Heute am Ewigkeitssonntag lesen wir die Namen der im letzten Jahr verstorbenen Gemeindemitglieder vor. Und mit dem Namen kommen Bilder und Geschichten in den Sinn, liebe Erinnerungen und Herzenswärme, auch plötzliches Entreißen und der Schrecken des Todes. Dünnhäutig und tastend suchen wir Raum für Trauer und Schmerz. Trauer und Schmerz, egal, wie lange man schon damit rechnete, egal, wie lange der Mann, die Schwiegermutter, die Tochter, der Vater, ganz egal, wie lange sie schon nicht mehr da sind. Unsere Liebe zu ihnen hat ihren gewohnten Ort verloren, sie irrt umher, weint und sucht und findet einzelne Gegenstände, Erinnerungen, Gerüche, …

… und findet das Grab, den Ort der letzten Ruhe. Mit Blumen. Und Kerzen. Und Worten. Und Fragen. Manches hätten wir sie gerne noch gefragt, manches hätten wir ihm gerne noch erzählt.

Wir sind mit unserer Trauer nicht allein. Wir waren bei der Trauerfeier nicht allein. Wir trauen als Familie, als Freunde, als Gemeinde. Wie tröstend, dass unsere Trauer geteilt wird. Wir blicken um uns und sehen Menschen, die auch wissen, dass es im Leben schwierig sein kann und dass die Zeit nicht alle Wunden heilt.

Es geht am Ewigkeitssonntag ums miteinander Dasein, Schweigen, Weinen und ums Ermutigen. Nicht an der Trauer vorbei, nein, gerade in der Trauer, mitten in dem Schweren kann Neues erwachsen. Auch in der Trauer können wir Tröstende werden für andere. Das ist wie ein Kreislauf – ich werde getröstet und kann zum Trost für andere werden. Das kann genauso auch zwischen uns und Gott sein, denn ich glaube, dass Gott mitten bei uns ist in den Ängsten, in der Traurigkeit, in dem Nicht-Verstehen. Amen.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar