die Kraft,

die die Entscheidung trifft

sei du das Vertrauen

das sich stellt

segne den Aufbruch

behüte was ich zurücklasse

schütze das Neue das ich wage

begleite mich beim ersten Schritt

segne den Weg

gibt meinen Füßen Halt

sei mir Grund

stärke Geist und Leib

segne das Ankommen

sei du mein Ziel

richte meine Schritte auf dich hin aus

schenk mir den Mut zur Heimkehr in dir

Du Gott des Weges segne uns

umgibt uns mit deinem Segen

damit wir uns auf den Weg machen können

auf den Weg

zu dir und den Menschen

Andrea Schwarz

 

Bleibt behütet und gesund.

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

Sonntag, 3. Mai 2020

Eine kleine Liturgie zum Sonntag Jubilate

zum Feiern und auch zum Mitnehmen.

PSALM

Jauchzet Gott, alle Lande; lobsinget zur Ehre seines Namens;

rühmet ihn herrlich! Halleluja.

Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!

Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

Alles Land bete dich an und lobsinge dir,

lobsinge deinem Namen.

Kommt her und sehet an die Werke Gottes,

der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

Er verwandelte das Meer in trockenes Land,

sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen.

Darum freuen wir uns seiner.

Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,

seine Augen schauen auf die Völker.

Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.

Lobet, ihr Völker, unseren Gott,

laßt seinen Ruhm weit erschallen,

der unsere Seelen am Leben erhält

und läßt unsere Füße nicht gleiten.

Jauchzet Gott, alle Lande; lobsinget zur Ehre seines Namens;

rühmet ihn herrlich! Halleluja.

Ps 66,1-2; 3-9

Evangelium: Johannes 15, 1-8

Der wahre Weinstock

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Gedanken

Jubilate – jubelt. So ist dieser Sonntag benannt.

Er lädt uns ein in das Lob über die sich erneuernde Schöpfung einzustimmen, uns an die Schöpfungsgeschichte der Bibel zu erinnern und mit Freude zu entdecken, dass auch in der Auferstehung Jesu der Geist der Neuschöpfung steckt.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“, heißt es im Wochenspruch aus 2. Kor 5,17.

Jenen, die sich zu Christus halten, ist mehr verheißen als Trauer und Vergänglichkeit. Aus der Verbindung mit Jesus Christus wächst ihnen Kraft und Stärke zu, so wie es der Evangeliumstext herausstellt.

Jubilate – jubelt und freut euch über das, was Gott uns schenkt.

Nehmt euch heute doch einmal Zeit und bedenkt, was euch auch in dieser schwierigen Zeit, Grund zum Jubel und zur Freude gibt.

Denn das zu entdecken, kann zu einer großen Hilfe und Stärkung werden. Es ist ein Vorrat, aus dem wir uns bedienen können, und der sich auch mit anderen teilen lässt.
Bei der Suche kann euch vielleicht dieses Gedicht vom Mascha Kaléko eine Anregung sein:

Sozusagen grundlos vergnügt


Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen

Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.

Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,

Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
Dass Amseln flöten und Immen summen,

Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.

Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht

Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.

Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,

Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,

Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.

Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freu mich. Das ist des Lebens Sinn.

Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,

Die von der Erde in den Himmel führt:
Da kann der Mensch wie es ihm vorgeschrieben,

Weil er sich selbst liebt – den Nächsten lieben.

Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne

Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.

Dass alles so erstaunlich bleibt und neu!

Ich freu mich, dass ich… Dass ich mich freu.

(Gefunden in: Gisela und Gerhard Zimmermann „Von Herz zu Herz“, Verlag am Birnbach)

Liedempfehlung/Wochenlied: EG 432 Gott gab uns Atem

Gebet

Vater,

wir sind dankbar für Jesus,

deinen Sohn, unseren Bruder.

Hilf, daß unser Dank erkennbar werde

an deinem Geist unter uns.

Segne uns,

daß wir keine Welt erbauen, die dich nicht kennt.

So bitten wir,

daß wir unseren Kindern

den Boden bereiten für gute Frucht,

für Frieden und die Würde des Menschen.

Für unsere Freunde bitten wir

und für die, denen wir ausweichen;

für Junge bitten wir und für Alte,

für die Regierenden und für die einfachen Leute.

Laß uns miteinander Wegbereiter sein

für eine neue Welt,

für ein Leben auf der bewohnbaren Erde

unter deinem Segen, Vater.

(aus Agende EKKW 2006-2, #1272)

Stilles Gebet

Vaterunser

Amen.

Segen

Der Segen Gottes sei mit dir. Er behüte deine Schritte und gehe mir dir an jedem Tag deines Lebens.

Amen.

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice:

Modell „Maulkorb“ in grasgrün, Modell „Maulkorb“ in blau mit hübschem Muster, Modell „Trigema“ kochfest in neutralem weiß und Modell „Blümchenrand“ aus der geschickten Hand einer Freundin.

Ich hamstere jetzt auch. Allerdings bin ich über Toilettenpapier, Seife und Mehl längst hinweg – ich hamstere „Community-Masken“, die seit Montag Pflicht sind. Und Hamstern ist es nun eigentlich auch nicht, denn man braucht schon mehrere Modelle, um gut durch die Woche zu kommen.

Ich lerne langsam aber sicher, wie ich als Brillenträgerin halbwegs beschlagfrei durch die Geschäfte und das Leben komme, wie ich sie ordentlich aufsetze und wieder abnehme und auch, welche Möglichkeiten der Reinigung es gibt.
Eine liegt sicherheitshalber immer im Auto, die andere in einer Ziploc-Tüte in meiner Tasche.

Sie gehört jetzt einfach dazu. Das heißt jetzt nicht, dass man sie mögen muss und ich verstehe Menschen, die sie sogar richtig blöd finden.

Trotzdem ist es ein „Muss“, sie zu tragen. Nicht nur, weil es jetzt gerade schlicht und einfach Pflicht ist, sondern weil es meine Christenpflicht ist, anderen diesen Dienst der Nächstenliebe zu erweisen.

Es ist schon paradox: Die getragene Maske zeigt viel mehr als sie verbirgt: nämlich wie wichtig mir meine Mitmenschen sind und wie sehr mir ihr Schutz am Herzen liegt – sogar jene, die das mit dem Abstand-Halten noch nicht so ganz verstanden haben und in der Kassenschlange vor mir in die Lücke einscheren wollen.

Allen gilt „wie Du mir, so ich Dir“ im positiven Sinn: „Schützt Du mich, dann schütz´ ich Dich!“

Also: Masken auf und Abstand halten, damit wir uns irgendwann wieder ganz direkt begegnen können!

 

Bleibt behütet und gesund.

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

Sonntag, 26. April 2020

Eine kleine Liturgie zum Sonntag

Misericordias Domini

zum Feiern und auch zum

Mitnehmen (in der Kirche).

EG 711 PSALM 23

Der Herr ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Evangelium: Johannes 10,11-16

11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. 12 Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, 13 denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, 15 wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16 Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.

Gedanken

Heute ist „Hirtensonntag“. Wir denken daran, dass Jesus Christus uns zugesagt hat, dass er unser guter Hirte ist. So gehört auch der 23. Psalm, den viele Menschen im Herzen tragen und auswendig sprechen können, untrennbar zu diesem Sonntag.

Wir lassen uns von den schönen Bildern des Psalmes mitnehmen und tragen. Eine Landschaft tut sich vor unseren Augen auf. Sattgrüne Wiesen, erfrischendes Wasser. Stärkung für das Leben in Hülle und Fülle. Ein Weg tut sich auf, schlängelt sich bergauf und bergab. Hinein bis ins tiefe Tal. Und auch dort, in der Dunkelheit, brauchen wir keine Angst zu haben. Einer ist da, der uns behütet und beschützt. Er ist bei uns, egal wie tief das Tal, wie weit der Weg, wie groß die Not.

Wir leiden keinen Mangel und selbst Feinde können uns in seiner Gegenwart nichts anhaben. Vor diesem einen sind wir hoch angesehen, gesalbt wie Könige.

Er segnet uns und unser Leben und weist uns den rechten Platz in seines Vaters Haus für alle Zeit.

Der 23. Psalm ist ein Sinnbild unseres Lebens mit all seinen Widerfahrnissen. Der Weg des Lebens läuft nicht geradeaus, doch er läuft auf ein gutes Ziel zu.

Jesus sagt uns, „Ich bin der gute Hirte“. Das heißt, wenn wir uns an ihn halten, weist er uns den Weg, sichert und beschützt uns. In seiner Nähe kann uns nichts geschehen.

Wer dem guten Hirten vertrauen kann, der ist gut dran. Denn dieser Hirte ist einer, der aufs Ganze geht. Er schützt, was ihm anvertraut ist, und wenn er sein Leben dafür geben müsste.

So ist Jesus. In den Tod gegangen und auferstanden – für uns.

(C. Binder)

Gebet

Gott in mir ist österliche Freude.
Die Dunkelheit? Dem Licht gewichen!

Von Angst befreit, sing ich Dein Lied.

Gott, in mir ist österliche Freude.

Das Grab? Ist leer!

Mit Lachen weicht die Traurigkeit.

Gott, in mir ist österliche Freude.

Der Tod? Besiegt!

Auferstanden. Halleluja!

(C. Binder)

Stilles Gebet

Vaterunser

Amen.

Segen

Es segne und bewahre uns und alle Menschen der barmherzige und liebevolle Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice:

Wenn die Kirschen vor der Kirche in voller Blüte stehen und es manchmal aussieht, als fiele Schnee, dann weiß ich, es ist Zeit für die Konfirmation.

Normalerweise. Aber normal ist ja irgendwie gerade so gar nichts.

In diesen Tagen muss ich oft an „meine“ Konfis denken, deren großes Festwochenende jetzt eigentlich bevor stünde.

Ein Jahr lang waren wir gemeinsam auf dem Weg und haben uns über den Glauben, Gott, Jesus und die Welt unterhalten und ergründet, was das mit unserem Leben zu tun hat.

Am Ende dieser Zeit steht dann das eigene „Ja“ dieser jungen Menschen zum Glauben und wir feiern Konfirmation.

Doch alle Planungen sind gehörig durcheinander geschüttelt worden und jetzt heißt es sich in Geduld üben bis September, wenn wir alles nachholen wollen.

Erschüttertes, durcheinander geschütteltes Leben, da muss man erstmal wieder festen Boden unter die Füße bekommen, eine Perspektive für Morgen.

Der Glaube ist so etwas für mich. Er gibt mir Halt.

Es stimmt – Auch der Glaube kann erschüttert werden. Da kann ich in all dem Durcheinander, den Herausforderungen, vor denen ich stehe, in der Angst und im Schmerz kein bisschen mehr von der Verheißung Gottes sehen. Wie verstellt ist mir der Blick und die Frage wird laut „Wo ist denn Gott?“.

Und dann mal ich mir ein Kreuz in die Hand. „Dein Name ist in meine Hand gezeichnet“, sagt es mir. Dann erinnere ich mich an das „Ja“, das Gott zu mir gesprochen hat.

Dann lasse ich das Licht von Ostern in mein Herz.

Und dann kann ich spüren: Ich bin nicht allein.

Dann bin ich getröstet: Weil Gott mich nicht loslässt.

Dann weiß ich, dass es weitergeht: Weil Gott mit mir in die Zukunft geht.

 

Bleibt behütet und gesund!

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

*Update* – Ostern in der Kirchengemeinde

„Getrennt und doch gemeinsam“

*Osternacht*

Hallo zusammen, wie angekündigt wird am Ostersonntag zwischen 5.30 und 11.30 Uhr auf unserem Youtube Kanal ein Video von der liturgischen Einführung der neuen Osterkerze zu sehen sein.

https://t1p.de/re5l

Außerdem könnt ihr euch dann gerne ab ca. 06:30 Uhr das Osterlicht an der Kirche abholen.

*Osterbrunch*

Ab 11:30 könnt ihr über eine Videokonferenz am gemeinsamen und virtuellen Osterbrunch teilnehmen.
Dieses läuft über die Plattform „Zoom“.

Zoom-Meeting beitreten
https://us04web.zoom.us/j/569848453?pwd=trQnvywQ-zE

Meeting-ID: 569 848 453
Passwort: 030148

Wenn ihr mit einem mobilen Endgerät (Smartphone oder Tablet) an unserem Osterbrunch teilnehmen wollt, ladet die App “Zoom” herunter. Ihr könnt entweder dem oben genannten Link folgen oder klickt auf “teilnehmen” und gebt die MeetingID und das Passwort ein.

Wenn ihr mit einem PC teilnehmen wollt, dann sollte dieser Lautsprecher und eine Kamera haben, allerdings ist die Kamera nicht zwingend nötig.

Alternativ könnt ihr die Seite “zoom.us” im Browser aufrufen und über das Feld “einem Meeting beitreten” den Zugang auslösen. Dann müsst ihr die MeetingID und das Passwort eingeben.

Bei technischen Fragen könnt ihr euch gerne direkt an Siggi Glade und Carsten Schlenstedt wenden.

Eure Kirchengemeinde Roßdorf

*Update* – Passion und Ostern in der Kirchengemeinde

„Getrennt und doch gemeinsam“

Wir laden euch herzlich ein, mit uns am Gründonnerstag eine Andacht mit Abendmahl zu feiern. Dazu stürzen wir uns in ein digitales Abenteuer. Wir starten um ca. 19:30 Uhr ein Live Video auf unserem YouTube Kanal.
Wir streamen dann direkt aus dem Gemeindehaus.

Hier geht es zum YouTube Kanal:
https://www.youtube.com/channel/UC_s3pongWJPUcq2_lhK7odA

Das neue Video wird um ca. 19:15 sichtbar sein.

Vorbereitung
– Brot, Wein / Saft bereit halten
– um 19:25 den Link anklicken
– Geduld mitbringen

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice:

Viele wissen, dass ich Musik mag.

Dass ich sie gern höre, mache und nicht nur im Gottesdienst viel Spaß mit dem neuen Liederbuch „EG+“ habe.

Musik ist eine große Kraftquelle für mich. Sie gibt mir oft mit Texten und Melodien ganz neuen Zugang zum Glauben.

Seit Corona unseren Alltag verändert hat, geht ein Lied aus dem EG+ mit mir. Es ist eigentlich ein Morgenlied, das Gottes Neuschöpfung an jedem Tag besingt, doch für mich trägt es gebündelt auch all das in sich, was wir in dieser schweren Zeit brauchen.

Und vielleicht, aber das mag jeder und jede für sich selbst entscheiden, ist es auch ein Osterlied….

 

EG+143 Behutsam leise

Text: Raymund Weber 2004. Musik: Christoph Seeger 2004. © bei den Urhebern

 

Refrain:

Behutsam leise nimmst du fort

die Dämmrung von der Erde,

sprichst jeden Morgen neu dein Wort:
Es werde, es werde.

 

Strophen:

  1. Es werde Licht an diesem Morgen,

in dem das Alte neu erstrahlt,

erscheinen wird, was noch verborgen,

in Farben bunt das Leben malt.

Es werde Licht für die Menschen in jedem Land.

Halt über uns deine segnende Hand.

 

  1. Es werde Kraft an diesem Tage

und Mut zum Wirken in der Welt

und Sinn in jeder neuen Frage,

die heute uns zur Rede stellt.

Es werde Kraft für die Menschen in jedem Land.

Halt über uns deine segnende Hand.

 

  1. Es werde Glück in Augenblicken

für alle, die voll Sehnsucht sind.

Du wirst uns einen Engel schicken,

den Hauch von deines Geistes Wind.

Es werde Glück für die Menschen in jedem Land.

Halt über uns deine segnende Hand.

 

  1. Es werde Trost in langen Stunden

für alle, die gefesselt sind,

an Krankheit, Angst und Not gebunden,

für Mann und Frau, für Greis und Kind.

Es werde Trost für die Menschen in jedem Land.

Halt über uns deine segnende Hand.

 

Gott halte seine segnende Hand über uns allen.

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

Sonntag, 5. April 2020

Eine kleine Liturgie zum Sonntag Palmarum

zum Feiern und auch zum Mitnehmen.

PSALM

Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Hosianna in der Höhe!

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;

wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

denn mir ist angst, erhöre mich eilends.

Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,

erlöse mich um meiner Feinde willen.

Ich bin elend und voller Schmerzen.

Gott, deine Hilfe schütze mich!

Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied

und will ihn hoch ehren mit Danken.

Die Elenden sehen es und freuen sich,

und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.

Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Hosianna in der Höhe!

Mt 21,9b; Ps 69,17-19.30-31.33

Evangelium: Johannes 12,12-19

Der Einzug in Jerusalem

12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. 17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat.

Heute am Sonntag Palmarum denken wir besonders an den Einzug Jesu in Jerusalem. Was muss das für eine Stimmung gewesen sein?! Frohe, laut jubelnde Menschen, die dem den Weg bereiten, der ihr Schicksal zum Besseren wenden soll. „Hosianna, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.“ Wie ein König wird Jesus empfangen. Es ist freilich ein seltsamer König. Nicht hoch und erhaben auf einem Ross, sondern reitend auf einem Eselfüllen – so kommt Jesus zu den Menschen und an den Ort, der ihm bestimmt ist.

Kein Ausweichen, kein Zurück.

Und alle Freude, aller Jubel lassen die Gedanken jener nicht verstummen, die in Jesus nur ein Problem sehen, einen Aufrührer, der die gewohnte Ordnung auf den Kopf stellen wird.

Freude und Angst, Zuneigung und Ablehnung, „Hosianna!“ und „Kreuzige ihn!“ – sie liegen nahe beieinander in diesem Moment. Und durch den Jubel hindurch erahnen wir etwas vom Kreuz von Golgatha und dem unaussprechlichen Leid, das Jesus erdulden wird.

Diese biblische Erzählung trägt etwas in sich, was auch wir in diesen Tagen erleben. Das Durcheinander der Gefühle und Gedanken sind so nah. „Alles wird gut“- und doch reißt das Leid der Menschen auf der ganzen Welt eine tiefe Wunde.

Wir spüren wie es ist, nicht das Heft des Handelns in der Hand zu haben und uns Hineinzufügen in das Nötige.

Kein Ausweichen, kein Zurück.

Wo gibt es Hoffnung, da doch so viel Dunkel um uns ist?

Ich sehe Hoffnung. Ich erkenne sie in der selbstlosen Geste der Frau, die Jesus mit kostbarstem Öl salbt. Verschwenderisch Gutes schenkt. Hingebungsvoll und vor allem erkennend, wie Not das tut.

Ich sehe Hoffnung. Ich erkenne sie in den Tüten für Obdachlose an Bauzäunen, an einem Lächeln über die Distanz hinweg, an Menschen, die verschwenderisch Gutes tun für andere – und sehen, wie Not das tut.

Ich sehe Hoffnung. Sie trägt Jesu Züge, weil sein Weg ins Leiden und in den Tod ihm und uns allen neues Leben geschenkt hat. Auf das dunkle Heute folgt ein leuchtendes Morgen.

Überall sehe ich Hoffnung und deshalb kann ich Hoffnung haben.

(C. Binder)

Gebet

Jesus,

bejubelt und geschmäht.
Ein König auf einem Esel.
„Hosianna“, rufen sie, bald wird es „Kreuzige ihn!“ sein.

Du bist in die Dunkelheit und das Leid gegangen.

Für uns.

Kein Ausweichen, kein Zurück.

Ohne Heute kein Morgen.

Aber es gibt ein Morgen.

Deshalb bitten wir dich:
Lass uns an unseren Dunkelheiten nicht zerbrechen,

sondern schenke uns einen wachen Verstand,

sehende Augen, ein offenes Herz und helfende Hände.

Darin liegt so viel Kraft und Hoffnung für uns und andere.
Hilf uns, das zu erkennen.

(C. Binder)

Stilles Gebet

Vaterunser

Amen.

Segen

Es segne und bewahre uns und alle Menschen der barmherzige und liebevolle Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

*Wichtige Vorankündigung*

Passion und Ostern in der Kirchengemeinde

Getrennt und doch gemeinsam“

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, das wir an einem digitalen Osterfest arbeiten und folgendes für Sie vorbereiten:

Es wird eine Live-Übertragung am Gründonnerstag mit Abendmahl geben.

Weiterhin planen wir ein kurzes, abrufbares Video in der Osternacht und einen Oster-Brunch Live-Chat (Unterhaltung mit Bild und Ton) mit unserer Pfarrerin Christine Binder und dem Kirchenvorstand.

Was Sie dazu benötigen?

Ein Smartphone, Tablet, Computer oder Laptop mit Audio Wiedergabe (Lautsprecher-Boxen) und einen Internet Anschluss.

Sie benötigen nicht zwingend eine Kamera oder Kopfhörer.

Wie Sie die Online Inhalte mitverfolgen können und weitere Informationen folgen in Kürze!!!

 

Viele Grüße und bleiben Sie gesund

Pfarrerin Christine Binder und der Kirchenvorstand

 

 

*Update* – Glocken rufen zum Gebet

Läuten zu Ostern

*Update 2* Glocken rufen zum Gebet – Oster-Läuten

Deutschlandweites Glockenläuten zu Karfreitag und Ostersonntag

Eine bundesweite Läute-Aktion ist zu Karfreitag und Ostern geplant, heißt es in der Mitteilung weiter:

Am Karfreitag, 10. April, sollen um 15 Uhr für 10 Minuten die Totenglocken läuten.

Am Ostersonntag, 12. April, soll um 12 Uhr für 10 Minuten das «große Geläut» erklingen, mit dem ein «Zeichen der Hoffnung» überall zu hören sein soll.

Bereits in der vergangenen Woche wandte sich Prälat Böttner in einem Schreiben an die Kirchengemeinden der Landeskirche. Darin schrieb der Prälat: «Glocken ertönen von vielen Kirchen an jedem Tag, morgens, mittags und abends – so wie es vor Ort üblich ist. Sie laden ein zum persönlichen Gebet: Für alle Menschen in Angst und Sorge; für die, die in Quarantäne leben, für die im Gesundheitsdienst Tätigen, die vor großen Herausforderungen stehen, – und für die Sterbenden. Wir sind davon überzeugt: Im Gebet für unsere Nächsten wächst die Kraft zum Handeln für unsere Nächsten. Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und für Ihr helfendes Handeln!»

(28.03.2020)

Quelle:
Link zur EKKW Webseite

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice:

Eigentlich wollten einige aus der Kirchengemeinde sich an jedem Mittwochabend treffen – zur Fastengruppe. Gemeinsam durch die Passionszeit gehen, miteinander ins Gespräch kommen und sich so vorbereiten auf Ostern. Corona hat uns da einen ganz schönen Strich durch die Rechnung gemacht.

Doch seit das alles begonnen hat, geht das Motto der diesjährigen Fastenaktion mir nicht aus den Gedanken.

„Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessismus.“ Das würde ich gern in diesen herausfordernden Tagen ganz und gar leben können.
Also an das halbvolle Glas zu denken, nicht an das Leere.

Mutig zu sein und nicht ängstlich.
Mich über die Zeit zu freuen, die ich gerade habe, und mich nicht über die Einschränkungen zu beklagen.

Die Solidarität in der Gemeinschaft zu schätzen, und mich nicht über Hamsterkäufe(r) zu ärgern…

Es ist nur viel leichter gedacht, gesagt und vorgenommen als dann auch wirklich getan. Denn die Kehrseite der Medaille gibt es ja leider nun einmal. Und wie kann ich mich denn über den Frühling freuen, wenn ich doch vielleicht Angst haben muss, dass im Sommer der Job weg ist und das Geld nicht mehr reicht?!

„Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessismus! – Zuspruch und Anspruch gleichermaßen in der Krise, die wir gerade durchschreiten müssen. Das Fastenmotto erinnert mich daran, dass es vor allem an mir, an meiner Einstellung liegt, ob die Zuversicht oder der Pessimismus siegt, ob ich aktiv gestalte, was ich vor mir habe, oder mich passiv in den Strudel der Angst und Ungewissheit hineinziehen lasse.

Martin Luther hat formuliert:
„Dass die Vögel der Sorge

und des Kummers

über deinem Haupt fliegen,

kannst du nicht ändern.

Aber dass sie Nester

in deinem Haar bauen,

das kannst du verhindern.“

Mir gelingt das nicht immer. Aber ich will gern immer wieder neu versuchen, jeden Tag mit Zuversicht zu leben und das Gute in ihm zu entdecken.

 

Bleiben Sie, bleibt Ihr behütet!

Ihre und Eure Pfarrerin

Christine Binder

Sonntag, 29. März 2019 – Judika

Kleine Liturgie für Zuhause

Was betrübst du dich meine Seele, und bist so unruhig in mir? So fragt der Wochenpsalm.
Ich finde mich darin wieder und wünsche mir, in mir selbst (wieder) zur Ruhe zu finden.

Ein Gottesdienst oder eine Andacht sind für mich eine gute Möglichkeit, mich zu sammeln. Das kann auch im eigenen Zuhause gelingen und es muss nicht immer ein mediales Angebot wie ein Fernsehgottesdienst oder ein Livestream sein.

So geht es auch:

Sofern vorhanden, zünde ich eine Kerze an, lege oder stelle mir ein Kreuz auf den Tisch und die aufgeschlagene Bibel dazu.

Allein dieser kleine Altar auf dem Tisch konzentriert schon meinen Blick auf das für mich gerade Wesentliche.

Psalm, Evangelium, Gebet und Segen – in diesem Vierklang feiere ich Andacht: allein oder mit anderen, jedoch immer und vor allem in Verbindung mit Gott.

EG 724 – Psalm 43

Gott, schaffe mir Recht

und führe meine Sache wider das unheilige Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich dränget?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Evangelium Mk 10,35-45

Vom Herrschen und vom Dienen

35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden.

36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?

37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.

38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?

39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;

40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.

42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.

43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein;

44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.

45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Gebet

Unruhig, Gott, ist meine Seele in mir.
So vieles beschäftigt mich gerade.
Die nicht endenden Nachrichten,

die vielen Fragen, die in mir klingen,

die Sorge um meine Liebsten, meine Freunde und Nachbarn.

Lass mich, Gott, jetzt einen Moment durchatmen,

keine Antworten suchen,

einfach nur bei mir und bei dir sein.

