Bischof Hein würdigt Hanauer Erklärung

21 Aug
0

Hanauer Erklärung setzt Akzente für die künftige Glaubenspraxis

Bischof Dr. Martin Hein würdigte in seinem 13. Bericht die vielfältigen Veranstaltungen zu „200 Hanauer Union“ und die daraus resultierende ‚Hanauer Erklärung‘, die „den Ertrag der Union für die Gegenwart in einem dreifachen ‚Ja‘ festhält“.

„Die Vielfalt der Glaubenspraxis gefährdet nicht die Einheit der Kirche Jesu Christi, sondern kann gemeinsam gestaltet werden.“

Unter dem Titel „Gemeinsam in Vielfalt glauben“ erarbeitete ein theologischer Arbeitskreis, einberufen von Dekan Dr. Martin Lückhoff, mit der Hanauer Erklärung ein dreifaches Bekenntnis zum Pluralismus. Die Hanauer Erklärung sagt ‚Ja‘ zur konfessionellen Identität, ‚Ja‘ zur ökumenischen Aufgabe und ‚Ja‘ zum interreligiösen und interkulturellen Gespräch. „Es handelt sich um einen beeindruckenden Text, unter den ich gern als erster meine Unterschrift gesetzt habe“, so Bischof Hein.

Festgottesdienst als Höhepunkt des Jubiläumsjahres „200 Jahre Hanauer Union“

Als erster unterzeichnete Bischof Hein die Hanauer Erklärung im Rahmen eines Festgottesdienstes, der am 16. September im Freien auf dem Hanauer Marktplatz stattgefunden hat. Bei strahlendem Sonnenschein kamen über 1000 Besucher zum Gottesdienst, darunter einige Ehrengäste, unter anderem der katholische Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf aus Mainz.

In der sogenannten Hanauer Union haben 1818 sich reformierte und lutherische Gemeinden zu einer christlich-evangelischen Kirche zusammengeschlossen. Vor 200 Jahren waren evangelische Pfarrer der Einladung der lutherischen und reformierten Konsistorien in Hanau zur Versammlung der Gemeinden gefolgt und haben auf dieser Synode die Beschlüsse zur Vereinigung der Konfessionen beschlossen. Die Wallonisch-Niederländische Kirche trat dieser Union nicht bei.

Prälat Bernd Böttner initiiert Veranstaltungen zu ‚200 Jahre Hanauer Union‘.

Auf Initiative von Bernd Böttner, lange Jahre Propst im Sprengel Hanau, erinnerten eine Fülle von Veranstaltungen unter verschiedenen Aspekten an dieses Ereignis. Viele dieser Beiträge sind in der umfangreichen und anspruchsvollen Festschrift „Zusammen in Vielfalt glauben“ dokumentiert.

Bemerkenswert an diesem Beschluss sei, so Bischof Hein, dass er nicht durch einen landesherrlichen Erlass verordnet worden sei, sondern die Pfarrer der Kirchengemeinden der Grafschaft Hanau-Münzenberg, aus Teilen des Fürstenburg Isenburg und des Großherzogtums Fulda hätten auf die Prozess zur verständigt.

Die Unionen des 19. Jahrhunderts haben nicht alle Ziele erreicht

Einige wesentliche Kritikpunkte zu den Einheitsbestrebungen im 19. Jahrhundert hatte Bischof Dr. Martin Hein zum Ende seiner Ausführungen doch anzumerken. Bis 1872 existierten drei konfessionell getrennte Konsistorien in Kurhessen und faktisch drei evangelische Konfessionen: uniert, reformiert und lutherisch. Erst die neue Kirchenverfassung von 1923/24 brachte für die Landeskirche insgesamt die Bezeichnung ‚evangelisch‘ und erst 1973 wurde mit der ‚Leuenberger Konkordie‘ die Abendmahlsgemeinschaft festgestellt, so Bischof Hein. Bis heute existieren in der EKD konfessionelle Unterscheidungen und noch immer werde im ‚Verbindungsmodell‘ um die Einheitlichkeit der evangelischen Kirche gerungen. Man werde länger als erwartet mit der Parallelität von Vereinigter Evangelisch-Lutherischer Kirche Deutschlands (VELKD) und Union Evangelischer Kirchen (UEK) leben müssen, sagte Hein, der dieses Ergebnis als „enttäuschend“ empfindet.

„Das war man 1817/18 in Hanau und andernorts weiter.“

X
X
X
X