Mit großem Zuspruch und eindrucksvollen Begegnungen fanden Ende Juni die Jugendfilmtage im Rahmen der Themenreihe „Zwischen Rausch und Realität“ des Diakonischen Werkes Hanau-Main-Kinzig im Kinopolis Hanau statt. Gezeigt wurde der Film „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ von Regisseur Lars Smekal, der eindrücklich vermittelt, wie belastend das Aufwachsen in suchtbelasteten Familien sein kann.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen persönlich – mit einer sehr zugewandten und persönlichen Ansprache, die das sensible Thema Sucht und ihre Auswirkungen auf Familien eindrücklich aufgriff. Im Anschluss nahm er sich Zeit, auch selbst die verschiedenen Mitmach- und Informationsstationen im Foyer zu besuchen und mit Fachkräften des Diakonischen Werks ins Gespräch zu kommen. Sein Interesse und seine Präsenz unterstrichen die Bedeutung des Themas für die Stadtgesellschaft.
Auch Regisseur Lars Smekal war bei den Jugendfilmtagen persönlich vor Ort und stand den Schülerinnen und Schülern nach dem Film für Fragen zur Verfügung. Der Regisseur und Autor setzt sich in seinen Werken mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinander. Besonders interessieren ihn Menschen, die in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert sind oder Diskriminierung erfahren, sowie die Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander leben wollen. Bereits 2018 wurde er beim Festival „Jung & Abgedreht“ im Kinopolis Hanau ausgezeichnet. In den angeregten Diskussionen mit den Jugendlichen fand er klare Worte: „Wir sind nicht verantwortlich für die Suchterkrankung unserer Eltern.“ Ein Satz, der bei vielen Jugendlichen sichtbar nachwirkte und einen wichtigen Impuls für die Gespräche setzte.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht und zeichnete sich durch eine hohe Beteiligung und Offenheit der Jugendlichen aus. Besonders bei den sommerlichen Temperaturen erwies sich das klimatisierte Kinopolis als angenehmer und geeigneter Ort für die intensiven Programmpunkte. Insgesamt haben die Jugendfilmtage eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig niedrigschwellige, geschützte Räume sind, um über Sucht, familiäre Belastungen und Hilfsangebote ins Gespräch zu kommen – und wie groß das Interesse junger Menschen an diesen Themen ist.
Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Zwischen Rausch und Realität“, mit der das Diakonische Werkes Hanau-Main-Kinzig in diesem Jahr das Thema Sucht und Suchthilfe stärker in den öffentlichen Fokus rücken möchte. Neben zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen findet anlässlich des Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende ab 21. Juli eine Ausstellung zu den Lebensrealitäten von Menschen mit einer Suchterkrankung statt. Zum Abschluss der Ausstellung lädt das Diakonische Werk herzlich am 8. August um 17 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Alte Johanneskirche ein. Unter der Überschrift „Unsere Doppelmoral“ diskutieren u.a. Bundestagsabgeordneter Pascal Reddig, die Leiterin des Hauses der Gesundheit, Silke Hofmann-Bär und Suchtberater Jan Gärtner den öffentlichen Umgang mit dem Thema Sucht. Alle Infos zum „Suchtjahr“ der Diakonie finden Sie im Internet unter https://diakonie-hanau.de/suchtjahr-2026/