Tageslosung

Der HERR war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.
Paulus schreibt: Von euch aus ist erschollen das Wort des Herrn nicht allein in Makedonien und Achaia, sondern an allen Orten hat sich euer Glaube an Gott ausgebreitet, sodass es nicht nötig ist, dass wir darüber etwas sagen.

Es ist wieder soweit: An den nächsten Sonntagen werden in den evangelischen Kirchen Konfirmationen gefeiert. Seit 1539 gibt es sie; die Konfirmation wurde vom Reformator Martin Bucer „erfunden“. „Confirmare“ heißt „bestätigen“, und die Idee dahinter war, dass die als unwissende Säuglinge getauften Jugendlichen nach einer Zeit des christlichen Unterrichts ihre Zugehörigkeit zum christlichen Glauben noch einmal bestätigen sollten.


Doch die Konfirmation hat noch mehr Bedeutungen: Noch vor etwa 100 Jahren war mit der Konfirmation das Ende der Kindheit erreicht. Für 14-Jährige bedeutete sie das Ende der Schulzeit und den Einstieg ins Erwachsenenleben. Heute ist das nicht mehr so deutlich, aber die Konfirmation ist – zumindest in religiösen Fragen – nach wie vor die Bestätigung von Mündigkeit und Eigenverantwortung und so auch der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt.


Es gibt noch ein anderes Wort, mit dem die „Konfirmation“ umschrieben wird: „Einsegnung“. Im Gottesdienst erhalten die Konfirmanden alle einen persönlichen Segen mit Handauflegung.
Vielleicht ist das der wichtigste Aspekt der Konfirmation, denn vor allem, was wir planen und in unserem Leben in die Hand nehmen, steht der Segen Gottes. „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ – so sagt es ein altbekanntes Sprichwort. Was hat es mit dem Segen auf sich? – Eine magische Formel, die Schutz vor allem Unglück garantiert, ist er nicht. Und doch erzählen mir immer wieder Menschen, dass sie eine Gänsehaut bekommen, wenn am Ende eines Gottesdienstes der Segen gesprochen wird, oder dass der Segen das Wichtigste des ganzen Gottes¬dienstes für sie ist:
„Der Herr segne dich und er behüte dich. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.“


Wenn Gottes Angesicht über dir leuchtet, dann ist das wie die wärmende Sonne, die es gut mit dir meint. Sie stärkt dich, sie gibt dir neue Lebenskraft, du kannst auftanken – Freude, Wärme, Geborgenheit. Da ist einer, der erhebt sein Angesicht auf dich – er sieht dich mit freundlichen Augen an. Unter seinem liebevollen Blick kannst du getrost deinen Weg gehen.

Pfarrerin Kerstin Schröder
Evangelische Stadtkirchengemeinde Hanau