Gut angekommen im Kirchenkreis

20 Nov
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Gemeindereferentin Lena Bergmann ist das neue Gesicht der Jugendarbeit in den evangelischen Kirchengemeinden Bergen-Enkheim und Bischofsheim

„Ich bin gut angekommen hier in Bischofsheim“, sagte Lena Bergmann. Dabei war ihr Start in den evangelischen Kirchengemeinden Bergen-Enkheim und Maintal-Bischofsheim alles andere als einfach. Seit dem 1. Juni betreut die Absolventin der Fachhochschule Frankfurt (Frankfurt University of Applied Sciences) die offene Jugendarbeit im Auftrag des Evangelischen Kirchenkreises Hanau. „Ich musste mich richtig `reinfuchsen, denn ich habe angefangen, als die Hygienekonzepte für die Jugendarbeit gerade im Entstehen waren. Im Main-Kinzig-Kreis war einiges anders geregelt als in Frankfurt. Im Kreis gingen die Zahlen zwischendrin noch ´mal nach oben, da konnte ich vieles nicht mehr anbieten.“

Vielfach liefen die Kontakte über WhatsApp, zum Teil waren die Jugendlichen selbst in Quarantäne. „Bis zu den Ferien haben wir uns vor allem draußen getroffen und gespielt, wir waren Eis essen und haben uns ein wenig kennengelernt.“ Mit ihrem Vorgänger Jürgen Dietermann gemeinsam hat die 27-jährige staatlich anerkannte Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin die Ferienspielevorbereitet und geleitet. „Das hat mir und den Kindern Mega-Spaß gemacht, auch wenn es ziemlich heiß war.“ Auch in den Herbstferien war der Jugendtreff in der Rhönstraße für acht- bis zwölfjährige Kinder an zwei Tagen geöffnet. „So langsam läuft es an“, ist Lena Bergmann optimistisch. Ab Ende Oktober will sie mit einer neuen Kindergruppe starten. „Popcorn!“ bietet spannende Geschichten, coole Spiele und bunte Bastelaktionen. So richtig werben für ihr Angebot kann die Gemeindereferentin derzeit allerdings nicht, die Rahmenbedingungen sind zu unsicher. „Ich kann nur sagen, die offene Jugendarbeit geht weiter.“ Sie selbst und die Jugendlichen müssen flexibel bleiben. Seit den Sommerferien ist das Jugendhaus unregelmäßig geöffnet. Die Jugendlichen freuen sich einfach auf das Treffen, spielen Billard. Oft bringen sie ihre eigenen Themen, äußern Wünsche. Ganz oben steht das Renovieren der Räume und gemeinsames Kochen und Essen. Für die Sozialarbeiterin ist das keine Überraschung. Sehr viel mehr als die Kinder brauchen die Jugendlichen ihren Raum, mit dem sie sich identifizieren können, der ihr Lebensgefühls ausdrückt, in dem sie sich frei und zugleich geschützt fühlen.

In Bischofsheim ist Lena Bergmann mit einem kleinen Stundenbudget vor Ort, hier tritt sie die Nachfolge von Jürgen Dietermann an. Neben der offenen Jugendarbeit wird sie auch hin und wieder die Konfirmandinnen und Konfirmanden in Vertretung von Pfarrerin Kirsten Schulmeyer betreuen. Für die kirchliche Gemeindearbeit bildet sich Lena Bergmann gerade zur Diakonin weiter. Kinder- und Jugendfreizeiten hat sie über lange Jahre als ehrenamtliche Teamerin begleitet. Von 2009 bis 2108 war sie in der Kirchengemeinde Ronneburg aktiv. Vor allem die Arbeit im Waldkindergarten bei den Waldwichteln in Eckhartshausen hat Lena Bergmann darin bestärkt, sich beruflich für die Kinder- und Jugendarbeit zu entscheiden. „Seit der 9. Klasse in einem Praktikum und während meines Studiums war ich dem Waldkindergarten sehr verbunden.“ Lena Bergmann hat ihr Studium mit dem Anerkennungsjahr im Norden Deutschlands erfolgreich abgeschlossen. Bei der sozialen Einrichtung „Die Brücke“ betreute sie knapp zwei Jahre lang Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die zu Hause wohnten. Doch weil auch die Familie ihres Ehemannes im Rhein-Main-Gebiet verwurzelt ist, suchte sie hier eine neue Herausforderung. In der offenen Jugendarbeit reizt Lena Bergmann die weitgehende Freiheit, die sie bei ihrer Arbeit hat. „Natürlich finden Rücksprachen und Dienstbesprechungen statt“, sagte sie, „ich lerne auch gerade, Fördergelder zu beantragen und Abrechnungen zu machen.“ Die offene Jugendarbeit ist hier gut angedockt“, so Bergmann. „die Gemeinschaftsangebote für Kinder und Jugendliche sind und bleiben wichtig. Schone eine  einfache Frage in die Runde „Wie geht´s euch?“ tut einfach gut. Der Evangelische Kirchenkreis Hanau, so Dekan Dr. Martin Lückhoff, halte unverändert an der offenen Jugendarbeit fest. Es sei ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft, die Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu stärken, Solidarität und Verantwortung zu fördern. Es bleibe wichtig, ein Angebot zu erhalten, das offen sei für religiöse Fragen und für Fragen nach Gott.

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