Kirchenkreis stellt sich neu auf

13 Mrz
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Langer Wahlabend – Neu gewählte Kirchenvorstände bewerben sich um Ehrenämter
Die erste konstituierende Sitzung der Kreissynode am vergangenen Mittwochabend stand ganz im Zeichen der Wahlen. Führungspositionen und Ausschüsse mussten aus den Reihen der Synodalen neu besetzt werden. Richtungsgebend für die kommenden sechs Jahre ist dabei vor allem die Zusammensetzung des Kirchenkreisvorstandes.
Der Kirchenkreisvorstand führt die Geschäfte des Kirchenkreises, vertritt als Leitungsgremium den Kirchenkreis als Träger von Werken und Einrichtungen des Kirchenkreises, wie das Diakonische Werk, die Arbeitsstelle Pilot, die Jugendarbeit oder das evangelische forum hanau+. Der Vorstand bereitet die Tagungen der Kreissynode vor, die sich in der Regel zweimal pro Jahr trifft, und führt deren Beschlüsse aus. Die Kreissynode wählt aus ihrer Mitte zwei Geistliche und fünf Laien für sechs Jahre in den Vorstand. Kraft seines Amtes ist Dekan Dr. Martin Lückhoff ebenfalls Mitglied des Kirchenkreisvorstandes.
Dekan Lückhoff eröffnete die erste konstituierende Sitzung nach den Kirchenvorstandswahlen im September 2019 und dankte den Synodalen für ihre Zeit und Kraft, die sie in die Kirchenarbeit einbrächten. Er machte deutlich, dass am Ende der Wahlperiode 2025/26 die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen andere wären als gegenwärtig und sich auch die Arbeit in der evangelischen Kirche verändern würde. Schlagworte seien die Finanzverfassung, die Gebäude oder die ehrenamtliche Mitarbeit. Der Dekan hob hervor, dass die Mitglieder der Kreissynode als Vertreter der Kirchengemeinden die Entscheidungen träfen. „Das Votum des Kirchenvorstandes schlägt alles andere“, fasste Lückhoff die demokratische Verfasstheit im Kirchenkreis zusammen.
Neu gewählt wurden aus der Mitte der Synodalen die Führungspositionen im Kirchenkreis und Mitglieder der Ausschüsse, so der Vorsitz der Kreissynode, der Kirchenkreisvorstand sowie dessen stellvertretende Mitglieder, zudem verschiedene Ausschüsse auf der Ebene des Kirchenkreises, so der Diakonie-, der Finanz-, der Dekanefindungs- und der Propstfindungsausschuss. Laienmitglieder und Pfarrer kandidierten in getrennten Wahlgängen, vielfach wurden eine Stichwahl nötig.
Sehr eindeutig, mit 81 von 91 Stimmen, war indes das Votum für den Vorsitzenden des Kirchenkreises, Jörg Otto. Der 49jährige Vater von drei Kindern ist seit mehr als 20 Jahren im Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Hüttengesäß aktiv. Als Vorsitzender der Kreissynode ist es seine Aufgabe, die Tagung einzuberufen und zu leiten.
Mehrere Wahlgänge waren nötig, um zwei Geistliche und fünf Laien als Mitglieder des Kirchenvorstandes zu wählen. Im ersten Wahlgang wurde Pfarrerin Ines Fetzer aus Dörnigheim mit der Mehrheit der Stimmen im Amt bestätigt; Pfarrerin Fetzer wurde zugleich als stellvertretende Vorsitzende der Kreissynode gewählt. In der folgenden Stichwahl erhielt Pfarrer Jens Heller aus Bischofsheim die nötige Mehrheit. Heller, der auch Medienbeauftragter der Landeskirche für den Sprengel Hanau-Hersfeld ist, bewarb sich in seiner kurzen Rede mit „dem Blick über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinaus“. Stellvertretende geistliche Mitglieder im Kirchenkreis sind Pfarrer Daniel Geiß aus Neuberg und Martin Abraham aus Bruchköbel.
Als Laienmitglieder wurden in den Vorstand gewählt: Judith Süßenberger aus Bergen-Enkheim, Christel Sippel und Simone Küster von der Stadtkirchengemeinde Hanau, Dr. Bernd Dülfer aus Issigheim und Walter Loll aus Großauheim. Mit Judith Süßenberger haben die Delegierten der 20jährigen Medizinstudentin das Vertrauen ausgesprochen, die offensichtlich mit ihrer sehr engagierten Vorstellung überzeugen konnte. Als Stellvertreter wurden gewählt: Annika Foltin aus Langenselbold, Rosemarie Czekalla aus Windecken und Klaus Hirchenhein aus Erlensee.
Zum Wahlmarathon gehörte in der ersten Sitzung auch die Neubesetzung der Ausschüsse: Für den für weitere Mitglieder offenen Finanzausschuss votierten die Kreissynodalen für Dr. Bernd Dülfer und Walter Loll. Das Vertrauen für den Dekanefindungsausschuss erhielten Max Geppert aus Bischofsheim, Karl-Heinz Schüßler-Walter und Pfarrer Dr. Burkhard von Dörnbergaus Issigheim sowie Pfarrerin Heike Käppeler aus Windecken. Gegen 22 Uhr abends setzte sich schlussendlich Susanne Stiller in der Stichwahl als Mitglied des den Propstfindungsausschusses durch. Alle Kandidaten nahmen Ehrenämter an und sind für die gesamte Wahlperiode, die sechs Jahre dauert, gewählt.

BU: Der neu gewählte Kirchenvorstand: Judith Süßenberger, Simone Küster, Jörg Otto (Vorsitzender), Christel Sippel, Dr. Bernd Dülfer, Dekan Dr. Martin Lückhoff, Walter Loll, Pfarrer Jens Heller, Pfarrerin Ines Fetzer

Text und Bild: Ulrike Pongratz

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