Stärke mich, dass ich zuversichtlich bleibe in diesen schweren Tagen.

Lass mich deine Liebe spüren,

die in den tiefsten Dunkelheiten warm und hell leuchtet

und meine Seele tröstet.

(C. Binder)

Stilles Gebet

Vaterunser

Segen:

Der Segen des liebenden und stärkenden Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes sei mit dir und bleibe bei dir heute und alle Tage deines Lebens. Amen.

Aus dem Pfarrhaus-Homeoffice:

 

Alles könnte gerade so schön sein. Die Sonne strahlt, lebendige Farben erfreuen das Auge – Frühling lässt sein blaues Band. Ruhe liegt über Stadt und Land, fast ein sonntägliches Gefühl.
Doch seit Tagen ist für uns alles anders. Die Ruhe ist angespannt, fast als hielten wir den Atem an. Erschreckende Nachrichten über das Virus, das sich immer schneller in der ganzen Welt ausbreitet, bestimmen unseren Alltag und unser alltägliches Leben.
Soziale Kontakte auf das Allernötigste zu reduzieren und unsere Freiheit zum Wohle aller zu begrenzen, das fällt schwer.
Wir haben viel zu verarbeiten in diesen Tagen. Angst und Sorge machen sich breit.
Wie nur mit all dem umgehen? Ich habe leider kein Patentrezept, doch möchte ich Ihnen und Euch an dieser Stelle immer wieder Impulse geben. Kleine Texte, Gedanken, biblische Worte und Gebete, Lieder und sonstige Fundstücke, die ich teilen möchte. Sie sollen uns allen Mut machen und uns stärken. Im Glauben, auch im Gebet, sind wir alle miteinander verbunden, egal wo wir sind. Das ist für mich ein großer Trost. Vielleicht für Sie und Euch ja auch.

 

Gott gebe dir

Für jeden Sturm einen Regenbogen,

für jede Träne ein Lachen,

für jede Sorge eine Aussicht

und eine Hilfe in jeder Schwierigkeit.

Für jedes Problem, das das Leben schickt, 

einen Freund es zu teilen,

für jeden Seufzer ein schönes Lied

und eine Antwort auf jedes Gebet.
Irisches Segensgebet 

 

Bleiben Sie, bleibt Ihr behütet! 

Ihre und Eure Pfarrerin 

Christine Binder

Glocken rufen zum Gebet

Täglich um 12 Uhr und 19:30 Uhr

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat ihre Kirchengemeinden dazu eingeladen, zusammen mit den katholischen und evangelischen Gemeinden in Hessen mit Glockengeläut ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Täglich sollen die Glocken der Kirchen in der Zeit der Corona-Krise abends um 19:30 Uhr für 5 Minuten zum persönlichen Gebet läuten. In vielen evangelischen Gemeinden läuten Glocken täglich auch mittags um 12 Uhr.

–> Artikel der EKKW

 


Coronavirus (SARS-CoV-2)

Der Kirchenvorstand Roßdorf folgt den aktuellen Empfehlungen der Landeskirche.

 


Es finden keine Gottesdienste statt.

Unsere Kirche wird an Sonntagen und Mittwochen von 9-18 Uhr für Sie geöffnet sein.

Das Gemeindehaus Roßdorf wird ab sofort für alle Veranstaltungen, Gruppen und Kreise geschlossen.

Aushang Kirchengemeinde Roßdorf_30-03

 


Angesichts der ausfallenden Gottesdienste möchten wir auf eine „Alternative“ hinzuweisen:

Bischöfin Dr. Hofmann wird sich in einem kurzen Videogottesdienst an die Gläubigen wenden. Dieser ist ab Sonntag, 15. März 2020, 9:00 Uhr auf der landeskirchlichen Homepage, www.ekkw.de , zu finden.

   

Aktuelles aus der Gemeinde

    Anstehende Veranstaltungen

    X
    X
    X
    X