Dietrich Bonhoeffer

Der Kirchenkreis Hanau gedenkt des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer.

Anlässlich des 75 Todestages im Jahr 2020 finden im September, Oktober und November jeweils Veranstaltungen statt, die sich mit Theologie, Biografie, Texten und Wirkungsgeschichte Dietrich Bonhoeffer befassen.

Die Referenten der Abende sind Pfr. Prof. Dr. Lukas Ohly (September), und Pfr. Dr. Manuel Goldmann / Prof. Dr. Wolfgang Huber  (22. Oktober 2020). Pröpstin Sabine Kropf-Brandau (12. November 2020)

Was würde Dietrich Bonhoeffer heute sagen?
Prof. Dr. Lukas Ohly, Prof. Dr. Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD und
Pröpstin Sabine Brandau zu Biografie und Werk Dietrich Bonhoeffers
Zum 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer erinnern der Kirchenkreis Hanau und das evangelische forum an das Leben und Wirken des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers, der kurz vor Kriegsende von den Nazis ermordet wurde. Beginnen wird die dreiteiligen Veranstaltungsreihe am 1.September. Prof. Dr. Lukas Ohly, Institut für Systematische Theologie und Religionsphilosophie der Goethe-Universität Frankfurt, spricht über die Position Bonhoeffers zum Recht auf Widerstand. Dietrich Bonhoeffer gehörte zum Kreis des Widerstandes 20. Juli und hat sich in seinem praktischen Verhalten von der protestantischen Lehre distanziert, dass niemand zum bewaffneten Widerstand gegen die Obrigkeit berechtigt sei. Auch wenn der Theologe mit seinem Leben für seine Überzeugung einstand, ist gewaltsamer Widerstand grundsätzlich ethisch fragwürdig. Lukas Ohly geht der Frage nach, ob mit Bonhoeffers Position etwa Gewalt im Namen der Religion gerechtfertigt werden kann. Am 22. Oktober findet als Video-Konferenz das Autorengespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, statt. Prof. Dr. Wolfgang Huber ein Buch vorgelegt, das facettenreich und ansprechend Bonhoeffers Lebens- und Denkwege nachzeichnet (Dietrich Bonhoeffer. Auf dem Weg zur Freiheit, München 32020). Wie kaum ein anderer Theologe des 20. Jahrhunderts hat Bonhoeffer das kritische Fragen nach einer zukunftsfähigen Gestalt von Kirche in vielen Gegenden unserer Welt inspiriert. Im Gespräch mit Pfarrer Dr. Manuel Goldmann, Großkrotzenburg, geht der Autor der Frage nach, wie die zentralen Impulse heute zu verstehen sind. Unter dem Titel „Nur wer für die Juden schreit, darf gregorianisch singen“ (Zitat Bonhoeffer von 1938) referieren Pröpstin Sabine Kropf-Brandau und Dr. Robert Brandau aus Bad Hersfeld zum Thema Bonhoeffer und die Juden. Dietrich Bonhoeffer gehörte zu den wenigen Christen während der Zeit des Nationalsozialismus, die nicht nur um den Erhalt der Evangelischen Kirche besorgt waren oder im vorauseilenden Gehorsam die „judenreine“ Kirche auf ihre Fahnen schrieben. Als am 9. November 1938 in Deutschland die Synagogen brannten, schrieb er seinen berühmt gewordenen Satz: „Nur wer für die Juden schreit, darf gregorianisch singen.“ Und zwei Jahre später formuliert er ein Schuldbekenntnis, das die Kirche so nie übernommen hat: „Sie (die Kirche) ist schuldig geworden am Leben der schwächsten und wehrlosesten Brüder Jesu Christi.“ Das Versagen der Kirche gegenüber den Juden im 3. Reich ist das eine, das andere ist die Frage, was Bonhoeffers Erkenntnisse heute für Kirche und Gesellschaft bedeuten. Angriffe auf Synagogen, Pöbeleien gegen Juden auf offener Straße, Hass von rechten, linken und islamischen Gruppen im Internet gegen Juden/Jüdinnen und gegen den Staat Israel – was würde Bonhoeffer dazu sagen?

 

Termine

September

Di01Sept19:3021:00Lukas Ohly: Dietrich Bonhoeffer zum Widerstandsrecht gegen die Staatsgewalt19:30 - 21:00 Alte Johanneskirche, Johanneskirchplatz 1, 63450 HanauFormat:Vortrag / VorlesungThema:Bonhoeffer,Frieden,Kirche,Theologie

Oktober

Do22Okt19:3020:30Moved OnlineVerantwortliches Leben heute: Zur Aktualität von Dietrich Bonhoeffers TheologieAutorengespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Huber zu seinem Bonhoeffer-Portrait19:30 - 20:30 Format:Vortrag / VorlesungThema:Bonhoeffer,Frieden,Kirche,Theologie

November

Do12Nov19:3020:30Moved OnlineBonhoeffer und die Juden: „Nur wer für die Juden schreit, darf gregorianisch singen“ (1938)19:30 - 20:30 Format:Vortrag / VorlesungThema:Bonhoeffer,Frieden,Kirche,Theologie

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