Sprengel Hanau-Hersfeld - 13. Landessynode - Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck steht vor wegweisenden Entscheidungen

Tageslosung

Der HERR ist dein Ruhm, und er ist dein Gott.
Jesus Christus spricht: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
13. Landessynode - Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck steht vor wegweisenden Entscheidungen
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Die 7. Tagung der 13. Landessynode fand vom 9. bis zum 11. Mai in der Ev. Tagungsstätte Hofgeismar statt. Hier die Themen und Ergebnisse: Eröffnung und Wahl der Bischöfin; Dr. Beate Hofmann ist Bischöfin in Kurhessen-Waldeck, Auf dem Weg zu einer integralen Personalpolitik, Landessynode schließt Fusionsprozess auf Kirchenkreisebene ab - www.ekkw.de

Landessynode schließt Fusionsprozess auf Kirchenkreisebene ab

Der Strukturreformprozess der Kirchenkreise in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist vollzogen: Die Landessynode verabschiedete heute das Kirchengesetz über die Errichtung der Kirchenkreise Hersfeld-Rotenburg, Hofgeismar-Wolfhagen, Kinzigtal, Schwalm-Eder und Werra-Meißner.

Zum 1. Januar 2020 vereinigen sich nun die Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg zum Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg, die Kirchenkreise Hofgeismar und Wolfhagen zum Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen, die Kirchenkreise Gelnhausen und Schlüchtern zum Kirchenkreis Kinzigtal, die Kirchenkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum Kirchenkreis Schwalm-Eder sowie die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen zum Kirchenkreis Werra-Meißner. In dem Kirchengesetz wird geregelt, dass die vereinigten Kirchenkreise Rechtsnachfolger der bisherigen Kirchenkreise sind. Dazu gehört der Übergang des Vermögens, aber auch der Arbeitsverhältnisse.

Mit dieser Fusion wird sich insgesamt die Anzahl der Kirchenkreise von 28 (im Jahr 2004) auf 14 (im Jahr 2020) reduziert haben.

Stichwort: Kriterien für landeskirchliche Strukturveränderungen auf Kirchenkreisebene
Im Jahr 2009 wurden durch den Rat der Landeskirche Kriterien für die Umstrukturierung aufgestellt, die den Kirchenkreisen als Orientierung dienen sollten. Demnach sollten die künftigen Kirchenkreise eine bestimmte Anzahl von Pfarrstellen aufweisen (mindestens 25, maximal 40) und die Grenzen der Landkreise und der Kommunen berücksichtigen. Der Verantwortungsbereich der Kirchenkreisämter sollte sich auf maximal zwei Kirchenkreise beschränken und nach Möglichkeit mit dem Verantwortungsbereich einer Landkreisverwaltung deckungsgleich sein. Den Kirchenkreisen wurde bis 2015 Zeit gegeben, selbstständig und freiwillig die Strukturveränderungen in ihrem Bereich herbeizuführen. Dieser Ratsbeschluss wurde 2015 durch die Landessynode bestätigt. Es wurde bekräftigt, dass der Frühjahrssynode 2017 durch das Landeskirchenamt Verfahrensvorschläge für noch nicht abgeschlossene Veränderungsprozesse vorgelegt werden sollten

Auf dem Weg zu einer integralen Personalpolitik - Prälat Böttner und Vizepräsident Dr. Knöppel legen gemeinsamen Personalbericht vor

Erstmals wurde der kurhessischen Landessynode heute ein gemeinsamer Personalbericht für alle Mitarbeitenden der Landeskirche vorgelegt. Damit kamen der Vizepräsident und der Prälat einem Beschluss der Landessynode im Rahmen des Zukunftsprozesses nach, demzufolge eine „integrale Personalpolitik und -planung“ auf den Weg gebracht werden sollte. Sie erläuterten, der Bericht biete eine Gesamtschau auf die Situation aller kirchlichen Beschäftigten und zeige gemeinsame Entwicklungslinien auf. Diese beträfen alle Berufsgruppen und stellten die Landeskirche, die Kirchenkreise und Kirchengemeinden als Anstellungsträger vor die gleichen Herausforderungen.

10.100 Menschen arbeiten in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Zum Stichtag 31.12.2018 arbeiteten 10.106 Personen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Beschäftigungsumfängen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitete in Kindertageseinrichtungen, 10 % im Verwaltungsbereich und 8 % im Pfarrdienst. Von allen Mitarbeitenden waren 44,81 % geringfügig oder kurzfristig beschäftigt, 40,15 % arbeiteten in Teilzeit und 15,04 % in Vollzeit. Rund drei Viertel der Beschäftigten sind Frauen. Lediglich im Pfarrdienst (55,4 %) und im Sektor „sonstige Technik“ (73 %) arbeiteten (noch) mehr Männer als Frauen. Im Folgenden die Aufschlüsselung der Beschäftigten nach Berufsfeldern:

2.454 Mitarbeitende (= 24 %) Kindertageseinrichtungen
1.530 Mitarbeitende (= 15 %) Kirchenmusik
1.382 Mitarbeitende (= 14 %) Hauswirtschaft / Reinigung
1.062 Mitarbeitende (= 11 %) Hausmeister / Küster
1.013 Mitarbeitende (= 10 %) Verwaltung
585 Mitarbeitende (= 6 %) Gemeindepfarrdienst
240 Mitarbeitende (= 2 %) Funktionspfarrdienst
583 Mitarbeitende (= 6 %) Diakoniestationen
478 Mitarbeitende (= 5 %) Regionale Diakonische Werke
436 Mitarbeitende (= 4 %) Pädagogik
343 Mitarbeitende (= 3 %) Sonstige Technik 
40.000 Ehrenamtliche tragen, unterstützen und begleiten Hauptamtliche
Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Ehrenamtlichen. Durch ihre hohe Anzahl von rund 40.000 würden die rund 10.100 Mitarbeitenden „getragen, unterstützt und begleitet“. Wenn man berücksichtige, dass viele hauptamtlich Beschäftigte sich auch ehrenamtlich betätigten, seien weit mehr als 40.000 Menschen – und damit 5 bis 6 % der Gemeindeglieder -in Haupt- oder Ehrenamt für die Landeskirche tätig: „Sie alle sind unsere Botschafterinnen und Botschafter“, so der Prälat und der Vizepräsident.

Altersstruktur stellt Personalplanung vor besondere Herausforderungen
Von besonderer Bedeutung für die Personalplanung sei die Altersstruktur der Mitarbeitenden. Sie folge weitgehend dem Bundesdurchschnitt der Erwerbstätigen. Die Gruppe der 51- bis 60-jährigen Mitarbeitenden, und damit die rentennahen Jahrgänge, mache einen Anteil von 29,7 % aus. Dieser liege nur wenig über dem bundesweiten Durchschnitt. Bei den Pfarrerinnen und Pfarrern umfasse diese Altersgruppe allerdings 49 % der Tätigen. Ab dem Jahr 2022 sei ein deutlicher Anstieg von Renten- und Ruhestandseintritten in allen Arbeitsbereichen zu erwarten. Prälat und Vizepräsident resümierten, diese Betrachtung zeige, dass auch die Landeskirche von einer „Überalterung“ betroffen sei. Eine Reaktion auf dieses Phänomen sei im privatrechtlichen Bereich die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre; für den Pfarrberuf und für Kirchenbeamte werde zurzeit die freiwillige Verlängerung der Dienstzeit bis maximal zur Vollendung des 75. Lebensjahres diskutiert. Außerdem gelte es, altersgerechte Arbeitsbedingungen zur Erhaltung der Gesundheit und Arbeits- und Dienstfähigkeit zu schaffen. Zurzeit entwickle eine Arbeitsgruppe einen Leitfaden zur Einrichtung eines Gesundheitsmanagements in der Landeskirche.

Nachwuchsgewinnung ist weiterhin notwendig
Beide Personalverantwortlichen betonten, dass trotz des geplanten Pfarrstellen- und Personalabbaus im Rahmen des Zukunftsprozesses weiterhin qualifiziertes und motiviertes Personal gehalten und neu gewonnen werden müsse. Allerdings sei der sich abzeichnende Spagat zwischen Personalabbau und gleichzeitigem Intensivieren der Maßnahmen zur Personalgewinnung nur schwer zu erklären. Zu bedenken sei, dass sich die Landeskirche auf der Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern befinde. Daher müssten die Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung berufsübergreifend verstärkt werden. Bereits jetzt seien verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, wie das Internet-portal www.macht-sinn.info, das für alle kirchlichen Berufsfelder werbe, ein Stipendienprogramm für Theologiestudierende sowie Beauftragte, die sich gezielt um die Nachwuchsgewinnung bemühten.

