Jetzt sind wir also angekommen in der Trinitatiszeit. Am Ende der großen Feste im Kirchenjahr wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten führt die Trinitatiszeit die christliche Gemeinde in den Glaubensalltag. Jetzt ist Zeit darüber nachzudenken wie der Glaube im Alltag Gestalt bekommt, wie er sich mit Leben füllt. An diesem Wochenende hören wir im Gottesdienst die biblischen Texte zum 3. Sonntag n. Trinitatis. Sie stehen unter der Überschrift „Wer Gottes Barmherzigkeit erfährt, kehrt um zum Leben und feiert das Fest der Freude“.

Das Evangelium zum 3. Sonntag n. Trinitatis steht bei Lukas, 15, 1-4+22-32. Da ist ein Vater mit seinen beiden Söhnen. Einer der Söhne lässt sich seinen Erbteil auszahlen und zieht hinaus in die Welt auf der Suche nach dem für ihn richtigen Leben. Der Vater lässt den Sohn in aller Freiheit ziehen. Er bewertet noch nicht einmal den Wunsch des Sohnes. Auf der Suche nach dem, was zu ihm passt, gerät der in die Ferne Gezogene von einer Sackgasse in die nächste. Im Laufe der Zeit wächst in ihm der Wunsch wieder nach Hause zu kehren, er kommt zur Besinnung. Aus der Ferne sieht der Vater ihn kommen. Er läuft auf den Sohn zu, schließt ihn in seine Arme und richtet ein Fest für den Heimgekommenen aus.

Der Vater sieht ihn schon aus der Ferne kommen. Was für ein Vater, denke ich mir beim Lesen des Textes. Kein Vorwurf an den Sohn, kein „Siehste, das habe ich doch schon kommen sehen“. Nein, der Sohn wird erwartet – freudig erwartet! Endlich! Er ist wieder zu Hause. Und nimmt ihn in seine Arme und richtet ein Fest für ihn aus „(…) wir wollen ein Fest feiern und fröhlich sein“.

So verhält sich Gott – auch mir gegenüber! Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ich kann angesichts dieser Liebe und Barmherzigkeit nur still die Hände falten und darüber dankbar sein und mich freuen, vielleicht so, wie es im Psalm 103 heißt: „Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Lobe den Herrn, meine Seele!“

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Pfr. Andrew Klockenhoff

Schulpfarrer an der Bertha-von-Suttner-Schule, Nidderau