Segen-on-Tour an Himmelfahrt, Gottesdienste auf dem Lindenplatz, die Trubelkirche in Form einer Rallye, der Kerbgottesdienst und diesen Sonntag auf der Hohen Straße – unter den derzeitigen Umständen feiern wir mehr Gottesdienste im Freien und das ist gut so. Es ist eine zentrale Aufgabe für Christinnen und Christen rauszugehen und anderen zu helfen – besonders denen, die in Not sind und hungern nach Bedeutung, nach Gerechtigkeit, nach Essen. Zu dem Rausgehen gehört immer auch das Vertrauen, dass Gott in diesen Begegnungen da ist und wir dadurch all unseren Unzulänglichkeiten zum Trotz etwas zu geben haben.

Ein älterer Benediktinermönch hat mir einmal von einer schönen Gewohnheit erzählt. Immer wenn er vor einer neuen und großen Herausforderung steht, sagt er: Ich glaube an einen Gott der Fülle. In der Bibel wird Gott nämlich als jemand beschrieben, der viele Menschen mit ganz wenig satt machen kann, der die Welt aus dem Nichts geschaffen hat und der mit einer anderen Perspektive als wir Menschen hinschaut: Was Menschen als „nichts“, oder „kaputt“, oder „unbedeutend“ oder „unwürdig“ bezeichnen, dazu sagt Gott: „Das ist wunderbar und damit habe ich noch ganz viel vor.“

In der biblischen Geschichte (Mk 6,30-44), die am Sonntagsgottesdienst im Mittelpunkt steht, geht es um die Vorbereitungen zu einem großen Picknick. Die Jünger fühlen sich zunächst überfordert und denken, sie hätten nicht genug einzubringen und dass das Essen nicht für alle ausreicht. Jesus fordert sie auf, sich etwas zuzutrauen und sagt: „Geht hin und seht nach!“ Schaut, was Ihr persönlich zu geben habt und gebt ihnen dann das zu essen, was ihr habt. Die Jünger finden fünf Brote und zwei Fische. Jesus brach die Brote und teilte die Fische. Und die 5000 aßen alle und wurden satt. Amen.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar