Am Dienstag wurden in Gronau und Niederdorfelden die Erstklässler eingeschult. Zum einen haben wir von Seiten der Kirche den Kindern Blumensamen mitgegeben. Wir wünschen ihnen, dass sie so wachsen und blühen wie die Blumen. Zum anderen hatten wir noch etwas Unsichtbares im Gepäck: Den Segen für ihre Schulzeit.

Dabei musste ich an einen Einschulungsgottesdienst vor Jahren denken. Für diesen Gottesdienst hatte ich mir eine Schultüte gekauft. Eine Pfarrerin-Schultüte. Eigentlich eine Gute-Wünsche-Schultüte. Vollgepackt mit Dingen, die den Kindern in der Schulzeit gut tun. Ein Herz – für Liebe. Ein Magnet – für Zusammenhalt. Eine Taschenlampe – für Licht auf ihrem Weg. Eine Krone – für Erfolg. Ein Einhorn – für Phantasie. Ich habe einen Gegenstand nach dem anderen hochgehoben und die Kinder haben alles sofort erraten. Dann erzählte ich den Erstklässlern, dass da noch etwas in der Tüte versteckt ist. Etwas das niemand sehen kann. Es ist unsichtbar. Es ist ein guter Wunsch von Gott für sie an diesem Tag. Ich wollte auf den Segen Gottes hinaus, aber auf einmal wurde ich unterbrochen. Ein kleiner Junge meldete sich. Er streckte seinen Arm und seine Zeigefinger fast bis zur Kirchendecke. Er wollte unbedingt etwas sagen. Ich schaute ihn an und da platzte es aus ihm raus: Da ist Liebe drin! Rief er laut durch die Kirche. Da ist Liebe drin.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das ein Kind errät und war tief berührt von dem Spürsinn des Kindes. Denn das trifft, was am Ende das Wichtigste ist, das Gott uns schenken kann, wenn er uns segnet. Da ist Liebe drin. Für den Start in das Schulleben. Und für uns beim Start in den neuen Tag und in die neue Woche. In unseren Brottüten, Kaffeebechern, überall – da ist Liebe drin.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar