Sprengel Hanau-Hersfeld - Die Kirche und die Steuer

Tageslosung

Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

 

 

Die Kirche und die Steuer
Interview mit Vizepräsident Dr. Volker Knöppel
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Was passiert eigentlich mit meiner Kirchensteuer? Wie gibt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck Geld aus und was bietet sie dafür? Diese Fragen hat Vizepräsident Dr. Volker Knöppel in unserem „blick in die kirche Magazin“ ausführlich beantwortet. www.blick-in-die-kirche.de

Interview mit Vizepräsident Dr. Volker Knöppel
Die Kirche und die Steuer

Herr Dr. Knöppel, ist das Kirchensteuer-System fair?
Dr. Volker Knöppel: Ja, weil es gewährleistet, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit der Mitglieder das maßgebende Kriterium ist. Wer weniger verdient, zahlt weniger Kirchensteuer, vielleicht sogar gar keine. Und wer gut verdient, zahlt mehr, manchmal auch deutlich mehr. Das ist fair. Der Bemessungssatz für die Kirchensteuer ist in Hessen neun Prozent der Einkommensteuer.

Wer zahlt denn überhaupt Kirchensteuern?
Knöppel: Insgesamt zahlt etwa ein Drittel unserer Gemeindemitglieder Kirchensteuer, zwei Drittel zahlen keine. Das hängt mit den steuerlichen Einkommensgrenzen zusammen. Da gibt es Grundfreibeträge: 9.000 Euro bei Ledigen und 18.000 Euro bei Verheirateten. Nur oberhalb dieser Beträge fällt überhaupt Kirchensteuer an. Rentner mit geringer Versorgung fallen raus, ebenso andere Personengruppen mit keinem oder niedrigem Einkommen wie Arbeitslose, Studenten, Auszubildende oder Kinder.

Die Kirchensteuer-Einnahmen sind trotz sinkender Mitgliederzahlen zurzeit gut. Wann rechnen Sie mit einer Trendwende?
Knöppel: Wir haben tatsächlich seit 2010 eine positive Entwicklung bei den Kirchensteuern. Das hat Ursachen: Im Moment werden die Mitgliederverluste überkompensiert von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und von der guten Arbeitsmarktlage. Mit einer Trendwende rechne ich aus zwei Gründen: Demografisch betrachtet scheiden die geburtenstarken Jahrgänge in fünf bis zehn Jahren aus dem Berufsleben aus. Diese Lücke wird nicht durch ein Nachziehen jüngerer Menschen kompensiert. Für uns bedeutet das eine deutliche Zäsur. Und das Zweite ist die wirtschaftliche Entwicklung. Wenn es irgendwo in dieser globalisierten Welt dramatische Veränderungen geben sollte, dann bekommen wir das natürlich sofort auch in Deutschland zu spüren – und das hat dann sehr schnell Auswirkungen auf die Kirchensteuer.

Worauf können sich die Kirchenmitglieder verlassen: Was bleibt sicher erhalten?
Knöppel: Auch wenn demnächst die geburtenstarken Jahrgänge der Pfarrerschaft in den Ruhestand versetzt und Gemeinde- und Funktionspfarrstellen reduziert werden, bleibt ein flächendeckendes Pfarrstellennetz erhalten. Gemeindemitglieder werden also nach wie vor eine pfarramtliche Versorgung in der Fläche finden. Im Übrigen werden alle Bereiche sparen müssen. Es gibt Bereiche wie Bildung oder Jugendarbeit, die wollen wir etwas pointierter im Blick behalten. Aber ansonsten wird jeder Bereich sich darauf einstellen müssen, dass es weniger Geld und weniger Personal gibt. In einer Gesellschaft, die kleiner wird, darf auch die Kirche kleiner werden. Unser Leitsatz heißt: „Volkskirche qualitativ weiterentwickeln”. Wir werden mit Angeboten an Gemeindemitglieder aber auch in die ganze Gesellschaft hinein in Zukunft weiter dabei sein.

Fragen: Simmank/Dellit

www.blick-in-die-kirche.de

mid - eingestellt am 01.04.2019