Kirche will ein attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber sein
Dr. Knöppel versicherte, dass die Kirche auch in Zukunft für alle ihre Beschäftigten ein „attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber“ sein wolle. Dazu gehöre es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. So praktiziere man bereits jetzt vielfältige Teildienst-Modelle und ermögliche Telearbeit, die das Miteinander von Kindererziehung und Beruf ermöglichten. Auch die Rückkehr aus einem Teilzeitarbeitsverhältnis in die Vollzeitbeschäftigung sei seit langem in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gelebte Praxis. Angesichts der Altersstruktur der Mitarbeitenden werde man künftig auch mit Beurlaubungen oder Reduzierungen des Dienstumfangs zur Pflege naher Angehöriger rechnen müssen. Nach Einschätzung des Vizepräsidenten betreffe diese Entwicklung trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen noch immer überwiegend die Frauen. Bedingt durch den hohen Frauenanteil der Beschäftigten erhöhe diese Entwicklung den künftigen Personalbedarf.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit muss weiterentwickelt werden
Beide Personaldezernenten zeigten sich davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit in multi-professionellen Teams weiterentwickelt werden müsse. Alle kirchlichen Akteure in einem Kooperationsraum seien einzubeziehen. Zwar werde die kirchliche Arbeit maßgeblich von den Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Mitarbeitenden initiiert und koordiniert. Sie könne aber nur bei einer intensiven Mitwirkung und Einbindung aller Ehrenamtlichen gelingen. Generell gelte, dass aus Einzelkämpfern Teamplayer werden müssten. Dies sei zunächst ein Wandel, der eingeübt werden müsse. Es sei aber zu erwarten, dass die nachfolgenden Generationen in die Kultur einer multiprofessionellen Zusammenarbeit hineinwachsen würden.

Abschließend bekräftigten der Vizepräsident und der Prälat, dass man sich auf allen Ebenen in den nächsten Jahren von gewohnten Handlungsweisen verabschieden und neue erproben müsse. Dabei sollten die individuellen Gaben und Talente aller noch viel stärker als bisher für die Erfüllung des gemeinsamen Auftrags einbezogen werden. Es gelte, das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen als Chance zu begreifen und zu fördern – in allen Arbeitsprozessen und Leitungsstrukturen: „Die Zeiten möglichen Einzelkämpfertums sind endgültig vorbei, ebenso die Zeiten der engen hierarchischen, teilweise bevormundenden Mitarbeiterführung.“ Man dürfe und könne den Mitarbeitenden sehr viel mehr zutrauen, mehr Aufgaben zur eigenverantwortlichen Bearbeitung delegieren, selbständiges Arbeiten ermöglichen und Eigeninitiative fördern.

Dr. Beate Hofmann ist Bischöfin in Kurhessen-Waldeck

Dr. Beate Hofmann ist die neue Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck. Die Landessynode hat sie heute im 2. Wahlgang mit 78 von 84 Stimmen gewählt. In ihrer Dankesrede sagte die bisherige Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement in Bethel: „Sie haben mir damit einen Schlüssel anvertraut zu der Tür in einen neuen Lebensabschnitt und in Ihre Kirche, einen Schlüssel für eine Schlüsselfunktion in dieser Kirche. Ich danke allen, die mir dafür ihr Vertrauen gegeben haben und ich hoffe, dass ich auch die Unterstützung derer gewinne, die mich nicht gewählt haben.“

