Station 8 – Vertrauen üben

am Ententeich, Gündauaue

Ankommen

Wir sind zwar nicht am See Genezareth, sondern am Selbolder Ententeich. Das hindert uns nicht, eine faszinierende Geschichte zu erzählen, in der alle Naturgesetze überwunden werden.

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Nachlesen

aus M 14,22-32

22 Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. 23 Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. 24 Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. 25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. 26 Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. 27 Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! 28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. 29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30 Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! 31 Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32 Und sie traten in das Boot und der Wind legte sich. 33 Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

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Weiterdenken

Petrus:

„Ich bin ein Fischer, schnelle Wetterwechsel gehören zu meinem Alltag. Heute ist es anders, dieser Sturm und die zunehmenden Wellen machen mir Angst. Die Dunkelheit nimmt zu, die Sicht wird immer schlechter. Doch was ist das? Ich erkenne schemenhaft ein Wesen. Panik überfällt meine Kameraden und mich. Ungeheuerlich! Ein Gespenst läuft auf dem Wasser auf uns zu. „Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht.“ Diese Stimme kenne ich doch. Ist das nicht Jesus? „Komm“, höre ich ihn sagen. „Herr/Jesus, wenn du es bist, dann komme ich.“ Ich steige aus dem Boot. Ich gehe ihm entgegen. Doch ist das, was hier geschieht vielleicht eine Fata Morgana? Kann ich dem vertrauen, was ich sehe? Das gibt es doch gar nicht! Der starke Wind, die Wellen, ich verliere meine Balance, das Wasser trägt mich nicht mehr, ich ertrinke!“

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Ich glaube, jede und jeder von uns hat Momente, da fühlt man sich unbesiegbar: Man könnte Bäume ausreißen, die Welt aus den Angeln heben, Berge versetzen.

Genau so muss sich Petrus gefühlt haben. Nach menschlichem Ermessen war sein Vorhaben undurchführbar. Es widerspricht allem, was die Naturgesetze uns sagen. Voller Vertrauen auf Jesus lässt Petrus sich auf das Unvorstellbare ein. Aber plötzlich geschieht etwas. Glaube und Vernunft geraten in einen Streit. Diesen Konflikt kennen wir alle sehr gut. Unsicherheit und Zweifel überwältigen uns. Mit dem Verstand betrachtet erscheint uns ein Jesus, welcher physikalische Gesetze aufhebt, beängstigend. Weil wir diese unbekannte Wirklichkeit nicht rational erfassen können, zweifeln wir.

Jetzt überlegt mal einen Moment für euch, ob und wann ihr schon selbst einmal so etwas erlebt habt. Erst sich bärenstark fühlen, voller Zuversicht sein und dann plötzlich tauchen die Zweifel auf und verunsichern uns. Geht mal eure Erinnerungen durch!

Und jetzt tut euch zu zweit zusammen und erzählt euch von dem, was euch eingefallen ist. Wann hattet ihr Vertrauen und dann Zweifel?

Gut, und jetzt kommt wieder zusammen. –

Jesus streckt seine Hand aus: Warum zweifelst du? Ich bin doch bei dir!

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Zu Mt 14 von Anke Mölleken

Kaffeetreff, dienstags um Vier: Ali sitzt neben mir. Er erzählt, wie stolz er ist, er sei nun endlich Christ. Ich winke ab und heb die Hand, „Der Islam ist willkommen in meinem Land.“ Ali lacht und erzählt mit feuchten Augen, seine Geschichte, kaum zu glauben: „In den Booten, klapprig und alt, sitzen wir, Herzen und Füße kalt. Wir, die über´s Meer wollen, unter uns Menschen, verschollen. Die Wellen schlagen ins Gesicht, Hoffnung haben wir nicht. Schnell, hektisch, panisch sucht meine Hand festen Griff am hölzernen Rand. ‚Kennt ihr Gott, meine Zuversicht?‘, fragt einer, seine Stimme bricht. ‚Er lief übers Wasser, konnte darauf gehen, alle im Boot haben ihn gesehen. Lasst uns zu ihm beten und niederknien, zu wem sonst sollten wir fliehen? Alles haben wir verlassen, nur noch die Wassermassen sind unsere Feinde und Tod. Wie groß ist unsere Not! Glaubt, betet Jesus an, ob er uns helfen kann?‘ Das Meer ward ruhig, mein Atem tief, als wieder einer rief: ‚Ein Schiff- Rettung ist da. Leben und Hoffnung greifbar nah.‘“ Ali schweigt und schaut mich an – ob ich das Wunder glauben kann?

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Spiele zu zweit: Sich gegenseitig rückwärts fallen lassen;

Sich anfassen und nach hinten fallen lassen – Balance finden;

Augen zumachen, sich vom anderen führen lassen.

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Beten

Mitten im Sturm trau ich den Worten nicht mehr, schüttelt in Wellen die Angst mich durch und ich gehe im Zweifel fast unter. Mitten im Sturm halte ich mich fest am Hoffnungslicht, suche in der Ferne ein Ufer und sehne mich nach einer Stimme, die spricht: Ich bin bei dir, mitten im Sturm. Amen.

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Singen

aus dem Evangelischen Gesangbuch Nr. 209 “Ich möcht, dass einer mit mir geht”

Nr. 395 “Vertraut den neuen Wegen”

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Mitnehmen

Das Vertrauen in Gottes Kraft begleite euch auf euren Wegen!

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