Da stehen sie an der Grenze zum gelobten Land. Vierzig Jahre lang waren die Israeliten in der Wüste unterwegs und sind nun fast da. Vor dem Volk steht Mose, der sie den ganzen Weg geführt hat. Er schaut zurück und er gibt dem Volk noch einmal die zehn Gebote mit. Und auch sonstige Gebote, Regeln, Vorschriften, Verordnungen. Doch für die meisten ist das alles viel zu weit weg von ihrem Leben. Zu hoch und zu weit. Und die Zweifel kommen und nisten sich im Herzen ein. Ich stelle mir vor, wie Mose das merkt und erschrickt. Das wollte er doch nicht, sein Volk überfordern. Und darum tröstet er es nun: „Dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren, und es uns holen, dass wir’s hören und tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir’s hören und tun? Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“ (5. Mose 30,11-14)

Die Worte in der Bibel sind für uns Menschen manchmal zu viel. Aber Gottes Wort muss man nicht immer denken, als vielmehr es sich auf der Zunge zergehen lassen. In Psalm 1 heißt es: Wohl dem, der über Gottes Wort nachsinnt Tag und Nacht, wörtlich: der über seine Weisung murmelt tags und nachts. Der Gottes Wort immer wieder in seinem Mund bewegt, der es wiederkäut und schmeckt, wie Schwarzbrot, das nach langem Kauen süß wird.

Und aus dem Geschmack wächst die Tat: „Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“ Herz und Mund und Tat und Leben.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar