Vortrag zu Dietrich Bonhoeffers Ethik des Widerstandes

08 Okt
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Vortrag zu Dietrich Bonhoeffers Ethik des Widerstandes

Am Sonntag, 8. November, hält Pfarrer Lukas Ohly in der Kirche der evangelischen Brückengemeinde (Bahnhofstraße) einen Vortrag zum Thema „Dietrich Bonhoeffer zum Widerstandsrecht gegen die Staatsgewalt“. Der Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt um 17 Uhr.

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer gehörte zum Kreis des Widerstandes 20. Juli und wurde bereits vor dem gescheiterten Anschlag auf Adolf Hitler verhaftet und kurz vor Kriegsende von den Nazis ermordet. Sein Todestag jährte sich in diesem Jahr zum 75. Mal. In seinem praktischen Verhalten distanzierte sich Bonhoeffer von der protestantischen Lehre, dass niemand zum bewaffneten Widerstand gegen die Obrigkeit berechtigt sei. In seinen Schriften hat Bonhoeffer sich zum Widerstandsrecht gegen die Staatsgewalt geäußert. Diese Position wird in dem Vortrag dargestellt und kommentiert. Auch wenn man Bonhoeffer dafür bewundern kann, dass er mit seinem Leben für seine Überzeugung einstand, ist gewaltsamer Widerstand grundsätzlich ethisch fragwürdig. Kann mit Bonhoeffers Position etwa Gewalt im Namen der Religion gerechtfertigt werden? Pfarrer Ohly, der an der Universität Frankfurt zu Dietrich Bonhoeffer forscht, wird die ethischen Probleme skizzieren und Bonhoeffers Lösung darstellen, wie sich Christen entschlossen zwischen Widerstand und Anpassung bewegen.

Das Thema ist von aktueller Brisanz angesichts der Spannung von staatlicher Freiheitseinschränkung in der Corona-Pandemie und zivilem Protest. Wie weit dürfen Staatsbürger gehen, wenn sie ihre Grundrechte bedroht sehen?

Ohlys Vortrag gehört zu den Veranstaltungen, die im Kirchenkreis Hanau zum diesjährigen Bonhoeffer-Jahr angeboten worden sind.

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