Kirchengemeinden bereiten sich auf Gottesdienste vor

07 Mai
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Seit etwa einer Woche ist es amtlich: Gottesdienste und religiöse Feiern dürfen wieder stattfinden – allerdings mit Einschränkungen und  Auflagen. „In allen Kirchengemeinden werden in den nächsten Tagen die Kirchenvorstände (KV) einberufen“, so Pfarrer Jens Heller, Mitglied des Kirchenkreisvorstandes. „Gottesdienste können nur mit einem Beschluss des KV wieder aufgenommen werden.“

In einer Rundverfügung an die Dekanate rät die Landeskirche Kurhessen-Waldeck zu einer sorgfältigen Prüfung. Es besteht keine Verpflichtung zur Wiederaufnahme der Gottesdienste. Besucher, Pfarrerinnen und Pfarrer und selbstverständlich die ehrenamtlichen Mitarbeiter müssten größtmöglichen Schutz vor einer Ansteckung mit Covid 19 erhalten. In der Kirche darf möglichst niemand mit der Atemwegserkrankung, die durch das Coronavirus Sars 2 verursacht wird, infiziert werden.

Mediale Angebote bleiben
Die seit dem lockdown sehr erfolgreich etablierten medialen Angebote können und sollen weiterhin bestehen bleiben. Damit wolle man auch die Menschen nicht zurücklassen, die Gottesdienste noch nicht wieder besuchen können oder wollen. In Maintal, so Pfarrer Heller, werden am 10.Mai in allen Gemeinden „analoge Gottesdienste“ gefeiert. In Bischofsheim findet am 8. Mai wieder die Orgelmusik zur Marktzeit statt; diese unterliegt den gleichen Bedingungen wie ein Gottesdienst

Vorschriften müssen eingehalten werden
Für Gottesdienste gelten ebenfalls Vorschriften zur Hygiene und zur Begrenzung der Teilnehmerzahl. Hierfür sind in den Kirchengemeinden umfangreiche Vorbereitungen zu treffen. So werden an den Kircheneingängen Spender zur Handdesinfektion aufgestellt. Zu jeder Zeit ist beim Betreten der Kirche, auf dem Sitzplatz und auf dem Nachhauseweg ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Hierzu wird in einigen Kirchen ein „Einbahnstraßensystem“ oder „Rechtsgeh-Gebot“ etabliert. Ein- und Ausgänge werden separat ausgeschildert. Verpflichtend ist auch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Auswirkungen auf die Gestaltung des Gottesdienstes
Sehr viel schwieriger sind andere Fragen zu beantworten: Wie lässt sich das Abstandsgebot regeln, wie lassen sich Gottesdienste unter diesen neuen Vorgaben feiern. Das gemeinsame Singen ist untersagt. Abendmahlsfeiern bleiben möglich, wenn entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Jeder Körperkontakt muss vermieden werden. Empfohlen wird zudem, mit kurzen Gottesdiensten zu beginnen. Deutlich ist schon jetzt – die Kirche wird eine andere sein als vor dem shutdown. Die Kirche hat sich verändert, die Gemeindemitglieder haben sich verändert. Die Kirche wird sich unter neuen Rahmenbedingungen einrichten. Nicht alle Menschen werden sich damit wohl fühlen und heimisch werden. Die Rückkehr zu Gottesdiensten wird vorsichtig und stufenweise, in Etappen erfolgen. Denn die Gefährdung für die Gesundheit der Menschen besteht weiterhin.

Text: Ulrike Pongratz

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