Wo Gottes Herrlichkeit sich zeigt, verwandelt sich das Leben in ein Fest. Diese Einsicht verbindet sich mit dem Predigttext und Evangelium von der Hochzeit zu Kanaa.

Jesus vollbringt im Johannesevangelium das erste seiner Wunder auf einer Hochzeit. Ausgerechnet mit Wein verschafft er einer Hochzeitsgesellschaft eine feucht-fröhliche Stimmung. Damit übertrifft er alle Erwartungen.

Wie unangenehm ist es für einen Gastgeber, wenn bei dem Fest die Getränke ausgehen. Wenn die Gefahr besteht, dass Freude versiegt und das Fest stirbt, weil die Einladung nicht hält, was sie versprochen. Jesus rettet die Feier – und offenbart seine Herrlichkeit.

Der Evangelist Johannes stellt gerade dieses Wunder besonders heraus „…und er offenbarte damit seine Herrlichkeit“.

Aus dem Alltäglichen wird etwas Außergewöhnliches. Aus einer für die Gastgeber peinlichen Situation wird die Erfahrung von Gottes Gegenwart. Gottes Erscheinen in der Welt überrascht alle so, wie der Speisemeister im Evangelium von der Qualität des Weines überwältigt ist. Und sie löst ausgelassene Freude und unbändigen Jubel aus, von denen der 105. Psalm geradezu überfließt.

Gottes Herrlichkeit erschließt sich also mitten im Leben. Seine Herrlichkeit gilt nicht den Großen und Mächtigen dieser Welt. Stattdessen spricht Paulus in der Brieflesung des Sonntags (1. Kor. 2) von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist.

Wo sich mitten im Leben Gottes Herrlichkeit zeigt und wo Menschen sich ihr öffnen, verwandelt sie den Einzelnen und die ganze Gemeinde. Dies bleibt ein Geschenk Gottes, jeder und jedem durch seinen Geist offenbart.

Heute erscheint das Evangelium auch als ein Sehnsuchts-Text. Wie sehr hoffen Menschen, ausgelassen feiern zu können. Wie wünschen wir uns ein fröhliches, ausgelassenes Miteinander. Wie sehr sehnen wir uns nach Gemeinschaft und Feiern.

Auch wenn vieles nicht möglich ist, bleibt die Verheißung: Gott begegnet uns im Alltag dieser Welt. Im Misslingen offenbart er uns seine Herrlichkeit. Möglicherweise entdecken wir es erst später, dann, wenn die Situation vorbei ist.

Uns wünsche ich Erfahrungen mit der Herrlichkeit Gottes. In Zuwendung und Nächstenliebe, Stärkung und Ermutigung, auch in Feier und Gemeinschaft. Ihnen, ja uns allen, eine segensreiche, gute Zeit mit Erfahrungen der Herrlichkeit Gottes.
Amen

Herzlich grüßt Ihr
Martin Lückhoff