Evangelische Jugendarbeiter bleiben erreichbar

21 Nov
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Die evangelischen Jugendzentren schließen bis Ende November, doch einige Angebote dürfen die Sozialpädagogen und Jugendarbeiter weiterhin anbieten.

„Wir tun, was wir dürfen und was wir können“, sagte Philipp von Stockhausen, Jugendpfarrer des evangelischen Kirchenkreises Hanau. „Die Sozialpädagogen und Jugendarbeiter des evangelischen Kirchenkreises arbeiten weiter, bleiben auch während des Lockdowns erreichbar. Von Enkheim bis Krotzenburg und Nidderau bis Hanau-Wolfgang gibt es weiterhin Bildungs- und Beratungsangebote entsprechend den aktuell geltenden Verordnungen.“ Zu Beginn der Woche hatte sich der Jugendpfarrer in großer Runde mit den Jugend- und Sozialarbeitern der Evangelischen Kirche in einer Videokonferenz beraten.

In vielen Einrichtungen wie in Kesselstadt, im Regenbogenhaus oder in Dörnigheim und überall, wo sie angeboten wird, wird die Hausaufgaben- und Schülerhilfe aufrechterhalten. In Erlensee, so Diplom Sozialpädagoge Mike Herrmann, werden die Schüler in der Hausaufgabenhilfe in zwei Gruppen geteilt und die Betreuungszeit wird halbiert. „Wir können in der Hausaufgabenbetreuung die Kinder, die eine Klasse besuchen, in einer Gruppe zusammenfassen. Die Betreuungszeit verkürzt sich, ist aber dafür intensiver.“ Es verstehe sich von selbst, dass Masken die ganze Zeit über getragen würden. Die Tische und Stühle würden jeweils desinfiziert, alle 20 Minuten wird ordentlich gelüftet. Mike Herrmann betreut in Erlensee mit drei weiteren hauptamtlichen Sozialpädagogen und -arbeitern die offene Jugendarbeit, die in Zusammenarbeit von Stadt und evangelischer Kirche getragen wird. Fortgesetzt wird in Erlensee auch die Jugendberufshilfe. Das Projekt, das bereits seit 15 Jahren Jugendliche bei der Berufswahl und Bewerbungen unterstützt, findet in Einzelbetreuung statt. „Nach persönlicher Voranmeldung können weiterhin dienstags und donnerstags Jugendliche mit ihren Fragen vorbeikommen.“, so Herrmann. Aus dem Lockdown im Frühjahr haben die Jugendzentren zudem die Erfahrung mitgenommen, dass verstärkt Einzelberatung von Kindern, Jugendlichen und Eltern nachgefragt wird. Auch diese Beratungsgespräche finden nach Anmeldung weiterhin in vielen Jugendzentren des Kirchenkreises statt, so von Stockhausen.

Viele Kinder und Jugendliche halten in Chatgruppen Kontakt untereinander und auch Kontakt zu ihren Bezugspersonen in den Jugendzentren. Vor allem Jugendliche, die sich gerade in einer labilen Phase befinden oder junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen leiden sehr unter diesem Lockdown. „Viele junge Menschen sind von zu Hause ausgezogen. Manche fallen in ein tiefes Loch, können sogar in eine lebensbedrohliche Situation geraten, wenn die direkten persönlichen Kontakte plötzlich wegbrechen“, sagte Mike Herrmann. In Erlensee haben die Sozialpädagogen und Jugendarbeiter deshalb die Vereinbarung getroffen, zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar zu sein. „Für Jugendliche in einer Krise oder unsicheren Situation ist es wichtig, gehört und gesehen zu werden. So können wir versuchen, sie zunächst halbwegs auffangen.“ Nicht nur bei Schwierigkeiten oder in Notlagen, sondern generell sind Einzeltreffen mit den Jugendbetreuern möglich. „Wir können spazieren gehen und einfach ein wenig erzählen.“, so Mike Herrmann. In Erlensee ist zudem bei den etwa 14-jährigen Jugendlichen ein Online-Rollenspiel sehr beliebt, das nun wieder angeboten wird. Das digitale Angebot basiert auf dem Rollenspiel „Paper & Pen“ aus den 1980er Jahren. Ein Moderator entwickelt ein Storyboard, die Jugendlichen schlüpfen in unterschiedliche Rollen, tauchen ein in andere Räume, Zeiten und fantastische Welten.

„Als wir im Frühjahr in den Lockdown gingen, haben wir einiges ausprobiert. Wir wissen nun, was gut geht und können einige Angebote wiederaufleben lassen.“, so Jugendpfarrer von Stockhausen. Unter anderem zählen neben verschiedenen Online-Angeboten und Chats auch Bastelangebote zum Mitnehmen dazu. Auch der Wunschbaum in Langenselbold wurde gut angenommen, ebenso das Nachrichtennetz, das zwischen Baumpfähle gespannt wurde oder das offene Fenster im Regenbogenhaus. Viele Ideen werden zudem neu entwickelt. Ganz sicher werden die evangelischen Jugendbetreuer auch als Street Worker unterwegs sein und für Kinder, Jugendliche und Eltern sichtbar und ansprechbar bleiben.

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