Sie betonte, sie habe hohen Respekt vor diesem Amt, gehe es mit Mut, aber auch Demut an. Dabei wünsche sie sich die Begleitung der Synodalen durch Gebet, durch gute Ideen und notwendige Kritik, aber auch durch Offenheit für Gottes Geist und seine erneuernde Kraft. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen „im gemeinsamen Weiterbau an Kirche als Haus Gottes, damit unsere Türen für viele Menschen aufgehen und sich auch Türen zu Gott und neue Erfahrungen mit dem Glauben erschließen.“ Im ersten Jahr habe sie vor, mit möglichst vielen und möglichst unterschiedlichen Menschen in der Landeskirche zu sprechen und vor allem zuzuhören, wo Probleme liegen, was ärgert und was begeistert, und wo Ideen und Chancen sind. Sie freue sich auch auf die Zusammenarbeit mit Medien und Politik und anderen Kooperationspartnern in der Zivilgesellschaft, mit den katholischen und den jüdischen und muslimischen Nachbarinnen und Nachbarn.

Dr. Beate Hofmann ist seit Oktober 2017 Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement der Kirchlichen Hochschule in Bethel/Bielefeld. Schwerpunkte ihrer dortigen Tätigkeit sind das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in Kirche und Diakonie und die Gestaltung diakonischer Unternehmenskultur. Frau Hofmann ist in Bad Tölz, Miesbach und Regensburg aufgewachsen. Ihr Studium führte sie nach Bethel, Heidelberg, Evanston (USA), Hamburg und München. Durch ihr Vikariat in München-Hasenbergl und ihre Tätigkeit als Gemeindepfarrerin in München-Großhadern machte sie Erfahrungen in der Arbeit mit unterschiedlichen sozialen Milieus. Frau Dr. Hofmann promovierte 1999 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema „Der Bayerische Mütterdienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Geschichte und Arbeitsweise im Spiegel von Dokumenten und Interviews“. Anschließend war sie bis 2003 Theologische Studienleiterin des Fortbildungszentrums der Diakonie Neuendettelsau und zugleich Pfarrerin in der Anstaltsgemeinde St. Laurentius. Von 2003 bis 2013 lehrte sie als Professorin für Gemeindepädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Sie bildete Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sowie Diakoninnen und Diakone aus. Weiterhin arbeitete sie zu Fragen der Gemeindeentwicklung und Glaubenskommunikation sowie des Ehrenamtes und der Engagementforschung im kirchlichen Kontext. Erwachsenenbildung war auch das Thema ihrer Habilitation an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau: „Sich im Glauben bilden. Der Beitrag von Glaubenskursen zur religiösen Bildung und Sprachfähigkeit Erwachsener“ im Jahr 2013. Seit Oktober 2013 lehrt die Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal / Bethel. Frau Dr. Hofmann engagiert sich in zahlreichen Gremien in den Bereichen Diakonie und Erwachsenenbildung. Zudem ist sie Mitglied des Beirates des Referats für Chancengerechtigkeit der EKD (seit 2016). Sie verfügt über eine Ausbildung zur Gemeindeberaterin und zur geistlichen Begleiterin und war über 10 Jahre nebenamtlich als Gemeindeberaterin tätig.

Verheiratet ist Beate Hofmann in zweiter Ehe mit dem katholischen Physiker Dr. Stefan Geis. Sie spielt Harfe und Klavier, ist kulturell interessiert, liest gerne und findet ihren Ausgleich bei Sport und Gartenarbeit.

Landessynode mit Bischofswahl beginnt - Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck steht vor wegweisenden Entscheidungen

Wer wird die erste Bischöfin in Hessen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Zu ihrer Eröffnung hielt am heutigen Vormittag Prälat Bernd Böttner den Gottesdienst. Weiteres Schwerpunktthema der Beratungen, die bis einschließlich Samstag, den 11. Mai, andauern werden, ist die erste gemeinsame Betrachtung der Personalentwicklung für Pfarrerinnen und Pfarrer und die weiteren Mitarbeitenden in der Landeskirche. Neben diesem Personalbericht stehen die Verabschiedung der Eckpunkte einer neuen Finanzverfassung und mehrere Kirchengesetze auf der Tagesordnung. Dazu gehört das Kirchengesetz über die Errichtung der Kirchenkreise Hersfeld-Rotenburg, Hofgeismar-Wolfhagen, Kinzigtal, Schwalm-Eder und Werra-Meißner.

