Es gibt diese Orte, die besonders sind. Orte, die eng mit meinem Lebensweg verbunden sind. Vielleicht kennen Sie auch solche Orte. Für mich sind das Orte, an denen ich Gottes Segen erfahren habe. Zum einen sind das Kirchen, in denen ich gesegnet wurde, zum Beispiel mit dem Konfirmationssegen. Zum anderen sind das aber auch alltägliche Orte, an denen ich das Gefühl hatte, hier erfahre ich etwas von Gott, wie zum Beispiel Küchenbänke, Berggipfel oder der Blick aufs Meer. Segensorte, die eng mit meinem Glauben verbunden sind, aber von denen ich irgendwann wieder aufgebrochen bin.

Das Volk Israel hat auf dem langen und anstrengenden Weg zwischen Ägypten und dem Jordantal auch einen solchen Ort gefunden. Sie machen eine lange Rast am Fuße des Berges Sinai. Der Gipfel ist wolkenverhangen, aber da oben redet Mose mit Gott. Nun muss die Reise aber weitergehen. Was ist jetzt mit Gott? Wo wird er in Zukunft erfahrbar sein? Gottes Antwort ist der heutige Predigttext (4. Mose 6,22-27): Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Die Antwort bedeutet: Es gibt Gott zum Mitnehmen, oder besser: zum Mitgehen. Wenn man neu aufbricht, dann bleiben Worte, an die sich Gott bindet. Worte, die bekannt sind, die wir seit Martin Luther am Ende des Gottesdienstes hören. Worte, die Heimat bieten, die ein Dach über dem Kopf sein können, wenn es regnet und stürmt, die Zuflucht bieten in den Wüstenwanderungen des Lebens.

Bleiben Sie gesegnet und behütet!
Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar