Wofür ist der Sonntag gut? Fragen Sie mal im Bekanntenkreis. Sie werden viele Varianten hören: fürs Ausschlafen, für Sport, für Ausflüge, zum Feiern. Aber die beste Antwort fehlt: Nicht für etwas, sondern für DICH. Der Sonntag ist Gottes Geschenk an DICH, an mich, an jeden für uns. Jede Woche. Das unterscheidet diesen Tag von Urlaubstagen oder anderen freien Tagen, denn diese Tage dienen meist der Regeneration der Arbeitskraft. Nicht so der Sonntag. Gott hat diesen Tag dazu gemacht, damit wir mit ihm in Ruhe unsere Gefühle und Gedanken austauschen können. Es wäre schade, diesen Tag mit alternativem Stress zu füllen.

Die Regel, am Sonntag nicht zu arbeiten, dient also unserer Seele, unserer Freiheit. Doch wir scheinen das immer mehr zu vergessen. Der Sonntag unterscheidet sich kaum noch von anderen Tagen, er wird zum Werktag, zumindest zum „Werkeltag“. Wir sollten uns fragen: muss ich wirklich sonntags einkaufen gehen, Rasen mähen, Autowaschen, Wäsche bügeln, also das tun, was während der Woche liegen geblieben ist? Oder umgekehrt: muss ich unbedingt „Spaß-Haben“, großartig Essen gehen? Vielleicht tut es not, mal in sich hinein zu hören. Hungert nicht viel mehr meine Seele? Hungert sie nach Liebe und Streicheleinheiten? Will sie den Alltag mal abstreifen und ihm entfliehen? Horchen wir doch einfach in uns hinein, was uns wirklich fehlt, wonach wir wirklich hungern.

Heute ist Sonntag. Und dieser Tag soll ein Tag der Zeit sein mit Gott. Er hat uns diesen Tag als Geschenk gegeben. Heute ist Sonntag, heute ist Zeit, den Hunger der Seele zu spüren und zu stillen oder stillen zu lassen. Heute ist Sonntag, heute ist Zeit, Zeit deines Lebens.

Amen.
Möge Gott Sie bewahren und behüten.

Vielleicht sehen wir uns zum Sonntagsgottesdienst um 10 Uhr in unserer Kirche?

Ihre Angelika Steul (Lektorin in der Ev. Landeskirche)