Die Ehrenamtlichen sind ein wichtiges Element

16 Dez
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Dekan empfängt Bischöfin und neue Kirchenvorstände im evangelischen Forum Hanau– neue Website des Kirchenkreises ist online

Unter dem Motto „Wahrnehmen und Miteinander sprechen“ hatte das Evangelische Forum die neu gewählten oder im Amt bestätigten Kirchenvorsteherinnen und -vorsteher des Kirchenkreises Hanau zum Empfang mit Bischöfin Beate Hofmann eingeladen. Dekan Dr. Martin Lückhoff, der Gäste und Bischöfin Hofmann am Freitagabend begrüßen konnte, freute sich, dass von Bergen-Enkheim bis Hüttengesäß über 190 Kirchenvorstände der Einladung zu Austausch und Begegnung in die Alte Johanneskirche gefolgt waren. Mit Spannung wurde nach in Teilen kritischen Impulsvorträgen zweier Kirchenvorstände die Rede der Bischöfin zum Thema kirchliches Ehrenamt erwartet.

Vor dem Übergang des Abends in das offene und anregende Gespräch, nutzte Pfarrer Dr. Steffen Merle die Gelegenheit, mit Dekan und Bischöfin die neue Website des Kirchenkreises freizuschalten. Diese hat nicht nur ein modernes „Facelifting“ erhalten hat, sondern führt sehr viel deutlicher als bisher das vielfältige Engagement zusammen und macht sichtbar, was in den Kirchengemeinden – von Jugendarbeit über Ökumene bis Kirchenmusik – vielfach im Ehrenamt und in kirchlichen Bereichen geleistet wird.

Warum die Entscheidung, sich im Kirchenvorstand ehrenamtlich einzubringen, oft keine einfache sei, machten die Kirchenvorstände der Kirche „Am Limes“ und aus Roßdorf deutlich: Ärger, Widerstände, Streichung einer halben Pfarrstelle. Bischöfin Hofmann bezog sich in ihrer Rede auf  Martin Luther, auf den die Idee des allgemeinen Priestertums aller Getauften zurückgehe. Es gehöre zur Basis evangelischen Kirchenverständnisses, „einander Priester zu sein.” „Sie sind Kirche, Sie sind ein wichtiges Element“, sagte Hofmann. Ohne die vielfältigen Gaben der Ehrenamtlichen könne Kirche ihre Aufgaben nicht erfüllen. Sie sei reich an Talenten, biete Perspektive und Möglichkeiten: Gottesdienst gestalten, mit Kindern arbeiten oder Geld verwalten – die Aufgaben seien unendlich.

Wer sich engagiere, tue dies mit sehr unterschiedlicher Motivation, so Hofmann. Als junger Mensch wolle man sich ausprobieren, Sinnvolles tun, andere würden gerne ihr Qualifikation einbringen oder einfach gebraucht werden. Auch Menschen, die nicht getauft seien, würden sich in der Kirche engagieren. Diese Vielfalt sei eine Herausforderung. Hofmann konnte sich nicht nur auf die aktuelle Ehrensamtforschung berufen, sondern auch auf den ersten Korintherbrief, Kapitel 12, in dem Paulus von „vielen Gaben und einem Geist“ spricht. „Das ist die Formel für die Vielfalt in Einheit“, so Hofmann. Vielfalt in Einheit habe heute eine große Bedeutung, denn die Pluralisierung führe zu Segmentierung, bleibe man in der eigenen Blase. Kirchengemeinden hätten hier eine große Chance einander zu begegnen, allerdings seien Kirchenvorstände, die einen Querschnitt der Gemeinde darstellten, besonders in ihrer Arbeit herausgefordert. Vorstandsarbeit sei mühselige Konsensarbeit, es brauche Bereitschaft, eigene Interessen beiseite zu lassen, Dinge mal ganz anders zu sehen. Hofmann verglich Vorstandsarbeit mit einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente im Zusammenspiel einen guten Klang erzeugen würden. Auch für die „Magna Charta der Vielfalt“ konnte die Bischöfin Apostel Paulus im 1. Korinther, Kapitel 12 zitieren, der ein kluges Bild von Leib und Gliedern entworfen hat. „Es geht nicht ohne Herz, aber auch nicht ohne Hirn“, so Hofmann. Sich auf das Abenteuer Kirchenvorstand einzulassen, könne Zeit und Nerven kosten; es könne beglückend sein, etwas auf den Weg zu bringen und fordere viel Kreativität, um finanziell neue Wege zu gehen. In Kooperationen führe das Engagement auch sehr stark in die Region.

Anknüpfend an die letzten Ausführungen der Bischöfin konnte Pfarrer Dr. Steffen Merle zur neu erarbeiteten Homepage des Kirchenkreises überleiten, die unter den Stichworten „Zusammen – In Vielfalt – Glauben“ das ganze Spektrum des kirchlichen, gemeindlichen und ehrenamtlichen Engagements sichtbar werden lässt – vorausgesetzt, die Gemeinden stellen ihre Veranstaltungen auch ein.

 

Alle Bilder: medio/schauderna

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