„Ich glaube nur, was ich sehe“, sagen viele. Was ich mit dem Verstand fassen kann, was ich begreifen kann, nur das hat Bestand. Auferstehung? Das passt da nicht hinein. Auch viele Jünger konnten die Botschaft von der Auferstehung Jesu zunächst nicht glauben – ja noch viel mehr, sie hatten Angst und haben sich zurückgezogen.

Der erste Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti) erzählt davon, wie der auferstandene Jesus die Jünger besucht. Er erscheint ihnen, die sich ängstlich in einem Haus versteckt halten, durch die verschlossene Tür (Johannesevangelium 20,19-23). Er tritt in ihre Mitte. Die Jünger erschrecken sich. Jesus beruhigt sie und sagt: „Friede sei mit Euch!“ Heute würden wir vielleicht sagen: Keine Panik. Alles ist gut. Nach diesen Worten zeigt er ihnen seine Hände und seine Seite. Kein Zweifel: Es ist Jesus. Und bevor er wieder durch die verschlossene Tür verschwindet, sagt er: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch.“ Und Jesus meint damit: Geht raus und erzählt allen, dass ich lebe.

So war das damals Ostern. Kein rauschendes Fest. Die Jünger warten verängstigt in ihren Häusern auf ein Zeichen, dass es nicht beim Karfreitag, beim Tod, bei der Dunkelheit bleibt. Die Erfahrung der Auferstehung machen zunächst nur ein paar Frauen, die anderen warten auf die Nachricht, nämlich, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, dass das Leben, das durch das Kreuz gegangen ist, weitergeht, dass neues Leben erfahren werden kann, als neues Leben nicht mehr zu erwarten war. Bis diese Nachricht sich durchsetzt, vergeht Zeit. Ostern ist ein Hoffnungszeichen in einer schweren Zeit. Wir brauchen es.
Amen.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Elisabeth Krause-Vilmar