„Hätt’ ich dich heut erwartet, hätt’ ich Kuchen gemacht“ – Wie bereite ich mich vor, wenn Besuch kommt? Aufräumen, Kaffee kochen und Kuchen backen? Die meisten von uns haben einen Selbstanspruch, wenn Besuch vor der Tür steht. Es soll alles stimmen: Die Tischdecke, das gute Geschirr, die kleine Vase mit der Blume. Nur, wenn es klingelt und dort jemand anderes als erwartet steht, jemand den wir nicht so gut kennen oder jemand, der nicht von hier ist. Laden wir dann auch ein an den gedeckten Tisch?

Der biblische Text für den heutigen Sonntag, den 7. Sonntag nach Trinitatis, erweitert unseren Horizont, was unangekündigte Besuche betrifft: „Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt.“ (Hebr 13,1-3)

Auf einmal ist alles klar. Diese Sätze kann man sofort verstehen. Es geht um die brüderliche, die geschwisterliche Liebe. Denn die geschwisterliche Liebe ist nichts anderes als Solidarität, Barmherzigkeit und Gastfreundschaft.

Sind nun alle unangekündigten Besuche Engel? Nein. Jesus beantwortet das so: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

Wir begegnen im Gast, der bei uns Schutz sucht, Gott. Gastfreundschaft hat eine Verheißung. Also, seid gastfrei, ihr habt die Möglichkeit, Christus zu be- gegnen.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar