Hanau. Sucht ist nicht nur ein vielschichtiges Thema, sie zeigt sich auch an den unterschiedlichsten Stellen. Anlässlich des diesjährigen Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende lädt das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig deshalb ab 21. Juli unter der Überschrift „Zwischen Rausch und Realität“ herzlich zu einer Fotoausstellung in das Neustädter Rathaus ein.
„Das Thema Sucht betrifft eine Vielzahl an Menschen und bleibt oft doch im Verborgenen“, stellt Ute Engel, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Hanau-Main-Kinzig fest. Nur selten finde es den Weg in die öffentliche Wahrnehmung. Die Ausstellung ist deshalb Teil eines vielfältigen Jahresprogramms, das das Thema Sucht bewusst in den Mittelpunkt rückt.
Von 21. Juli bis 09. August sind Bilder zu sehen, die einen Einblick in den Alltag und die Lebensumstände suchtkranker Menschen geben. Hierfür hat sich Fotograf David Mergenthal intensiv mit Klientinnen und Klienten aus der ambulanten Suchthilfe des Diakonischen Werkes unterhalten. In persönlichen Gesprächen erhielt er Einblicke in ihre Lebensgeschichten, besuchte prägende Orte und hielt diese fotografisch fest. Entstanden sind eindrucksvolle Bilder, die bekannte Perspektiven auf das Thema Sucht erweitern und zum Nachdenken anregen. „Die gezeigten Perspektiven machen sichtbar, welche Herausforderungen, aber auch welche Hoffnungen mit Sucht verbunden sein können“, findet Engel. Die Ausstellung lädt dazu ein, über Prävention, Abhängigkeit und die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit Suchterkrankungen nachzudenken. Zugleich möchte sie Vorurteile abbauen, Berührungsängste verringern und den Blick auf die Menschen hinter der Erkrankung lenken. Denn: „Hinter jeder Suchterkrankung steht eine persönliche Geschichte.“
Die Ausstellung wird am 21. Juli feierlich eröffnet. Neben Grußworten und einer Einführung in die Ausstellung wird es auch einen Poetry Slam-Beitrag und viel Raum für Austausch und Begegnung geben. Am 22. Juli werden ein allgemeiner Vortrag und ein Abend mit Poetry Slam die Eröffnung der Ausstellung abrunden. Vom 22. Juli bis 09. August ist die Ausstellung täglich mindestens von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, sowie mittwochs und samstags von 10:00 bis 17:00 Uhr. Es finden verschiedene begleitende Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Sucht statt. Den Abschluss bildet eine Podiumsveranstaltung am 08. August, die unter dem Titel „Unsere Doppelmoral“ die Öffentliche Diskussion über Sucht und Suchtkranke in Augenschein nehmen wird. Mehr Informationen zur Ausstellung und den begleitenden Veranstaltungen finden Sie im Internet unter https://diakonie-hanau.de/suchtjahr-2026/