Eine seltsame Zeit, dieses Jahr 2020. Anlass zur Sorge, für durchwachte Nächte gibt es mehr als genug: Wie geht es weiter mit der Pandemie? Werden die Präsidentschaftswahlen in den USA friedlich verlaufen? Wann können wir wieder zusammen sein, so wie früher? Das sind Momente zum Seufzen… Das Jahr geht bald zu Ende. Und was kommt danach? Wir wissen es nicht.

Im biblischen Text für den heutigen Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr schreibt Paulus: Lasst uns wachen und nüchtern sein. (…) Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben. Darum tröstet euch untereinander und einer erbaue den andern, wie ihr auch tut. (1. Thess 5,6-11)

Paulus sieht das ganz klar: Ganz egal was geschieht, unsere Zukunft, unser Leben, liegt in Gottes Hand. Mit Christus sind wir dem Übel entronnen, mit Christus werden wir leben. Am Ende ist es Gott, der für uns da ist, der für uns sorgt, der uns Trost gibt und Frieden.

Und Paulus erinnert daran: Es wird noch etwas sein. Wir wanken auf Erden nicht in einer großen Sinnlosigkeit und geben dem Leben unseren kleinen Sinn; nein: wir leben aufrecht unter dem Himmel dessen, der unserem Leben Richtung und Ziele gibt. Ein Ziel benennt der biblische Text: Tröstet Euch untereinander. (1. Thess 5,6) Das meint keine billige Vertröstung, sondern die Erfahrung, wenn Menschen an unserer Seite, das Schwere eine Weile mit uns aushalten. Das ist echter Trost und darum gilt es, hellwach zu bleiben, auch wenn wir schlafen.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar