Heute am 2. Sonntag nach Trinitatis geht es darum, dass Jesus uns einlädt. Er sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,28-30)

Mit den Kräften am Ende zu sein – zumindest phasenweise, das kennt wohl jeder Mensch. Das Leben ist nicht nur schön, es besitzt furchtbare Tiefen. Jesus sagt nicht, dass das Leben einfach ist, er verspricht uns auch nicht ein Rund- um-Sorglos-Paket. Im Gegenteil: Er geht zu den Ausgeschlossenen, Verzweifelten und Kranken. Er schaut nicht weg, wenn das Leben schwierig wird und zum Ende geht er selbst einen Weg durch Leiden und Sterben. Jesus wurde gefoltert und am Kreuz hingerichtet. Er hat Schmerz und Angst erlitten. Jesus hat den Abgrund erlebt und kennt jedes Leiden und die Verzweiflung. Unsere Dunkelheit, wie dunkel sie auch sein mag, ist nicht zu dunkel für ihn – Jesus hat sie selbst erlebt. Er trägt unsere Last mit. Und wenn die Liebe eine Last mitträgt, wird die Last leichter.

Ich kann mit meiner Last, meiner Ohnmacht, mit meinem Nichtverstehen zu Gott kommen. So verstehe ich die Einladung Jesu und diese Unterstützung hilft im Leben. Das sind dann kleine Momente im Alltag, die wie Oasen sind. Momente voller Dankbarkeit, Ruhe, Vertrauen. Vielleicht nur für einen Moment. Ein kleines bisschen Himmel mitten in der Erdenschwere. Amen.

Bleiben Sie gesegnet und behütet!

Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar