Ausstellung mit Werken von Eckard Kleppe und Verena Meyer zum Wischen in der Alten Johanneskirche

 

„Bild, Skulptur, Augenblicke“: Unter dieser Überschrift findet vom 23. Oktober bis 01. November eine ganz besondere Ausstellung in der Alten Johanneskirche Hanau statt. Zu sehen sind die Skulpturen des Ende 2025 verstorbenen Pfarrers und Bildhauers Eckhard Kleppe sowie Gemälde von Verena Meyer zum Wischen. Eine stimmungsvolle Kombination, in deren Mittelpunkt der Mensch in seinen verschiedenen Beziehungen steht.

 

Die Liebe zur Bildhauerei entdeckte Eckhard Kleppe eigentlich zufällig: In einem Predigtseminar sei er 1986 quasi darüber gestolpert, verrät seine Ehefrau Christine Kleppe. „Diese Ausstellung war ihm ein Herzensanliegen.“ Das sie nun, nach dreimaliger Verschiebung, endlich Realität wird, kann er selbst leider nicht mehr miterleben. Nach schwerer Krankheit ist er im vergangenen Winter verstorben. Die begonnenen Planungen zur Ausstellung blieben Theorie. Während der Trauerzeit sei ihr der Gedanke gekommen, diesen Wunsch doch noch umzusetzen, ganz so, wie es in Sinne ihres Mannes gewesen wäre. Ein Abschluss, wenn auch unter veränderten Bedingungen.

Von dieser Idee war auch Verena Meyer zum Wischen schnell überzeugt: „Ich freue mich, dass wir mit der Alten Johanneskirche einen guten Ort gefunden haben, an dem wir unsere Werke zeigen können“, stellt sie fest. Ähnlich wie Kleppe kommt auch sie beruflich aus einer anderen Richtung, sieht in der Kunst aber eine Art „Herzensberuf“. Ihre Erfahrungen als Psychotherapeutin und Ärztin spiegeln sich aber dennoch auch hier wider. „Oft habe ich die Grenzen der Sprache erlebt und in der Malerei einen Weg gefunden, das Unbewusste sprechen zu lassen ohne Worte“, erzählt sie. Mit kräftigen Acrylfarben bringt sie vor allem Gefühle und Emotionen zum Ausdruck. Oft beginnt die Arbeit an einem Werk bei ihr ganz absichtslos, während des Tuns kristallisieren sich dann bestimmte Aspekte heraus, die vertieft werden wollen. Ein anderer Blickwinkel, trotzdem sieht sie eine große Verbindung zwischen ihren und Kleppes Werken: „Es geht um den Menschen und seine Beziehungen.“

Bei Kleppe hatten diese zusätzlich häufig einen biblischen Bezug. Zu seinen Werken gehören Darstellungen biblischer Propheten ebenso wie Skulpturen, deren Gesten zum Nachdenken über Sinn und Halt im Leben anregen. Die Werke bestehen zumeist aus Sandstein, Gipsstein oder Holz. Die Materialien können dabei häufig eine eigene Geschichte erzählen. So stammt mancher Holzbalken etwa aus einer ehemaligen Scheune in Markköbel, wo das Pfarrerehepaar 18 Jahre lang tätig war. „Für meinen Mann war die Bildhauerei eine Ausdrucksarbeit und zugleich auch Beziehungsarbeit“, berichtet Christine Kleppe. Dies gelte sowohl für die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Materialien, als auch um die Beziehungsarbeit mit sich selbst, zu den Geschichten und Fragen des Lebens. Bei mancher Skulptur würde sie ihren Mann gerne noch einmal fragen, was er sich dabei gedacht habe. Eine konkrete Antwort würde sie darauf aber vermutlich nicht bekommen, wie sie mit einem Schmunzeln feststellt: „Wahrscheinlich hätte gesagt, ich solle mir selbst Gedanken dazu machen.“

Wer neugierig geworden ist, ist herzlich eingeladen: Die Vernissage findet am 23. Oktober um 19 Uhr in der Alten Johanneskirche statt. Jens Haupt aus Kassel führt in die Ausstellung ein, musikalisch untermalt wird die Veranstaltung von Jochen Engel. Die Ausstellung ist vom 24. Oktober bis 1. November täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Den feierlichen Abschluss bildet die Finissage am 1. November von 18 bis 20 Uhr.