Sterbebeistand

Wozu ist Sterbebeistand gut?

Wenn sich abzeichnet, dass die letzte Lebensphase eines Menschen voranschreitet, spätestens wenn der Sterbevorgang begonnen hat, dann lässt es sich nicht mehr verdrängen: Der Tod naht. Abschied nehmen wird unausweichlich. Verlustangst und große Unsicherheit stellen sich ein.

Für viele Menschen ist es in dieser Situation hilfreich, wenn eine andere Person hinzukommt, die nicht unmittelbar betroffen ist, die Anteilnahme und Einfühlungsvermögen mitbringt und sich ihnen mit ruhiger Gelassenheit zur Verfügung stellt.

Als evangelische Kirche bieten wir Sterbenden und ihren Zugehörigen solche Begleitung an. Wir tun dies aus Nächstenliebe. Und wir bringen darin unsere christliche Hoffnung zum Ausdruck, die aus dem Glauben an die Auferstehung der Toten erwächst: Eines Tages wird der Moment kommen, da werden wir sterben. Aber alle anderen Momente werden wir leben, die Tage davor – und die Tage danach!

Menschen mit ihren Zugehörigen bleiben im Sterben nicht allein gelassen. Dadurch soll und kann erfahrbar werden, dass es einen tragenden Grund gibt, der auch durch den Tod nicht wegbricht. Dies wird oft nur zaghaft möglich sein. Doch erstaunlich häufig geschieht es, dass sich mitten in Verlegenheit, Kummer und Not Vergewisserung einstellt.

Wenn darf ich hinzu bitten?

Vieles geschieht im Stillen und Verborgenen: Zuhause unter Nachbarn und christlichen Geschwistern oder durch engagierte Menschen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Aber auch die evangelischen Pfarrer und Pfarrerinnen in den Kirchengemeinden, Krankenhäusern und Heimen stellen sich als Sterbebegleiterinnen und -begleiter sachkundig und bereitwillig zur Verfügung. Die Hauptlast tragen indes ehrenamtliche Kräfte, und sie tun es gerne.

Unter ihnen sind zahlreiche ausgebildete Hospizbegleiterinnen und –begleiter. Im Bereich des Kirchenkreises Hanau organisieren der ambulante Hospizdienst der Vereinten Martin-Luther + Althanauer Hospital Stiftung Hanau und die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst Hanau ihren Einsatz in ökumenischer Verbundenheit. Die Begleiterinnen und Begleiter suchen Sterbende bei sich Zuhause und in Einrichtungen auf, halten Sitzwachen, ermöglichen belasteten Zugehörigen kleine Auszeiten. Sie hören zu und geben Antwort, ohne sich aufzudrängen.

Dankbar sind wir auch dafür, dass in unserem Bereich der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst solche Begleitung auch für die Angehörigen lebensverkürzend erkrankter Kinder anbietet.

Wie kann ich mich selber kundiger machen?

Bei den Hospizdiensten kann erfragt werden, wo und wann in unserer Region „Letzte-Hilfe-Kurse“ stattfinden. Die Kurse wollen zu Mitmenschlichkeit und Unterstützung in der letzten Lebensphase eines geliebten Menschen ermutigen und Berührungsängste abbauen. Sie richten sich an Interessierte, die lernen möchten, was sie dabei für die ihnen Nahestehenden tun können.

Was darf ich erhoffen?

Haben Sie bitte keine Scheu, für sich bei Bedarf solche Begleitung zu erbitten und auf diesem Weg Stärkung zu erfahren. Und haben Sie bitte keine Scheu, sich auf den Umgang mit Sterbenden einzulassen. Denn darin liegt die Chance, das „Leben im Sterben“ zu finden: Bei allem Schlimmen, aller Not ergeben sich oft Momente, die sehr kostbar sind und die Hoffnung auf ein Wiedersehen wachhalten.

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