Kirche auf Rädern

17 Sep
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Konfirmanden sind mit Altar in der Gemeinde unterwegs und stellen sich vor.

Unter dem Motto „Kirche unterwegs – Kirche einmal anders“ gestalteten am vergangenen Sonntag die Konfirmanden und Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Marköbel einen außergewöhnlichen Vorstellungsgottesdienst. Auf zwei, in Kirchenfarben geschmückten Hängern, fuhren sie mit dem Traktor durch die Gemeinde, um mit möglichst vielen Menschen gemeinsam Gottesdienst feiern zu können. Hierzu war extra der Kirchenaltar abmontiert und auf einem der Anhänger aufgebaut worden. Auf dem Fahrrad begleitet wurden die neun Konfirmandinnen und Konfirmanden von Gemeindepfarrerin Katharina Bärenfänger und dem Arbeitskreis Gottesdienst des Kirchenvorstandes, der diese besondere Veranstaltung ermöglicht und mit großem Einsatz vorbereitet hatte.

Bei strahlendem Sonnenschein erklangen um zehn Uhr vormittags in der Hirzbacher Ortsmitte nicht nur die Kirchenglocken aus dem Lautsprecher, sondern auch der diesjährige „Hit from Heaven“ von Johannes Oerding „An guten Tagen“. Der Song war auch das Leitmotiv des Gottesdienstes, unter dem sich die neun Konfis vorstellten. „Anstecken“ wollten sie die Menschen im Glauben, dem sie selbst sehr intensiv in der Vorbereitung auf die Konfirmation nachgespürt hatten. Im Dialog reflektierten jeweils zwei Jugendliche die Frage, was für sie zu einem guten Tag gehöre. Einbezogen in das Gespräch wurden auch die Konfirmationssprüche, die von den Konfirmanden hinterfragt und interpretiert wurden. Wenn „Engel auf Wegen begleiten“ so sei dies einer der guten Tage, an denen es laufen würde, war eine Interpretation. Auch der Spruch „Selig sind die Frieden stiften“ schildere einen guten Tag ohne Streit, ohne Ärger. Gute Tage, auch das wurde erkennbar, bedeuten für jeden Menschen etwas anderes. Für die Jugendlichen gehörte beispielsweise „Ausschlafen“, „Zeit mit der Familie“, „mit Freunden“ oder „Süßigkeiten“ dazu. Diese wurden dann tatsächlich als erste überraschende Aktion am Ende in Hirzbach verteilt, ehe es zu Fuß und per Fahrrad zu den weiteren Standorten in der Römerstraße, der Ringstraße, der Hüttengesäßer Straße und der Hainstraße ging. Die Dialoge fanden zwischen den liturgischen Elementen, der Lesung, den Fürbitten und dem Vater unser ihren Raum. Zudem wurden die erstaunlich zahlreichen Besucher dieses etwas anderen Gottesdienstes aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen. Als Dankeschön und zur Erinnerung verteilten die Konfis am Ende des Gottesdienstes Steine mit einem Segensspruch für zuhause.

Die Idee, Kirche einmal anders zu gestalten, war im Gottesdienstausschusses des Kirchenvorstandes entstanden. Die Stimmung hier sei eine grundsätzlich optimistische, so Katharina Bärenfänger und die Konfirmanden mit großem Engagement dabei: ‚Frau Bärenfänger, ich freue mich so auf morgen‘, hatte eine Konfirmandin beim samstäglichen Einkauf der Pfarrerin zugerufen.

„Wenn das eine nicht geht, dann geht etwas anderes“, ergänzt Kirchenvorsteherin Anke Eyrich zu. Gemeinsam mit den Familien Björn Elsässer, Carmen Dragässer, Wolfgang Becker, Familie Gutjahr weiteren Helfern wurden die Route geplant und abgefahren. Der Zeitrahmen sollte passen, die Stationen für den Traktor genügend Platz bieten. Doch der Aufwand, so das spontane Resümee am Sonntagvormittag, habe sich in jedem Fall gelohnt. „Wir hätten nicht gedacht, dass so viele Menschen die ganze Zeit mitfahren und dabeibleiben“, sagte Eyrich. Der fröhliche „Hit-from-Heaven“, der während der Fahrt gespielt wurde, lockte zudem weitere Zuhörer an, einige Fenster und Türen im Ort gingen auf. Die Konfirmanden, die kommenden Sonntag ohne Gemeindemitglieder nur im kleinen Familienkreis konfirmiert werden, haben sich mit Freude und Elan vorgestellt und mit ihrer Begeisterung vielen Gemeindemitgliedern einen fröhlichen Start in einen guten Sonntag ermöglicht.

Die Konfirmanden:

Moritz Dörner

Sarah Frank

Jonas Görshop

Robinia Hookway

Leonie Kluger

Alessandro Masino

Luis Riedel

Louis Weigl

Luise Wisseler

Text und Bild: Ulrike Pongratz

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