Prälat Böttner: Kirche darf sich nicht nur um sich selbst drehen
In seiner Predigt fragte Prälat Bernd Böttner nach biblischen Anhaltspunkten für eine „gute Leitung“. Eines der bekanntesten Bilder für Gott und Jesus Christus sei das Bild vom guten Hirten, das auch für die leitenden Ämter in den Gemeinden gebraucht werde (1. Petrus 5). In diesem Bild könne man vieles entdecken, was auf die gewünschten Charaktereigenschaften einer Bischöfin oder eines Bischofs zu übertragen sei: „Freilich kann sich jede Form von Leitung und Verantwortung an diesem Bild messen, ganz egal, wo und wie Leitung ausgeübt und Verantwortung wahrgenommen wird.“ Bereits der Prophet Hesekiel habe das Hirtenamt als ein Amt der Fürsorge beschrieben. Ein schlechter Hirte sei der, der sich nur um sich selbst drehe. Böttner stellte die kritische Frage, wo sich die Kirche nur um sich selbst drehe: „Sind wir Kirche für andere oder nur Kirche für uns, sind wir eine Kirche, die sich nicht nur mit sich selbst beschäftigt und um sich selbst kreist, oder sind wir Salz der Erde und Licht der Welt?“ Die junge christliche Gemeinde habe in Jesus Christus den neuen, guten Hirten gesehen. „An seinem Beispiel erwachsen die Anstöße, die Motivation und die Befähigung für uns und für unseren Dienst in der Kirche und für die Welt“, so der Prälat.

Präses Dr. Dittmann: Durch Wahlen kann man Gemeinwesen mitgestalten
In seiner Eröffnung stellte Dr. Dittmann fest, dass das Jahr 2019 unter dem Vorzeichen zahlreicher Wahlen stehe: die Europawahl, die Kirchenvorstandswahlen und die Bischöfinnenwahl. Der Präses bekräftigte, dass die Teilnahme an den jeweiligen Wahlen die Chance biete, das Gemeinwesen mitzugestalten. Dabei sei es nicht gleichgültig, ob oder wie man wähle. Dr. Dittmann zeigte sich davon überzeugt: „Bei all diesen Wahlen haben wir Verantwortung für ein friedliches, freies und rechtsstaatliches Europa, für ein lebendiges Miteinander in unseren örtlichen Kirchengemeinden und für die weitere Entwicklung unserer Landeskirche unter guter geistlicher Leitung.“ Dabei sei allen bewusst, dass die Wahlentscheidungen nur „nach bestem Wissen und Gewissen“ getroffen werden könnten und dass man auch Irrtümern und Fehleinschätzungen unterliegen könne: „So bitten wir Gott um seinen Beistand, um offene Augen und Ohren und verständige Herzen – bei all den Wahlentscheidungen, zu denen wir berufen sind.“, so der Präses.

Stichwort: „Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“

Gebiet der Landeskirche
Der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören 800.663 Menschen an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.

Aufgaben und Kompetenzen der Landessynode
Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die geistliche und rechtliche Leitung der Landeskirche teilt sie mit dem Bischof, den Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt. Sie schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.

Zusammensetzung der Landessynode
86 Mitglieder gehören der Landessynode an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der Kirchenkreise für sechs Jahre ge-wählt. Hinzu kommen von Amts wegen der Bischof sowie seine Stellvertreter, der Vizepräsi-dent (juristischer Stellvertreter) und der Prälat (theologischer Stellvertreter), die Pröpstinnen und der Propst der drei Sprengel sowie die Direktoren des Evangelischen Studienseminars und der Evangelischen Akademie. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.

Informationen zur 13. Landessynode
Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Ihre Sitzungen werden durch den Präses oder seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter geleitet. Seit Frühjahr 2016 ist die 13. Landessynode im Amt. Ihre Amtszeit endet im Frühjahr 2022. Präses ist der emeritierte Vorsitzende Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof, Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann (Kassel), Erste Beisitzerin ist die Dozentin am Evangelischen Fröbelseminar, Dr. Isabel Schneider-Wölfinger, Zweiter Beisitzer Pfarrer Dr. Volker Mantey, Kirchengemeinde Spangenberg (Melsungen).


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mid - eingestellt am 13.05.2019 + 06.05.2019