Sprengel Hanau-Hersfeld - Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald

Tageslosung

Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

 

 

Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald
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Pfarrer Heinz Daume erinnert mit Mitgliedern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hanau sowie Lehrerinnen und Lehrern des Religionspädagogischen Instituts Frankfurt in Buchenwald an die Ermordung Dietrich Bonhoeffers am 9. April 1945.

Mitglieder der Hanauer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit besuchten am 9. April, dem Todestag Dietrich Bonhoeffers, die Gedenkstätte KZ Buchenwald. Mit dabei waren auch Lehrerinnen und Lehrer des Religionspädagogischen Instituts der evangelischen Kirchen in Hessen.

Der Theologe war 1945 zeitweise im Keller des SS-Gefängnisses in Buchenwald gefangen gehalten worden. Wenige Tage vor der Befreiung des Lagers wurde er in das Konzentrationslager Flossenbürg überführt und dort wegen seines Widerstandes gegen das Hitlerregime und seiner Beteiligung am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 ermordet. Als Pfarrer der evangelischen Kirche hatte er zunächst auf eine klare Widerstandshaltung der Bekennenden Kirche gehofft. Sie müsse dem Rad in die Speichen greifen, wenn sie den Staat versagen sieht. Als das ausblieb, beteiligte er sich persönlich an Plänen für die Ausschaltung Adolf Hitlers. Aufgrund seines entschiedenen Eintretens für die Juden und seiner klaren politischen und kirchlichen Haltung wird Bonheoffer heute als wichtigster Widerständler der evangelischen Kirche betrachtet. Anlässlich seines Todestags war in der Gefängnisruine schon eine neue Gedenktafel in Erinnerung an sein Wirken angebracht. Zwei Tage später, am 11. April, dem Tag der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner 1945, ist sie feierlich eingeweiht worden. Die Gruppe nahm auch an einer Führung über das Gelände des früheren Konzentrationslagers teil. Unter den Lehrern wurde die Notwendigkeit von Schulbesuchen in der Gedenkstätte erörtert. Bis zu einer viertel Million Menschen wurden in der Zeit von 1937 bis 1945 im Konzentrationslager inhaftiert, viele davon weiter in die Vernichtungslager verschleppt. Über 50.000 Menschen aus vielen Nationen wurden in Buchenwald selbst ermordet. Auch nach der Befreiung fanden völlig erschöpfte und kurz vorm Verhungern befindliche Personen noch den Tod. Die Fahrt fand unter Leitung von Pfarrerin Anke Kaloudis, rpi Frankfurt und Pfarrer Heinz Daume, GfCJZ Hanau statt.

Text: Pfarrer i.R. Heinz Daume

mid - eingestellt am 15.04.2019