„Staunend, neugierig und dankbar“: Mit diesen Worten fasste Bischöfin Dr. Beate Hofmann die Freude über die erfolgreiche Fertigstellung der Marienkirche im Herzen der Hanauer Altstadt beim großen Festgottesdienst Ende März zusammen. Ein besonderes Ereignis, das die evangelische Stadtkirchengemeinde mit vielen Gästen gemeinsam in der historischen Kirche feierte.

 

Viele waren der Einladung gefolgt, darunter Vertreter von Politik und anderen Religionsgemeinschaften ebenso wie Beteiligte des Bauprojektes, Ehrenamtliche und zahlreiche Spenderinnen. „Wir feiern diesen Gottesdienst an Palmsonntag als Ausdruck unseres Dankes an Gott und aus Dank an alle, die auf so vielfältige Weise dazu beigetragen haben, dass dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte“, stellte die geschäftsführende Pfarrerin der Stadtkirchengemeinde, Kerstin Schröder, zur Begrüßung fest. „Wenn wir diese Kirche heute wieder ihrer Bestimmung übergeben, erinnern wir uns auch daran, dass sie ein Ort ist, an dem verschiedene Kulturen einander in Frieden begegnen können und an dem gemeinsam um Frieden gebetet wird.“

Die Offenheit und Vielfalt, die in der Marienkirche gelebt wird, hob auch Bischöfin Dr. Beate Hofmann hervor. Egal ob Lesungen, Konzerte oder der große Kirchenball: „Ich freue mich, dass so viele Menschen diese Kirche neu oder wiederentdeckt haben“, stellte sie mit Blick auf die vielen Veranstaltungen fest, die der Förderkreis Marienkirche 2.0 hier unter dem Motto „Lebendig, vielfältig – Hanau!“ organisiert hat. Damit sei es nicht nur gelungen, zahlreiche Spenden zugunsten der Sanierung zu sammeln, sondern es gebe auch ein gutes und tragfähiges Konzept für die Zeit nach der Sanierung: Offen, multikulturell und vielfältig. Die breite Unterstützung für das rund vier Millionen Euro umfassende Gesamtprojekt habe deutlich gemacht: „Diese Kirche ist das Herz dieser Stadt.“ Sie sei eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Sorgen und Nöten, zugleich aber auch ein Ort der Kultur und Begegnung – ein Raum für Trost, Stärkung und Spiritualität. „All dies gehört im christlichen Glauben zusammen“, so die Bischöfin. Mit Gottes Segen übergab sie die Kirche feierlich wieder ihrer Bestimmung.

Dekan Dr. Martin Lückhoff nutzte den Gottesdienst, um dem Vorstand des Förderkreises Marienkirche 2.0 für dessen außergewöhnliches Engagement zu danken. Mehr als eine halbe Millionen Euro an Spenden konnte dieser durch vielfältige Aktionen und Veranstaltungen für die Sanierung Hanaus ältester erhaltener Kirche sammeln. Eine beeindruckende Summe. Besonders hob der Dekan die Arbeit des Vorsitzenden, Pfarrer i. R. Horst Rühl, hervor, der „quasi ein Hauptamt im Ehrenamt“ ausgeübt habe. Dies sei nicht nur Ausdruck großer Verbundenheit mit der Gemeinde, sondern zeige auch: „Die Marienkirche ist Kirche für die Stadt.“ In seinen Dank bezog er ausdrücklich auch den Kirchenvorstand ein und würdigte insbesondere das Engagement der geschäftsführenden Pfarrerin Kerstin Schröder.

Horst Rühl griff diesen Dank auf und richtete ihn auch an die vielen Spenderinnen und Spender sowie die Ehrenamtlichen: „Nur durch die Beteiligung so vieler Menschen war es möglich, dieses große Ziel zu erreichen.“ Auch nach Abschluss der Renovierung wolle Marienkirche 2.0 weiterhin eine treibende Kraft auf dem Weg zu einer inkludierenden Gesellschaft in Hanau sein, wie er betont: „Damit betreiben wir nichts anderes als das, was uns durch die frohe Botschaft aufgetragen ist: Gottes Liebe zu allen Menschen in Worten, Taten und mit einem großen Herzen zu verkündigen.“ Auch der designierte Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri unterstrich die besondere Bedeutung der Marienkirche für die Stadt Hanau. Sie bewahre ihren Charakter und ihre Geschichte und bleibe zugleich offen für Neues. „Eine Kirche lebt nicht davon, dass sie von außen angestrahlt wird, sondern davon, dass sie von innen leuchtet“, so Bieri.