Aufbruchstimmung in Wachenbuchen

10 Apr
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Pfarrerin Annett Schulte übernimmt zum 1. April das Pfarramt Buchen II – Wachenbuchen

Im Pfarrhaus Wachenbuchen stehen die Zeichen auf Neuanfang: In der Wohnung im Obergeschoss werden Bodenbeläge neu verlegt und Wände gestrichen, und auch im Amtszimmer der Pfarrstelle Buchen II wird sortiert, gesichtet und neu eingerichtet. Die Rede ist von einer blühenden Dachterrasse, und auch der Garten wird aus seinem Winter-Dornröschenschlaf erwachen. Pfarrerin Annett Schulte, die hier mit zwei Söhnen einziehen wird, ist gut gelaunt. Ihre künftige Wohn- und Wirkstätte nimmt Gestalt an, es gefällt ihr in Wachenbuchen, auch wenn es zurzeit ungewöhnlich still ist im Gemeindehaus. Mit vielen Ideen, mit großem Elan und voller Zuversicht beginnt Annett Schulte am 1. April als Pfarrerin ihren Dienst in der Pfarrstelle Buchen II – Wachenbuchen und wird künftig mit Pfarrerin Stefanie Bohn gemeinsam in der Kirchengemeinde Buchen seelsorgerisch wirken.

 

Klinikseelsorgerin für Kinder und Jugendliche
„Ich freue mich sehr darauf, wieder in einer Gemeinde als Pfarrerin tätig zu sein, freue mich, wieder in der Breite arbeiten zu können.“ Die 43-jährige Pfarrerin ist ein Gewinn für Buchen. Ihre offene und unkomplizierte Art macht es leicht, mit ihr ins Gespräch zu kommen, als Mutter kennt sie Freude, Sorgen und Nöte nicht nur als Seelsorgerin. Für Schulte heißt es zunächst, Abschied nehmen vom Städtischen Klinikum Fulda. Die Klinik mit Maximalversorgung ist unter anderem auf Frühgeburten spezialisiert. So fanden viele Eltern der „Frühchen“ Aufmerksamkeit und Trost bei der Pfarrerin für Klinikseelsorge mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendklinik. Die Seelsorgerin hatte zudem ein offenes Ohr für Kinder und Jugendliche, die beispielsweise einen Mopedunfall oder eine Diagnose wie Diabetes zu verarbeiten hatten. Als Mutter von drei Söhnen fällt es Annett Schulte leicht, Anknüpfungspunkte für ein Gespräch zu finden. Im Städtischen Klinikum war sie geschäftsführende Pfarrerin im Team und sie hat unter anderem 2018 die EKD-Fachkonferenz zur Kinderklinikseelsorge mit dem Thema: „Wurzeln und Flügel – 30 Jahre Kinderkrankenhausseelsorge“ verantwortlich mit vorbereitet und durchgeführt.

Religionsunterricht als Bereicherung
„Mein Leben sehr bereichert hat auch meine Lehrtätigkeit an den Beruflichen Schulen in Bad Hersfeld.“, erzählt die Pfarrerin. Mit angehenden Erzieherinnen oder Elektronikern, mit Jugendlichen verschiedener Konfessionen, die am Unterricht teilnahmen, hat sie im interreligiösen Dialog darüber reflektiert, wie Glauben sich ausgestalte. Bis 2012 war Annett Schulte als Elternzeitvertretung Pfarrerin zur Erteilung von Religionsunterricht an den Beruflichen Schulen und an den Grundschulen in Bad Salzschlirf und Großenlüder. Diesem reichen Erfahrungsschatz wird die Pfarrerin in die Jugendarbeit, in den Konfirmandenunterricht, einbringen. Ein weiterer inhaltlichen Schwerpunkt wird neben der Jugendarbeit die Öffentlichkeits- und Kulturarbeit in der Kirchengemeinde Buchen sein.
Nach dem zweijährigen Vikariat von 2005 bis 2007 trat Pfarrerin Schulte in den Evangelischen Kirchengemeinden Bad Salzschlirf und Großenlüder im Kirchenkreis Fulda ihre erste Pfarrstelle an. Als die Familie 2016 nach Frankfurt am Main umzog wechselte Pfarrerin Schulte 2012- inzwischen dreifache Mutter – in die Klinikseelsorge.

Pilgern, Wandern und Musizieren
In ihrer Freizeit spielt Pfarrerin Annett Schulte gerne Klavier. Und sie ist ein begeisterte Pilgerin. Zehn Tage lang wanderte sie im Sommer 2020 auf dem Jakobsweg in Spanien, 155 Kilometer weit, alleine, ohne Familie. „Das Pilgern begleitet mich schon länger“, sagt sie. „Es verändert den Blick auf sich selbst und auf die Welt. Pilgern bedeutet, Gott in sich zu erfahren. In jedem Menschen brennt ein göttlicher Funke, mit jedem Schritt kommt man näher.“
Wachenbuchen ist Pilgerkirche, der Jakobsweg führt mitten durch den Ort. „Was für ein toller Arbeitsweg vom Pfarrhaus zur Kirche“, ist Pfarrerin Annett Schulte begeistert. Sie ist sicher, diese Kirchengemeinde hat sie gefunden, nicht umgekehrt. Diese, ihre Herzensthema, wird sie jedenfalls weiterhin verfolgen. Menschen das eigene Pilgern nahe zu bringen und zu ermöglichen, das wäre denkbar in Wachenbuchen. Doch zunächst wird sie sich den Konfirmanden zuwenden, der Gemeindebrief und die kulturelle Arbeit fällt ebenfalls in ihr Ressort. Es gibt also viel zu tun für die neue Pfarrerin, deren Einführungsgottesdienst coronabedingt abgesagt und auf einen späteren Termin verschoben wurde.

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