Kultusminister Lorz nimmt Hanauer Erklärung entgegen

10 Feb
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Am Freitag überreichte eine Delegation des Kirchenkreises Hanau die „Hanauer Erklärung“ in Wiesbaden dem Hessischen Kultusminister Prof. Dr. Alexander R. Lorz.

Der Kultusminister zeigte sich erfreut über die Ausführungen und betonte, dass mit der Erklärung der Wille zum konstruktiven Dialog stark unterstrichen werde. Dieser Dialog sei in vielen Bereichen der Gesellschaft unverzichtbar und deshalb sei die Erklärung ein willkommener Impuls dazu.

Die Hanauer Erklärung nimmt die Impulse der Hanauer Union von 1818 auf. Damals schlossen sich lutherische und reformierte Gemeinden zusammen unter Wahrung der je eigenen Traditionen. Besonders war an dieser Union, dass sie nicht „von oben“ verordnet, sondern aus den Gemeinden heraus, also „von unten“ initiiert wurde.

Im letzten Jahr feierte der Kirchenkreis Hanau das 200. Jubiläum der Hanauer Union. Dabei sollte nicht nur das Gedenken im Vordergrund stehen, sondern vor allem sollten auch Impulse für die Zukunft gesetzt werden. So entstand durch Diskussion in den Gemeinden die „Hanauer Erklärung“, die am 16. September 2018 von Bischof a.D. Prof. Dr. Martin Hein erstunterzeichnet wurde. Der Kerngedanke der Erklärung ist ein dreifaches Ja: Ja zur konfessionellen Identität, Ja zur ökumenischen Aufgabe und Ja zum interreligiösen und interkulturellen Gespräch.

Pfarrer Dr. Steffen Merle, der die Erklärung maßgeblich mitformuliert und eine Denkschrift zum Thema herausgegeben hat, erläutert: „Diese Position nährt sich aus unserer gemeinsamen Überzeugung, dass erstens eigene Überzeugungen wichtig sind und ernstgenommen werden müssen, dass zweitens der Glaube aber über die Konfession hinaus wirkt und verbindet und drittens die moderne Vielfalt unserer Welt eine gemeinsame Herausforderung darstellt.“

Der Dekan des Kirchenkreises Hanau, Dr. Martin Lückhoff, sieht in der Erklärung eine durchaus auch gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe: „Es geht darum, andere Positionen ernst zu nehmen, Verschiedenes nebeneinander stehen lassen zu können, ohne einander zu diffamieren.“ Mit Freude habe er zur Kenntnis genommen, dass die Hanauer Erklärung bereits bundesweit verbreitet wurde und z.B. auch in München in einem Gemeindebrief veröffentlicht wurde. Bisher haben 45 Gemeinden zwischen Hanau und Kassel die Erklärung unterzeichnet.

Nähere Informationen zur Hanauer Erklärung und eine Möglichkeit zur Unterzeichnung finden Sie auf www.hanauer-erklaerung.de

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