Sprengel Hanau-Hersfeld - Kirchenkreis schafft Haushaltsspagat
Bericht Kreissynode
Kirchenkreis schafft Haushaltsspagat
Dekan Lückhoff ehrt Präses Gudrun Levin
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Die Aufgaben bleiben, die Personalkosten steigen, die Mitgliederzahlen sinken: Das sind die Rahmenbedingen für die Haushaltsplanung 2020/21 des Kirchenkreises.

Zur Herbstsynode lag den Mitgliedern für den Doppelhaushalt 2020/21 ein umfangreiches Zahlenwerk zur Abstimmung vor. Der vorliegende Haushaltsplan, den das Kirchenkreisamt nach vielen beratenden Sitzungen aufgestellt hatte, umfasst den Etat für den Kirchenkreis, die Diakonie und die Kirchengemeinden. Er wurde auf der Sitzung der Kreissynode von Pfarrerinnen, Pfarrern und Kirchenvorständen in offener Abstimmung mehrheitlich beschlossen.

Die mehrseitigen Zahlenkolonnen machten einmal mehr deutlich, wie vielfältig kirchliche Einrichtungen in die Gesellschaft wirken. Das Kreisjugendpfarramt, die schulbezogene Jugendarbeit, die Fachstelle Pilot und die freie Jugendarbeit, für die der Kirchenkreis die Trägerschaft übernehmen wird, werden weiterhin die unterschiedlichen Aufgabenbereichen wahrnehmen. Auch die evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis, die aus der Steuergrundzuweisung der Landeskirche ca. 480.000 Euro erhalten, bleiben unangetastet. Den größten Anteil am Etat mit ca. 990.000 Euro erhält das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig, das in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Hanau weiterhin eine zentrale Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen bleiben wird. Zudem stimmten die Synodalen in großer Mehrheit – bei drei Gegenstimmen und einigen Enthaltungen - für eine weitere finanzielle Unterstützung der ehrenamtlich getragenen diakonischen Flüchtlingshilfe über zwei Jahre mit einem jährlichen Budget von 15.000 Euro. Bei allen Schwierigkeiten setzten die Kreissynodalen hier ein christliches Zeichen der Humanität.

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Insgesamt will sich die Evangelische Kirche nicht aus der Fläche zurückziehen, sondern sich weiterhin den Menschen zuwenden und diese begleiten – in der Diakonie, in der Seelsorge, in der Kinder- und Jugendarbeit und nicht zuletzt mit großartigen musikalischen Kirchenkonzerten und Veranstaltungen, wie es beispielsweise das Reformationsjubiläum 2017 eindrucksvoll zeigte oder das Jahr 2018 mit Vortragsreihen und der Erklärung zur ‚Hanauer Union‘ ein.

Trotz der zum Teil sehr erfolgreichen Projekte und der wichtigen Hilfe für Menschen durch kirchliche Einrichtungen wird sich die Konsolidierung weiterfortsetzen. Stefan Ochs, der Leiter des Kirchkreisamtes erläuterte, dass in fast allen Teilhaushalten ca. 80 Prozent auf Personalkosten entfallen; diese würden – entsprechend den tariflichen Vereinbarungen – steigen; ihnen stünden aufgrund sinkender Mitgliederzahlen weniger Einnahmen gegenüber.

Dekan Dr. Martin Lückhoff betonte in seinem Bericht, dass in der vergangenen Wahlperiode mehr als 12, 6 Millionen Euro direkt an die Kirchengemeinden weitergeleitet worden seien. Nach wie vor würden erhebliche Summen fließen, wenn auch etwas weniger.

Weiterhin verwies Dekan Lückhoff darauf, dass in der vergangenen Wahlperiode von 2013 bis 2019 die landeskirchlichen Vorgaben zum Rück- und Umbau von Strukturen mit großer Solidarität getragen und mit Erfolg umgesetzt worden seien. Die Fusion der beiden Kirchenkreise Hanau Stadt und Land sei nahezu reibungslos verlaufen, die Kooperationsräume kämen gut in ins Arbeiten, aktuell übernehme der Kreis die Trägerschaft für die Jugendarbeit. Der Pfarrstellenplan, der Schwerpunkte und auch Härten transparent mache, weise der Kreissynode die Verantwortung für die Versorgung der Kirchengemeinden zu und werde auch die neue Kreissynode weiterhin beschäftigen. Diese erste Synode nach den Kirchenvorstandswahlen wird sich am 11. März 2020 konstituieren. Dekan Lückhoff dankte deshalb allen Frauen und Männern, die mit der Kandidatur ihre Verbundenheit mit der Kirche gezeigt hätten, für ihr großes Engagement.

Unter langanhaltendem Applaus verlieh Lückhoff der Vorsitzenden der Kreissynode, Gudrun Levin, die Martin-Medaille der Landeskirche als Dank für ihre 18jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Kirchenvorstand Windecken und anschließend von 2007 bis 2019 als Präses der Synode. Gudrun Levin wird sich weiterhin für das kirchliche Ehrenamt engagieren, aber nun auch gerne freier über ihre Zeit verfügen, wie sie in ihrer kurzen Abschiedsrede anklingen ließ. „Ich habe mich frisch verliebt“, gestand Levin den Synodalen „in meine beide Enkelkinder.“ Kurz, aber ermutigend war auch das Grußwort von Max Schad (MdL, CDU), der als Politiker und bekennender Christ, die Kirche aufforderte, weiterhin selbstbewusst Position zu beziehen und sich einzumischen. Er sah in der Kirche eine wichtige Institution der „langen Linien“ sah, ein „Bollwerk“, das einen Mehrwert zu bieten habe, und nah am Menschen in die Gesellschaft wirke.