Sprengel Hanau-Hersfeld - Fester Baustein des sozialen Netzwerkes

Tageslosung

Der HERR ist dein Ruhm, und er ist dein Gott.
Jesus Christus spricht: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
PILOT und Jugendwerkstatt Hanau e.V.
Fester Baustein des sozialen Netzwerkes
Erfolgreiche Jugendarbeit des Kirchenkreises gewürdigt
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Zur Jubiläumsfeier – 40 Jahre PILOT und 35 Jahre Jugendwerkstatt Hanau – konnten Maxi Petersein und Torsten Reinhardt zahlreiche Gäste aus Land, Kreis und Stadt, aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Bildung und natürlich Vertreter der Evangelischen Kirche und Diakonie begrüßen. Dekan Dr. Martin Lückhoff, der die „Geburtstagsfeier“ moderierte, freute sich, unter anderem den hessischen Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), Bischof Dr. Martin Hein und Dr. Harald Clausen, Vorstand der Diakonie Hessen, als Festredner begrüßen zu können.

In allen Grußworten wurde den beiden Einrichtungen nicht nur der bisherige Erfolg ihrer Arbeit bescheinigt, sondern auch großes Engagement, Kreativität und „Herzblut“, das Leitung und Team auszeichnen würden. Fachliche Kompetenz, Kontinuität und Verlässlichkeit machten PILOT und Jugendwerkstatt zu einem wesentlichen Baustein im Übergangsbereich Schule – Ausbildung – Beruf. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel machte deutlich, dass die Stadt Hanau auch weiterhin an der bewährten Zusammenarbeit festhalten werden. „Auf Ihre Initiative wurde 2004 die Jugendberufshilfe in der Stadt verankert und die Berufswegeplanung etabliert“, so der Hanauer Bürgermeister. „Inzwischen sind wir an den Schulen vertreten, erreichen wir über 90 Prozent der Schüler.“ Die Stadt Hanau baue weiterhin auf die „festen Bausteine des sozialen Netzwerks“ und werde diese soziale Jugendarbeit weiterhin finanziell unterstützen, denn der Bedarf sei weiterhin vorhanden. In Hanau würden zunehmend die Aspekte Migration und Integration in das Blickfeld rücken.

Aus Sicht der evangelischen Kirche betonten Bischof Dr. Martin Hein und Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Ökumene und Diakonie, dass es ein Anliegen von Kirche und Staat sei, Jugendlichen eine Aussicht auf eine berufliche Chance zu geben. „Auch in Zeiten knapper Kassen“, wie Hein betonte. Berufliches Leben stelle Ausdruck gesellschaftlichen Lebens und gesellschaftlichen Engagements dar, so Bischof Hein. Auch für Claudia Brinkmann-Weiß gehören Einrichtungen wie diese zur Aufgabe der Kirche, nicht nur die Erfolgsquote von 80 Prozent spreche dafür, sondern die eigene wachsende Wertschätzung, die Jugendlichen hier vermittelt werde, sei aktive, gelebte Nächstenliebe.

Kai Klose, Landesminister für Soziale und Integration, würdigte die Arbeit von PILOT und Jugendwerkstatt als „gelebte Sozialpolitik“. Sie sei nach wie vor von größter Bedeutung, die Herausforderungen würden nicht kleiner. Aufgrund vielfältiger Faktoren und Problemlagen, wie Schulmüdigkeit oder -verweigerung, sprachliche Defizite, fehlende Unterstützung durch die Familie und vieles mehr, bräuchten viele Jugendliche Unterstützung beim Übergang in Ausbildung und Beruf. Erfolgreiche Träger wirkten zusammen im Netzwerk, sähen Brüche als neue Chance. „Es geht um die Chance der Teilhabe, die wir allen ermöglichen wollen,“ sagte Klose und ermutigte die beiden Einrichtungen, ihren Weg weiter zu gehen.

Der Vorstand der Diakonie Hessen, Dr. Harald Clausen, betonte wie seine Vorredner, das große Engagement, die Kreativität und Flexibilität, mit der PILOT und Jugendwerkstatt Hanau im Übergangsbereich Schule – Beruf agierten. „50.000 Jugendliche ohne Abschluss, 1,5 Millionen junge Erwachsene können wir uns nicht leisten“, so der Vorstand. Er forderte eine Korrektur der Fördermittel an, die sich stärker am Bedarf orientieren sollten. Hilfen kämen oft nicht an, der Verwaltungsaufwand sei hoch, der Zeitraum werde immer kürzer. Dies erschwere es, nachhaltig Infrastruktur und Personal aufzubauen. „Investitionen in soziale Leistungen sind Investitionen in eine stabile Gesellschaft“, mahnte Clausen in seinem Grußwort.

Eröffnet wurde das Fest in der Gustav-Hoch-Straße in Hanau um 14:00 Uhr von Bischof Dr. Martin Hein. Der interessante und unterhaltsame Fachvortrag zum Thema ‚neurobiologische Grundlagen des Lernens‘ von Frau Dr. Jasmin M. Kizilirmak sorgte für „AHA-Effekte“ im Publikum. Es folgten Grußworte von Dr. Harald Clausen, von Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und von Susanne Simmler für den Main-Kinzig-Kreis. Für die Landesregierung sprach Kai Klose (Hess. Ministerium für Soziales und Integration), für das Schulamt die kommissarische Leiterin der Leiterin, und für die Agentur für Arbeit Leiterin Heike Hengster. Claudia Brinkmann-Weiß setzte mit ihrer Rede den Schlusspunkt des offiziellen Teils der Jubiläumsfeier. Bei Live-Musik waren alle Gäste zu Imbiss und Gesprächen eingeladen und einem Rundgang im Haus eingeladen.