Zachäus ist ein Mensch in Isolation. Es gibt niemanden, der sich mit ihm treffen will. Das ändert sich erst, als Jesus in die Stadt kommt. Zachäus klettert auf einen Baum und ist getrennt von der Menschenmenge, die ihn nicht bei ihm haben will. Jesus sieht ihn, ruft ihn bei seinem Namen uns sagt: „Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.“ (Lukas 19,5)

Das überrascht. Damit hat Zachäus nicht gerechnet. Er war nur neugierig, wollte Jesus halt mal sehen. Aber er hatte nicht mit Jesus gerechnet. Der hat nämlich den Zachäus gesucht. Und Euch. Und mich.

Jesus sucht. Jesus sucht immer. Jesus sucht Menschen. Er sucht die ganz normalen Menschen. Wie sie nun einmal sind. Zachäus und Euch und mich. Egal, auf welchen Bäumen wir sitzen. Da richten wir uns nämlich ein: Auf den Bäumen, wo wir sind, wo wir immer schon waren. Das ist normal. Jesus schaut hoch in die Bäume. Da, wo wir uns verstecken. Im Laub und in den Astgabelungen des Lebens – da ist alles ganz normal und wie es immer schon war. Doch Jesus ruft Zachäus runter vom Baum und rein ins Leben.

Nachdem Zachäus vom Baum runtergekommen ist, sitzt er mit Jesus an seinem Tisch. Sie essen, trinken und reden. Zachäus ist berührt und erkennt: Gott ist heute zu ihm gekommen, obwohl er für ihn gar keinen Platz hatte. Gott will auch in unserem Haus Gast sein und in unserem Herzen wohnen. Darum geht es in der Geschichte von Zachäus und das können wir gar nicht oft genug hören.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar