Liebe Leserinnen und Leser,
Bestimmt haben Sie das auch schon mal gemacht: Sich ein Souvenir mitgebracht von einer Reise, um sich an diesen Ort oder an das, was Sie hier erlebt und gefühlt haben, zu erinnern. Zuhause gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder Sie finden einen Platz oder eine Verwendung für das gute Stück – oder es gerät immer weiter in den Hintergrund und erfüllt seine Funktion nicht mehr: Sie zu erinnern. Schließlich steckt schon in der Bezeichnung “Souvenir” das französische Wort “erinnern” drin. Und ein Souvenir, das an nichts erinnert, ist eigentlich nur ein Gegenstand.
Ein aus christlicher Sicht ziemliches wichtiges und erinnerungswürdiges Ereignis ist Ihre Taufe (oder etwas genauer: dass Sie getauft sind). Eine Erinnerung daran ist aber oft nicht so einfach – schließlich gilt es etwas in Gedächtnis zu rufen, dass bei vielen von uns ohne eigene Erinnerungen auskommen muss. Ein Tauf-Souvenir hat es also doppelt schwer: Es muss nicht nur dem Verstauben und Verstauen und Ausmisten widerstehen, sondern zusätzlich noch ohne Ihre eigenen Bilder im Kopf funktionieren.
Seit ein paar Jahrzehnten üblich ist es bei einer Taufe eine Taufkerze anzuzünden. Meine Eltern haben so etwas nicht, meine ist einfach nur schlicht und weiß, bei meinen Kindern sind sie liebevoll und individuell verziert. Taufkerzen sind im Vergleich zur Taufe also eine junge Erscheinung – aber eine, die ich ungern missen möchte.
Auch eine Taufkerze kann keine Erinnerungen wecken, die nicht da sind, aber wenn sie z.B. am Geburtstag angezündet wird oder einen prominenten Platz im Zimmer hat, dann wirkt sie als Erinnerung. Da ist es eigentlich ganz ähnlich wie mit der Muschel vom Strand – sie wirkt nur als Erinnerung, wenn sie vorkommt im Alltag.
Und was könnte diese Erinnerung im Alltag Ihnen dann mitteilen? Sicherlich nicht: Es gab damals einen Gottesdienst, da bist auch du nach vorne gebracht worden und hast Wasser über den Kopf bekommen. Sondern eher so etwas wie: “Du bist getauft. Lange bevor deine Erinnerungen einsetzen, lange bevor du selbst angefangen hast Entscheidungen zu treffen, gab es dich schon – als wunderbaren Menschen. Es ist großartig, dass es dich gibt – und so einzigartig wie du bist, bist du gewollt. Du bist Gottes geliebtes Kind – ganz egal, wo dein Weg dich hinführt. Du gehörst zu Jesus Christus – wenn du magst.”
Es braucht keine Taufkerze um sich daran zu erinnern, aber es tut gut, sich das hin und wieder sagen zu lassen. Und dafür gibt es verschiedene Wege. Anstelle einer Kerze könnten Sie Ihren Taufspruch herausfinden und sich fürs Portemonnaie oder die Pinnwand notieren – oft sind Taufsprüche nämlich wirklich schöne Mutmacher. Oder Sie recherchieren mal Ihren Tauftag und tragen sich den in den Kalender ein.
Oder aber: Sie kommen am nächsten Sonntag in die Kirche Niederdorfelden – da wird es um Tauferinnerung gehen, nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch mit ein paar Tropfen Wasser!
Herzliche Grüße,
Ihre Pfarrer*innen Maraike Heymann und Tovja Heymann
Unsere nächsten Gottesdienste: Sind Sie dabei?
So, 30.3. um 10h Kirche Niederdorfelden
Gottesdienst mit Tauferinnerung
Pfarrerin Dr. Maraike Heymann
Denken Sie an die Zeitumstellung 🙂
So, 30.3. um 11h Feuerwehrgerätehaus Gronau
Andacht zum Erbsensuppenessen bei der Freiwilligen Feuerwehr Gronau
So, 6.4. um 10h Kirche Niederdorfelden
Gottesdienst
Pfarrer*in Tovja Heymann